Trotz des großen potenziellen Nutzens setzen bislang nur etwa 12 Prozent der Unternehmen in Deutschland KI-Systeme ein.
Das derzeit populärste Rezept zur Steigerung des wirtschaftlichen Erfolgs von Unternehmen hat zwei Buchstaben – „KI“. In den USA, dem Mutterland der generativen künstlichen Intelligenz, in dem auch die wichtigsten KI-Player (OpenAI, Google, Microsoft) ansässig sind, ist KI in der Unternehmenswelt schon sehr weit etabliert: Gemäß einer Umfrage des weltweit führenden Data-Movement-Anbieters Fivetran setzen dort 31 Prozent aller Unternehmen erfolgreich KI-Systeme ein. In Deutschland sieht das Bild anders aus: Nur unter den Großkonzernen ist die Nutzung von künstlicher Intelligenz hierzulande ähnlich weit verbreitet wie in den USA. Unter den mittelgroßen Unternehmen (mit 50 bis 249 Beschäftigten) hingegen liegt die Nutzerquote laut dem Statistischen Bundesamt bei mageren 16 Prozent. Bei den kleinen Unternehmen sind es noch weniger.
Warum zögern mittelständische Unternehmen in Deutschland bisher, generative KI einzusetzen? Ein großes Hindernis ist das fehlende Wissen über die zugrunde liegenden Sprachmodelle (engl. Large Language Models, abgekürzt „LLMs“). Zum einen ist den Unternehmen nicht so recht klar, wie ein solches Modell ihnen konkret helfen könnte, zum anderen haben sie keinen Überblick über die auf LLMs basierenden verfügbaren Lösungen. Auch im Hinblick auf Datenschutz gibt es Vorbehalte – denn kaum jemand weiß genau, was mit den Informationen passiert, die in ein LLM eingespeist werden. Ein weiterer Hemmschuh ist der Respekt vor dem technischen und dem organisatorischen Aufwand: Die Betriebe befürchten, dass die Implementierung einer KI-Lösung in ihre IT-Architektur sehr zeitaufwendig sein könnte oder dass ihre Endgeräte und ihre Unternehmenssoftware mit einer KI-Lösung nicht kompatibel wären.
Hier kommen die großen Telekommunikationskonzerne wie die Deutsche Telekom ins Spiel. Sie haben schon weit vor der Freischaltung von ChatGPT im November 2022 (dieser Zeitpunkt wird als der eigentliche Beginn des KI-Zeitalters angesehen) KI-Systeme entwickelt und in ihre Geschäftsprozesse integriert; entsprechend groß ist heute ihr Wissen darüber. Allein bei der Telekom sind seit Jahren mehrere hundert KI-Systeme im Einsatz, die Palette reicht dabei von Chatbots für Endkunden (wie „Frag Magenta“) über Systeme zur automatisierten Dokumentensondierung bis hin zu KI-basierten Schutzsystemen für die Abwehr von Cyber-Angriffen. Basierend auf den Erkenntnissen, die inzwischen aus diesem breit angelegten KI-Einsatz gewonnen wurden, hat der Konzern ein umfassendes KI-Service-Angebot für Unternehmen jeder Größenordnung aufgelegt.
Dieses Angebot besteht im Wesentlichen aus Beratungspaketen, die zum Teil auch Ende-zu-Ende-Unterstützung, den Entwurf einer Technologiearchitektur und Hilfe bei der Implementierung umfassen.
Je nach gebuchtem Paket werden im Rahmen von Workshops und Assessments über mehrere Wochen oder sogar Monate hinweg entweder grundlegende Dinge oder konkrete unternehmensspezifische Anliegen erörtert. So geht es in den Workshops beispielsweise eher um Basiswissen zum Thema KI, also um die Bedeutung von Begrifflichkeiten wie „generative KI“, „Robotik“ etc. und um Einsatzbeispiele für KI-Anwendungen, während in den Assessments eine kundenindividuelle KI-Strategie entwickelt wird. Außerdem legen die KI-Experten der Telekom den Betrieben genau dar,
1. welche KI-basierten Lösungen für sie sinnvoll wären,
2. worin der konkrete Nutzen jeder in Frage kommenden Lösung bestünde und
3. welche Vorbereitungen sie treffen müssten, damit dieser Nutzen für sie auch möglichst deutlich zum Tragen käme.
