Man sollte keine Angst davor haben, neue Wege zu gehen und Allianzen mit neuen Teams innerhalb und außerhalb der eigenen Organisation aufzubauen.
Zu Beginn der API First Journey gilt es, die richtigen Leute für das Projekt zu finden. Es geht dabei vor allem darum, ein „Goldlöckchen“-Szenario anzuvisieren, also das richtige Maß zwischen zwei Extremen zu finden: relevant genug, dass ein Erfolg auch etwas zählt, aber nicht so kritisch, dass ein Misserfolg zu ernsthaften Problemen führen kann. Dafür braucht es ein passendes Team. Offene und engagierte Leute, die daran interessiert sind, neue Fähigkeiten zu erlernen. Das ist leichter gesagt als getan. Der Gedanke, dass die Auswahl des Teams gleichbedeutend mit dem Erfolg des Projekts sein kann, kann lähmend wirken. Wenn es die Ressourcen erlauben, kann die Aufteilung in zwei Projekte helfen:
1. Die Erstellung von APIs für Unternehmensressourcen wie z.B. die Stammdatenverwaltung.
2. Die Adaption von API First durch ein strategisches Projektteam.
Wenn eine Unternehmensressource wie z.B. der Kundenstamm in einem Szenario wie etwa einer API aktiviert wird, hat die Investition den Vorteil einer potenziell breiten Akzeptanz, wodurch sich der Mehrwert herumspricht und schließlich vervielfacht.
Wenn bei einem strategischen Projekt „Design First“-Denken angewendet wird, kann die Sichtbarkeit und Bedeutung von APIs zu einem entscheidenden Faktor werden, was zugleich die Akzeptanz des Managements und die Finanzierung neuer Projekte beschleunigt.
Doch manchmal ist es schwieriger als angenommen, das Stammdatenmanagement eines Unternehmens mit nur einer einzigen Schnittstelle zu versehen. Es lässt sich feststellen, dass API-Profis mehr Kontrolle über Unternehmensressourcen wie MDM haben. Die Sichtbarkeit eines strategischen Projekts, insbesondere eines, das ein Unternehmen oder Partner betrifft, kann dennoch von unschätzbarem Wert sein. Die Aufteilung in zwei Projekte erhöht die Chancen für einen Erfolg.
Schon bald nach dem Start der API First Journey stellen viele fest, dass nicht alles geschafft werden kann – es geht nicht schnell genug voran und es fehlt an Ressourcen. Für diese Situation gibt es keine einfache Lösung, aber vielleicht hilft es zu wissen, dass so ziemlich jeder an diesen Punkt gelangt.
Option 1: Wenn es die Finanzen zulassen, kann ein Beratungsunternehmen engagiert und die Mitarbeiter mit dessen Team verstärkt werden. Dieser Ansatz funktioniert am besten, wenn die Herangehensweise des Beratungsunternehmens gut mit der eigenen Denkweise übereinstimmt.
Eine weitere Option sind Coaching und Mentoring. Bei diesem Ansatz werden weit weniger externe Mitarbeiter gebraucht und es wird sichergestellt, dass jedem Team ein oder mehrere leitende Berater/Mentoren zugewiesen sind. Der Coach- und Mentor-Ansatz kann zu einem Zyklus zusammengefasst werden, der etwa 90 Tage dauern kann. Dieses Szenario bietet einen guten Gegenwert für das Geld und stellt sicher, dass das Team seine Zukunft selbst in die Hand nimmt.
Wer sich fragt, ob alles richtig gemacht und nicht doch irgendwas vergessen wurde, hat Stufe 3 erreicht. Vielleicht sind APIs der Schlüssel, um ein Unternehmen und seine Plattform vor der Obsoleszenz zu retten. Doch nicht immer sind die Management-Teams davon überzeugt und die Idee muss immer wieder aufs Neue verkauft werden. Menschen tun sich mit Veränderungen schwer, oftmals können sie gar nicht anders.
