Prognose

Deutscher Mobile-Markt im Wachstum

Das hiesige Geschäft mit Smartphones, Apps und Telekommunikationsdiensten soll laut Bitkom in diesem Jahr um drei Prozent zulegen und damit auf 34 Milliarden Euro wachsen.

Smartphone bei der Bedienung

Allein mit Smartphones werden in diesem Jahr in Deutschland laut Schätzung mehr als 10 Milliarden Euro umgesetzt. ((Foto: Andrea Warnecke))

Der größte Anteil im Markt entfällt laut Bitkom demnach dabei auf Daten- und Sprachdienste mit 20,3 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr und legte damit leicht um 1,6 Prozent zu. Mit Smartphones selbst werden den Schätzungen zufolge 10,4 Milliarden Euro umgesetzt, was ein Plus von 2,4 Prozent ausmache. Der Markt mit Smartphone-Apps dürfte demnach um kräftige 4,7 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro Umsatz zulegen. In die Netzinfrastruktur für mobile Kommunikation fließen demnach wie im Vorjahr 2 Milliarden Euro, ein leichtes Plus von 0,5 Prozent.

Entgegen den weltweiten Trend entwickle sich der Markt hierzulande positiv, sagte Ametsreiter. Die Nachfrage bleibe stabil. Demgegenüber gebe es auf dem Weltmarkt eine stärkere Abschwächung. Hierzulande nutzen demnach 81 Prozent der Menschen ab 14 Jahren ein Smartphone, jeder Zweite legt sich jeweils stets das neuste Modell zu. 61 Prozent haben ein Gerät, das maximal ein Jahr alt ist, wie eine repräsentative Umfrage des Verbands ergab.

Die höchsten Prioritäten setzten die Kunden in die Akkulaufzeit (59 Prozent) sowie schnelleres (30 Prozent) und drahtloses (25 Prozent) Laden der Geräte. Dabei werde für das gesamte Ökosystem die Infrastruktur immer wichtiger, sagte Ametsreiter. Es gebe auch auf Grund neuer Technologien wie Augmented und Virtual Reality eine Explosion des Datenvolumens im deutschen Mobilfunk. „Dieses Land braucht jegliche Kapazitäten für Investitionen, eine Bremse wäre fatal“, sagte Ametsreiter mit Blick auf den Streit um die Auflagen zur anstehenden Frequenz-Auktion für den neuen Mobilstandard 5G.

Die Politik sollte laut Ametsreiter den „Spielraum für privat finanzierte digitale Infrastruktur erhalten und ausbauen“. Verpflichtendes Roaming oder überbordende Versorgungsauflagen würden dagegen den Ausbau hemmen. Gerade die letzten drei Prozent in der Flächenversorgung seien die teuersten. „Das kostet Milliarden.“ Dafür sollten laut Ametsreiter diejenigen Marktteilnehmer gestärkt werden, „die auch wirklich in die Fläche investieren“ und mögliche „Trittbrettfahrer“ verhindert werden. Die großen Netzbetreiber kritisieren aktuell geplante Ausnahmeregeln etwa für den Neueinsteiger 1&1 Drillisch (United Internet), der ebenfalls für die 5G-Frequenzen mitbieten will.

In seiner repräsentativen Studie befragte der Bitkom die Smartphone-Nutzer auch zu ihren Erwartungen an den neuen Mobilfunkstandard. Dabei rangierte eine bessere Netzabdeckung (76 Prozent), höhere Geschwindigkeit (65 Prozent) und weniger Netzausfälle mit 63 Prozent an der Spitze. Da werde einiges hineininterpretiert in den neuen Standard, betonte Ametsreiter. „5G führt nicht dazu, dass man keine Funklöcher mehr hat.“ 5G sei ein Datennetz für das Internet der Dinge, keines, um besser telefonieren zu können. Das gehe nur mit 4G (LTE).

dpa/pf

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