Der Ubtech-Roboter "Walker S" in der Autoherstellung bei Nio
Schon 2025 werden menschenähnliche Roboter für den industriellen Einsatz in Serie produziert, zeigt die Horváth-Marktanalyse „Humanoide Roboter in Operations“. Durch die technologische Weiterentwicklung wird der Reifegrad humanoider Roboter bis 2030 der Managementberatung zufolge sogar so weit fortgeschritten sein, dass sie in Bewegungsgeschwindigkeit, Flexibilität und Feinmotorik menschliche Fähigkeiten übertreffen.
Einsatzmöglichkeiten in Produktion und Logistik
Bislang nutzt die Industrie vor allem sogenannte Articulated Robots (Gelenkroboter) zum Schweißen, Lackieren und in der Montage. Cobots (kollaborative Roboter) werden unter anderem zur Qualitätsinspektion eingesetzt. Beide Typen ähneln einem menschlichen Arm. Humanoide Roboter gleichen dagegen in ihrer gesamten Statur dem Menschen und sind auch so groß und so schwer. Damit eignen sie sich besonders gut für die Arbeit in Umgebungen, die für Menschen konzipiert wurden.
Erste Pilotprojekte in der Automobilindustrie laufen bereits. So testet Mercedes beispielsweise den Einsatz eines Modells des US-Herstellers Apptronik: Apollo ist ca. 1,73 Meter groß, wiegt 73 Kilogramm und kann 25 Kilogramm heben. Humanoide Roboter können in der Produktion und in der Logistik vor allem besonders arbeitsintensive, physisch anspruchsvolle und repetitive Aufgaben übernehmen. Auch der chinesische Autohersteller hat bereits Roboter des chinesischen Herstellers Ubtech im Testbetrieb, wie ein Youtube-Video zeigt.
Aktuell sind die Anschaffungskosten für menschenähnliche Roboter noch höher als für andere Industrieroboter. Horváth rechnet zur Markteinführung mit einem Preis von durchschnittlich 80.000 Euro. Hinzu kommen etwa 4.000 Euro Wartungs- und Instandhaltungskosten pro Jahr. Durch die Serienproduktion soll der durchschnittliche Beschaffungspreis bis 2030 jedoch auf 48.000 Euro sinken.
Die Analyse „Humanoide Roboter in Operations“ ist beim Herausgeber zum Download verfügbar.
Bild: Ubtech