Hand in Hand

Die riskante Partnerschaft von IT und OT

In Unternehmen mit Produktionsanlagen sorgt die Verbindung von IT und OT für Effizienz – doch bei Betriebsstörungen wird dieses Bündnis schnell zum Nachteil.

Kletterer reichen sich die Hand

Beide Bereiche, IT und OT, müssen Hand in Hand zusammenwirken. Dieser Zwang zur Zusammenarbeit wird im Zuge der zunehmenden Digitalisierung immer stärker.

Heutzutage laufen so gut wie alle Produktionssysteme mit einer indirekten Verbindung zum Internet. Im Laufe der Digitalisierung wurden diese Systeme an die IT angeschlossen, sodass Leistungsdaten abgerufen und Optimierungen einfacher vorgenommen werden können. Als Konsequenz sind die Information Technology (IT) und die Operational Technology (OT) ganz im Sinne der Industrie 4.0 miteinander verwoben. Diese intelligente Vernetzung hat einige Vorteile, denn Produktionsabläufe werden flexibler sowie zeit- und arbeitssparender. Der Nachteil: Eine IT-Störung ist nicht mehr nur ein Problem für die Büroarbeitsplätze, sondern auch oft für die Abläufe und Prozesse in der Produktion. Vor allem in den vergangenen Jahren ist das Cybersicherheitsrisiko stark gestiegen und vernetzte Systeme sind so gefährdet wie noch nie.

Industrie 4.0 und ihre Lücken

Für Cyberkriminelle ist es laut der Mod IT Services GmbH besonders attraktiv, wenn das Hacken der IT zugleich den Zugriff auf die OT-Anlagen ermöglicht. Um das Risiko eines Cyberangriffs zu minimieren, müssen die IT- und OT-Systeme auf dem neuesten Stand der Technik sein. Wenn beispielsweise der unverschlüsselte Funkbereich über das Betriebsgelände hinausreicht, kann dieser infiltriert werden. Aber auch VPN- und Homeoffice-Lösungen bieten Angriffsflächen, da mittlerweile auch im OT-Bereich von zu Hause aus gearbeitet wird. Mangelt es hier an Sicherheitsvorkehrungen, können Hacker an die Zugangsdaten von Mitarbeitern gelangen und auf Informationen oder Produktionsanlagen zugreifen.
In der Regel ist der passende Prozess bei Systemstörungen das Incident Management. Durch dieses Vorfall- bzw. StörungsManagement werden Sicherheitsvorfälle in Echtzeit erkannt, analysiert und behoben. Betriebskritische Vorfälle werden so schnellstmöglich und zielgerichtet bearbeitet. Bei der Vernetzung von IT und OT ist das allerdings nicht ohne Weiteres möglich, denn einzelne Bereiche der Anlagen oder auch einzelne Produktionsstandorte können nicht von dem eigentlichen IT-Problem abgekoppelt werden. Das gleiche Problem entsteht, wenn es Sicherheitsvorfälle bei Drittdienstleistern oder Zulieferern gibt, die dann wiederum direkte Auswirkungen auf die Betriebssysteme und die Produktion haben können. Die Analyse und die Erkennung dauern durch die Verkettung erheblich länger.
Damit der Betrieb nach einer schwerwiegenden Störung so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden kann, müssen Desasterszenarien umfangreich geplant und getestet werden. So können im Rahmen eines Notfallplans beispielsweise Firewall-Verbindungen zwischen IT und OT an strategischen Stellen getrennt werden, damit die Ausbreitung eines Hackerangriffs gestoppt wird. Außerdem können sogenannte Ethical Hacker die Systeme schon im Vorfeld auf Schwachstellen scannen – und zwar mit den Methoden von Cyberkriminellen. Dadurch werden Systemlücken entdeckt, bevor es echte Hacker tun.
Klar ist: Unternehmen mit Produktionsanlagen müssen so früh wie möglich umfangreich in ihre OT-Security investieren. Auch durch aktuelle Gesetze sind sie dazu inzwischen aufgefordert und verpflichtet.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

 

 

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