Wenn die KI danach richtig eingesetzt wird, geht vieles
erheblich schneller. Zum Beispiel lassen sich mithilfe des von Microsoft entwickelten Systems MS 365 Copilot, das interessierte Unternehmen auch über die Telekom bekommen können (einschließlich Beratung und Support), eine Vielzahl von Office-Arbeiten in kürzester Zeit erledigen. E-Mails schreiben, Meetingergebnisse zusammenfassen, Protokolle erstellen – das alles dauert mit MS 365 Copilot nur Sekunden. Aus wenigen Notizen kann das System komplette Texte generieren, und es kann fertige Manuskripte nach Belieben umschreiben oder stilistisch anpassen (wenn eine andere „Tonart“ gewünscht ist). Des Weiteren kann es Präsentationen mit MS PowerPoint erstellen, einschließlich Bildgenerierung, sowie Korrelationen in Excel-Daten aufdecken.
Dass dies die Produktivität der Angestellten signifikant steigert, liegt auf der Hand: Bei einer angenommenen durchschnittlichen Zeitersparnis von nur zwei Stunden pro Arbeitskraft und Monat ergäbe sich im Jahr für jeden Mitarbeiter beziehungsweise jede Mitarbeiterin eine Zeitersparnis von insgesamt 24 Arbeitsstunden, also 3 vollen Arbeitstagen. Diese „neu hinzugewonnene“ Kapazität ließe sich auf vielfältige Weise nutzen – etwa für Weiterbildungen.
KI-Systeme können aber noch viel mehr als nur repititive Arbeiten schneller erledigen: Sie können auch – auf der Basis von Geschäftsdaten – Vorschläge für Marketing-Aktionen entwickeln. Allerdings ist dafür zunächst eine gewisse Vorarbeit nötig. Wichtig ist unter anderem, dass die Datenlage kontrolliert und optimiert wird. Greift die KI nämlich auf veraltete oder auf unzuverlässige Daten zu, dann sind die Vorschläge, die sie daraus ableitet, nur bedingt brauchbar. Im Klartext: Ein nachlässiges Datenmanagement kann die Vorteile, die sich durch den strategischen Einsatz von KI-Systemen ergeben, teilweise oder auch komplett neutralisieren. Das belegt auch eine aktuelle Umfrage unter 550 Unternehmen, die KI einsetzen. 81 Prozent gaben zu, dass sie ihren KI-Ergebnissen trotz fundamentaler Datenineffizienzen vertrauen. Sie verlieren dadurch im Durchschnitt 6 Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes, weil ihre KI-Modelle mit zum Teil minderwertigen Daten arbeiten und deshalb falsche Geschäftsentscheidungen herbeiführen.
Künstliche Intelligenz kann also ein sehr effektives Instrument zur Steigerung der Rentabilität eines Unternehmens sein – aber nur dann, wenn einerseits die richtige Technologie zum Einsatz kommt und wenn andererseits die Bedingungen stimmen. Es ist also eine Frage des „Gewusst-wie“. Unternehmen benötigen fundiertes Wissen über die Einsatzmöglichkeiten von KI und darüber, wie sie KI bedarfsgerecht in ihr Abläufe integrieren können. Zudem müssen sie darüber aufgeklärt werden, dass sie ihre Belegschaften im Transformationsprozess „mitnehmen“ müssen – und man muss ihnen zeigen, wie sie das bewerkstelligen können. Geeignete Ansprechpartner dafür sind IT-Anbieter und TelKo-Konzerne, die selbst seit Jahren KI-Technologie einsetzen. Auf Wunsch unterstützen sie große und kleine Firmen individuell und bedarfsgerecht – und beantwortet damit auch die Frage, wo man als Unternehmen eigentlich eine KI-Gebrauchsanleitung herbekommt.
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