Mangel an Transparenz

Rupert Murdoch bittet Facebook zur Kasse

Zeitungs-Magnat Rupert Murdoch hat Facebook aufgefordert, Medienunternehmen Geld für die Verbreitung ihrer Inhalte zu bezahlen.

Dem Medienunternehmer Rupert Murdoch gehören u.a. die Times und das Wall Street Journal. ((Foto: Julio Cortez))

Dem Medienunternehmer Rupert Murdoch gehören u.a. die Times und das Wall Street Journal. ((Foto: Julio Cortez))

„Wenn Facebook 'vertrauenswürdige' Verlage anerkennen will, sollte es ihnen eine ähnliche Gebühr bezahlen, wie sie bei Kabel-Unternehmen üblich ist“, erklärte Murdoch am Montag. Kabel- oder Satelliten-TV-Anbieter zahlen Fernsehsendern für das Recht, ihr Programm zu verbreiten.

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) begrüßte Murdochs Forderung. „Seit Jahren kritisieren wir, dass aufwendig erstellte Inhalte von Zeitungen und Zeitschriften von den globalen Plattformanbietern wie Facebook und Google eingesetzt werden, ohne dass die Verlage finanziell davon profitieren“, so eine Verbandssprecherin am Dienstag. „Zeitungen und Zeitschriften genießen in Deutschland eine hohe Glaubwürdigkeit“, argumentiert der BDZV. Davon profitierten die Plattformanbieter nicht nur inhaltlich, sondern auch mit einem Zugewinn an Image. Eine faire Vergütung sei deshalb mehr als überfällig.

Für Facebooks Gewinne hätte eine solche Abgabe nur geringe Folgen – aber sie würde die Aussichten für Verleger und Journalisten stark verbessern, argumentierte Murdoch. Dem Medienunternehmer gehören u.a. die Londoner Times, die Boulevardzeitung Sun, das Wall Street Journal sowie das Medienunternehmen 21st Century Fox.

Facebook hatte jüngst angekündigt, Inhalte von Medien, denen die Nutzer mehr vertrauen, sollen auf der Plattform Vorrang vor anderen haben. Dafür sollen Mitglieder danach gefragt werden, ob sie Medien kennen und für vertrauenswürdig halten. Facebook plant auch, im Newsfeed der Nutzer mehr Beiträge von Freunden und Familienmitgliedern zu zeigen. Gründer und Chef Mark Zuckerberg erklärte, dadurch dürfte der Anteil der Nachrichten im Newsfeed von fünf auf vier Prozent sinken.

Die Medieninhalte steigerten den Wert von Facebook – aber die Anbieter würden dafür nicht angemessen belohnt, kritisierte Murdoch. Facebook und Google hätten skurrile Nachrichten popularisiert, über Algorithmen, die für die Plattformen zwar profitabel, aber von Natur aus nicht verlässlich seien. Facebook sprach mit Medien auch über Abomodelle auf der Plattform des Online-Netzwerks – aber er habe noch keinen Vorschlag gesehen, „der den Investitionen und dem sozialen Wert von professionellem Journalismus gerecht wird“, erklärte Murdoch. Er habe zwar keine Zweifel daran, dass Mark Zuckerberg aufrichtig sei, aber es gebe einen ernsthaften Mangel an Transparenz.

dpa/ls

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