1,5 Millionen WLAN-Hotspots

Unitymedia öffnet Kunden-Router für andere Kunden

Der Kabelnetzbetreibers Unitymedia startet eines der größten drahtlosen Netze (WLAN) in Deutschland. Private Router werden für andere Kunden des gleichen Anbieters geöffnet. Und darum hat die Verbraucherzentrale NRW Klage beim Kölner Landgericht angekündigt.

Der Sitz des Kabelnetzbetreibers Unitymedia in Köln. Foto: Oliver Berg

Der Sitz des Kabelnetzbetreibers Unitymedia in Köln. Foto: Oliver Berg

Bis zum Jahresende sollen im Verbreitungsgebiet von Unitymedia 1,5 Millionen Zugangspunkte, so genannte Wifi-Spots, für die Kunden in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg verfügbar sein. Die Nutzung der Zugänge sei für die berechtigten Internetkunden kostenlos und das Angebot ab sofort Bestandteil der Internettarife. Über WLAN erhielten die Kunden einen Zugang zum Kabelnetz und könnten so ihre Datenkontingente des Mobilfunktarifs schonen.

Das gab der TV-Kabelnetzbetreiber heute bekannt: "Wir haben heute damit begonnen, die ersten 'WifiSpots für Unitymedia Kunden' in Betrieb zu nehmen und zünden damit die zweite Stufe unseres mehrere Säulen umfassenden Wifi-Projekts. Bis Ende des Jahres entstehen durch etwa 1,5 Millionen Wifispots - so bezeichnen wir unsere öffentlichen WLAN-Zugangspunkte."

Private WLAN-Hotspots hatte Branchenprimus Vodafone Kabel Deutschland bereits Ende 2013 geschaltet. Inzwischen sollen einschließlich der öffentlichen Zugangspunkte in Gebäuden und im Freien über eine Million Hotspots für schnelles Surfen verfügbar sein. Bei der Deutschen Telekom heißt das Produkt WLAN-to-go, das nach Auskunft des Unternehmens weltweit auf 18 Millionen Zugangspunkte kommt. Der Telekom-Service wird in Kooperation mit dem spanischen Unternehmen Fon angeboten.

Bei solchen WLAN-Netzen werden private Router für andere Kunden des gleichen Anbieters geöffnet und praktisch zu einem virtuellen Netz verbunden. Da bei Unitymedia die Kunden ausdrücklich der Öffnung widersprechen müssen, hatte die Verbraucherzentrale NRW das Vorgehen als unzulässige Erweiterung eines bestehenden Vertragsverhältnisses moniert und Klage beim Kölner Landgericht angekündigt. Der Kunde müsse selbst entscheiden dürfen, ob ein solcher Hotspot geschaltet wird oder nicht.

dpa/rs

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