Datenmanagement
Jedes Unternehmen hat eine „Datenkultur”, selbst dann, wenn Daten ignoriert werden. Die Frage ist nicht, überhaupt eine Datenkultur herzustellen, sondern es geht darum, eine datengetriebene Kultur so zu entwickeln, dass Daten „Handlungen und Entscheidungen auf allen Ebenen der Organisation bis hin zum Geschäftsmodell des Unternehmens wesentlich beeinflussen” (C. Bange).

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Allerdings tut sich etwas in den Unternehmen. Laut BARC hat die Etablierung einer datengesteuerten Kultur weiter an Bedeutung gewonnen und belegt nun Rang zwei unter den wichtigsten Trends für Datenmanagement, Business Intelligence und Analytics. Stammdaten- und Datenqualitätsmanagement sind nach wie vor der wichtigste Trend. Wie wichtig zudem unternehmensinterne Richtlinien für den Umgang mit Daten sind, belegt der Umstand, dass Data Governance 2022 Rang drei unter den wichtigsten Trends einnimmt. Eine weitere BARC-Untersuchung zeigt außerdem deutlich, dass der Anteil der Unternehmen mit teilweise oder ausschließlich datengesteuerten Entscheidungen erheblich zugenommen hat.
Auf dem Weg zu einer Datenkultur, in der Entscheidungen weniger auf der Basis von Erfahrung oder Bauchgefühl, sondern überwiegend auf datenbasierten Fakten getroffen werden, gibt es einige hilfreiche Maßnahmen, die vor allem die Führung im Unternehmen betreffen. Die Vorbildfunktion von Führungskräften steht hier an erster Stelle. Auch die Einführung einer Meeting-Kultur, bei der Daten eine wesentliche Rolle spielen, gehört in diesen Zusammenhang. Dass die Datenstrategie klar formuliert und kommuniziert wird und ausreichend Ressourcen für die Aus- und Weiterbildung in Sachen Data & Analytics verfügbar sind, sind weitere Schritte zur Entwicklung einer Datenkultur.
Als Hindernisse für eine datengesteuerte Kultur erweisen sich laut BARC-Survey „Leverage your Data“ (2020) dagegen regelmäßig folgende Punkte:
„Data without analysis is a wasted asset” (D. Farmer) Ohne Analysen sind Daten wertlos. Dass diese Analysen wiederum von der Qualität der Daten abhängen, leuchtet unmittelbar ein. Wenn nun aber der Zugang zu Daten durch deren Haltung in Silos erschwert und darüber hinaus ihre Qualität vielfach mangelhaft ist, dann lässt das für die Analysen wenig Gutes erwarten; ebenso wenig für die Entscheidungen, die auf diesen Analysen basieren. In einer datengetriebenen Kultur Daten in den Mittelpunkt der Entscheidungsfindung zu rücken, ist daher wichtig und richtig. Die Qualität der Daten ist und bleibt dabei eine der wesentlichen Herausforderungen, um tatsächlich eine verbesserte Entscheidungsfindung zu erreichen.