Keine vorschnelle Regulierung

Bitkom zu Fake News: Medienkompetenz statt Löschung

Der Digitalverband Bitkom hat im Umgang mit Fake News vor vorschnellen Regulierungen gewarnt. Vor allem kurz vor der Bundestagswahl sei die Sorge der Politik verständlich, sagte Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Verbands.

Der Begriff «Fake News» wurde gerade zum Anglizismus des Jahres 2016 gekürt. Foto: Monika Skolimowska

Der Begriff «Fake News» wurde gerade zum Anglizismus des Jahres 2016 gekürt. Foto: Monika Skolimowska

Die Diskussion um Fake News müsse versachlicht werden. «Rechtsstaatliche Prinzipien und das hohe Gut der Meinungsfreiheit müssen geschützt werden.» Der Bitkom plädiert dafür, stattdessen die Medienkompetenz der Nutzer zu stärken, um Falschnachrichten besser erkennen zu können. 

 

Bei Fake News handele es sich um ein komplexes Phänomen, dem man nur vermeintlich mit einfachen Lösungen begegnen könne. Die Trennlinie zur einfachen Meinungsäußerung sei schwer zu ziehen. Im Zweifel würden Löschpflichten etwa unter Androhung hoher Bußgelder, wie sie derzeit diskutiert werden, zu vorschnellem Löschen von Inhalten führen. Die Folgen wären eine massive Einschränkung der Meinungsfreiheit. 

Dabei werde laut einer aktuellen Studie des Bitkom das Netz oder soziale Netzwerke anders als oft behauptet keineswegs als eine der wichtigsten Quellen für Nachrichten genutzt. Demnach informieren sich die Menschen in Deutschland vor allem über das Fernsehen (92 Prozent), gefolgt von Tageszeitungen (72 Prozent der Befragten) oder das Radio (69 Prozent).

Im Internet informieren sich demnach 63 Prozent der Befragten, dabei würden aber vor allem die Nachrichtenseiten von Printprodukten oder TV-Sendern angesteuert. 

dpa/rs

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