Es gilt nun, eine Bestandsaufnahme zu machen – was hat funktioniert, was nicht? Ein direkter Vergleich mit Vorbildern kann helfen (Vorsicht: vorausgesetzt, dass der Benchmark real ist. Es gibt eine Menge gefälschter Erfolgsgeschichten). Am wichtigsten ist, dass dem Team zugehört wird. Verstehen die Mainframe-Entwickler es nicht? Sieht der hochbezahlte Datenwissenschaftler nicht den Wert seiner Arbeit?
Wichtig ist, dass sich Unternehmen über die Antwort auf diese Frage einig sind: Was ist eine API und warum ist sie für die Organisation wertvoll? Manch einer stellt fest, dass der aktuelle Ansatz überarbeitet werden muss oder ein Neuanfang erforderlich ist. Wenn der bisherige Ansatz nicht funktioniert, sollte man sich nicht davor scheuen, von vorne zu beginnen. Man spricht schließlich nicht umsonst vom lebenslangen Lernen.
An diesem Punkt braucht es mehr denn je den Einblick in die API-Metriken. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist dabei die Kuratierung von APIs:
Das, was die API dem Verbraucher bietet, sollte von „außen nach innen“ betrachtet werden, bevor es vom Standpunkt des API-Anbieters aus betrachtet wird. In den bisherigen Phasen ging es darum, loszulegen, Fähigkeiten zu erwerben und Projekte in Angriff zu nehmen. Jetzt geht es darum, dass die Kollegen und Ökosystempartner die APIs nutzen. Die externe Nutzung ist oft der Zeitpunkt, an dem klar wird, dass man auf dem richtigen Weg ist. Warum ist es so wichtig, die Nutzung und insbesondere die externe Nutzung zu betrachten? Eine Falle von Stufe 1, der Suche nach den naheliegenden Optionen, ist die Tendenz, einfache Projekte wie die API-Integration in die IT-Ticketing-Anwendung durchzuführen. Es können buchstäblich Hunderte von APIs erstellt und eingesetzt werden, nur um Anwendungen in großen Unternehmen zu überwachen. Diese Sichtweise ist wichtig, aber wahrscheinlich nicht transformativ genug, um die Führungskräfte davon zu überzeugen, dass API First geschäftskritisch ist. Es muss das Gesamtbild betrachtet werden. In dieser Phase fügen sich oft mehrere Puzzleteile zusammen – agile Sprints mit Anwendern, die loslegen können, APIs zu verwenden oder APIs benötigen, um Zeitpläne einzuhalten.
Es gibt verschiedene Ansätze und Ideen, um das richtige Projekt zu identifizieren. Ein Chief Experience Officer kann z.B. API-Methodik nutzen, um differenzierte, bahnbrechende Benutzeroberflächen zu liefern. API First wäre genau das, was so ein Team bräuchte, um seine Ziele zu erreichen.
Für andere Partner und Kollegen, die das Produktdesign beschleunigen oder zu einer Echtzeitorganisation übergehen, ist vielleicht „Design First“-Denken die fehlende Zutat für eine echte Übernahme im Ökosystem und bessere Daten für die Entscheidungsfindung.
Wichtig ist, keine Angst davor zu haben, Allianzen mit neuen Teams innerhalb und außerhalb der eigenen Organisation aufzubauen. Wer neue Lösungen mit APIs kreiert und nicht nur APIs erstellt, weiß, dass Stufe 4 erreicht ist. Doch der Zyklus geht weiter. Also erstmal Luft holen und mit den Teams, Kollegen und Partnern die bisherigen Erfolge feiern. Ergebnisse können veröffentlicht und Metriken angelegt werden – immer davon ausgehend, dass es nicht jeder verstanden hat. Nicht zuletzt gilt es, weiter nach naheliegenden Anwendungsfällen zu suchen.
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