Weil freigeschaltete Geräte deutlich anfälliger für Malware sind, weigern sich viele Unternehmen, gerootete Geräte in ihre Netzwerke einzubinden. Denn es gibt einige Arten von Malware, die gezielt gerootete Devices als Einfallstor nutzen. Andere Varianten versuchen gar, das Smartphone direkt zu entsichern. Diese Apps sind extrem gefährlich, weil sie sich vor Anti-Viren-Programmen verstecken und es fast unmöglich ist, sie zu entfernen.
Der einfachste Weg, sich abzusichern, besteht selbsterklärend darin, das Gerät nicht selbst zu rooten. Viele Endgeräte werden jedoch auch ohne Wissen des Nutzers freigeschaltet, zum Beispiel über installierte Malware oder den ferngesteuerten Zugriff von außen.
Sowohl für den einzelnen Nutzer als auch für den IT-Administrator, der mit dem Schutz tausender Geräte beauftragt ist, gibt es einige einfach umzusetzende Möglichkeiten für den Schutz privater und geschäftlicher Daten zu sorgen:
- Verwendung von Geräten mit eingebautem Rooting-Schutz und Nutzung abgesicherter Hardware sowie integrierter Erkennungssoftware. Wird man nicht fündig, hilft die Online-Suche nach „how to root/jailbreak und der Typenbezeichnung des jeweiligen Geräts. Werden viele Webseiten mit einfachen Anleitungen zum Rooten des aktuellen Betriebssystems angezeigt, ist dies in der Regel ein Alarmsignal.
- Enterprise Mobility Management-Lösungen erkennen gerootete Geräte und schützen das Unternehmensnetzwerk vor ihnen. IT-Administratoren sollten sicherstellen, dass sie die betroffenen Geräte auch aus der Ferne verfolgen und im Unternehmensnetzwerk unter Quarantäne stellen können.
- Apps sollten nur aus vertrauenswürdigen Quellen heruntergeladen werden. Native App-Stores wie Google Play und BlackBerry-World haben integrierte Prüfsysteme, die vor bösartigen Anwendungen schützen. Drittanbieter handeln aufs Geratewohl und haben zu geringe Ressourcen, um eine stabile Malware-Erkennung zu implementieren.
- Vorsicht ist bei kostenlosen Apps geboten, die unnötige Berechtigungen fordern. Wenn eine Taschenlampen-App den Zugriff auf die Systemeinstellungen benötigt, wird sie wahrscheinlich mehr im Schilde führen, als eine Blitzfunktion für die Kamera zur Verfügung zu stellen.
- Verwendung von schwer erratbaren Gerätekennwörtern. Es herrscht der Glaube, starke Passwörter müssten besonders lang sein und viele seltsame Zahlen und Symbolen enthalten. Dabei sollte man bedenken, dass sich einige Smartphones nach zehn Fehlversuchen automatisch löschen. Somit ist auch ein kurzes, einfaches Passwort wie "exoq" oft ausreichend. Eine Faustregel besagt: Wenn der Partner oder der engste Freund das Passwort in zehn Versuchen nicht erraten kann, ist es wahrscheinlich ziemlich sicher.
- Bei der Verwendung des Smartphones für berufliche Zwecke, sollten "Container" oder andere Aufteilungs-Technologien zur Trennung von geschäftlichen und persönlichen Inhalten zum Einsatz kommen. Das schützt die Privatsphäre der persönlichen Daten und ermöglicht den Download von Apps und Spielen. Gleichzeitig ist das Unternehmen geschützt, da die heruntergeladenen Apps nicht auf Unternehmensdaten oder das Netzwerk zugreifen können.
- Bei der Arbeit in einem unsicheren Netzwerk (wie dem öffentlichen Wi-Fi von Starbucks), sollte sichergestellt sein, dass gesendete und empfangene Daten verschlüsselt werden. Erkennbar am eingeblendeten Schloss-Symbol im Browser oder aktiviert durch „https: //“ am Anfang einer URL.
- Vorsicht ist geboten, wenn Smartphones jemand Drittem zur Nutzung überlassen werden. Erfahrene Hacker können innerhalb weniger Sekunden Spyware installieren und somit alle E-Mails, Nachrichten und sogar Anrufe nachverfolgen.
* Alex Manea ist Security Director bei BlackBerry und Gründungsmitglied der Gruppe, die BlackBerry zu einem Synonym für mobile Sicherheit gemacht hat. Manea ist seit mehr als zehn Jahren für die mobile Sicherheit zuständig.
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