Interconnect@Equinix

Herausforderungen der Digitalisierung meistern

In die Klassikstadt nach Frankfurt lud der RZ-Anbieter Equinix am 30. November 2016 zur ersten Interconnect@Equinix ein. Im Fokus lag neben der Herausforderung „Digitale Transformation“ vor allem die effiziente Vernetzung von Unternehmen, um den Übergang in das Interconnection-Zeitalter zu meistern.

  • Rechenzentrumsbetreiber Equinix lud zur ersten Interconnect@Equinix Ende November in die Klassikstadt nach Frankfurt ein.

    Rechenzentrumsbetreiber Equinix lud zur ersten Interconnect@Equinix Ende November in die Klassikstadt nach Frankfurt ein.

  • 217 Teilnehmer folgten der Einladung zur Interconnect@Equinix, um über die Herausforderungen der Digitalisierung zu diskutieren.

    217 Teilnehmer folgten der Einladung zur Interconnect@Equinix, um über die Herausforderungen der Digitalisierung zu diskutieren.

Während der Veranstaltung drehte sich alles um die Kernthemen Interconnection und Digitalisierung – spannende Vorträge von Experten und Analysten, praxisorientierte Breakout-Sessions verschiedener Lösungsanbieter und ausreichend Zeit für spezielle Fragestellungen wurden den 217 Teilnehmern geboten. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie sich die Digitalisierung auf Unternehmen in den nächsten Jahren auswirken wird und wie nachhaltige IT-Strategien aussehen können.

Auch die Cloud in ihren verschiedenen Nutzungsformen, die eine wesentliche Rolle bei der effizienten und sicheren Vernetzung von Unternehmen spielt, wurde eingehend beleuchtet. Alles vor dem Hintergrund, digitale Trends und Innovationen im Zeitalter der Interconnection zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zu nutzen. 

„Wir haben uns ganz bewusst für ein sehr breites Themenspektrum entschieden, um die verschiedenen Perspektiven und Herausforderungen der Digitalisierung deutlich zu machen“, berichtet Christian Zipp, Director Sales & Sales Engineering, von den Überlegungen im Vorfeld der Veranstaltung. „Zudem wollten wir die Gelegenheit nutzen, um Enterprise-Kunden unsere große Partnerlandschaft vorzustellen“, so Zipp weiter.

IT-Infrastruktur 2020

Gleich zu Beginn veranschaulichte Dr. Carlo Velten, Senior Analyst and CEO bei Crisp Research AG, am Beispiel einer Oral B-Zahnbürste, die sich mit dem Smartphone verbinden lässt um Informationen über die Putzqualität und -häufigkeit anzuzeigen, wie die Digitalisierung im Alltag zur Realität wird und Unternehmen aus einem Wegwerfprodukt ein vermeintlich innovatives, datenbasiertes Geschäftsmodell entwickeln. Ein Ende der Kommerzialisierung des Internets in Richtung „Internt of Things“ ist noch lange nicht in Sicht, so kündigte beispielsweise die Robert Bosch Hausgeräte GmbH an, ab 2020 sämtliche Produkte zu vernetzten. Die dabei entstehenden Daten besitzen branchenübergreifend Relevanz.

Einer aktuellen Studie von Crisp Research zufolge schätzen rund 50 Prozent der Befragten den Umsatzbeitrag digitaler Produkte und Services im Jahr 2020 auf mehr als zehn Prozent. Dies erhöht den Erwartungsdruck der Führungsetagen. Um die Digitalisierung nicht zu einem Verlustgeschäft zu machen, ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Innovationspartner IT notwendig.

Zuletzt kommt Velten auf den „RZ-Eigenbetrieb im Abseits“ zu sprechen. Lediglich ein Viertel der Befragten plane den Ausbau eigener Rechenzentrumen. Gleichzeitig werde über neue Daten- und Cloud-Konzepte nachgedacht. Managed Cloud Services seine vor allem deshalb auf dem Vormarsch, weil die Cloud-Integration viel Geld und Zeit im Anspruch nimmt. Hinzu kommen fehlendes Know-how sowie personelle Ressourcen in Unternehmen. Managed Services böten die Möglichkeit diese „Skill-Gap“ zu überbrücken.

Zusammenarbeiten Generation Y

Einen ganz anderen Einblick in die derzeitige Situation in Betrieben verschaffte der Unternehmensberater Philipp Riederle in seinem Vortrag „Digital Natives und die Zukunft“. Auf humorvolle Weise gab er einen kurzen Rückblick über seine bisherigen Tätigkeiten im IT-Umfeld: beginnend mit dem Videopodcast „Mein iPhone und ich“, in dem er bereits mit dreizehn Jahren – heute ist er 22 – anschaulich erklärte, wie sich ein iPhone aus den USA „cracken“ lässt. Über die Kontaktaufnahme eines Bonner Telekommunikationsunternehmens, dass sich über die Reichweite seiner Posts wunderte und um „Nachhilfe“ bat. Bis hin zu einem Kühlschrankumbau in der Student-WG, um über den aktuellen Bier-Vorrat informiert zu sein.

Einen Seitenhieb auf jene Hersteller von Kühlschränken, die diese mit einer Überwachungskamera ausstatten, damit von überall einsehbar ist, welche Lebensmittel vorhanden sind bzw. fehlen, lässt er dabei nicht aus. Dabei hinterfragt er die Sinnhaftigkeit dieser „Innovation“. Wirklich innovativ wäre es schließlich, wenn die RFID-Codes auf den jeweiligen Produkte vom Kühlschrank erfasst würden, dieser eine Einkaufsliste an den präferierten Supermarkt weiterleite und der gesamte Einkauf per Lieferservice nach Hause gebracht würde.

Auch die Multi-, Cross- und Omni-Channel-Aktivitäten verschiedener Einzelhändler schaut er genauer an: Wäre es nicht viel einfacher, wenn Kunden online Kleidung in den Warenkorb legen und diese zum Wunschtermin direkt in der Umkleidekabine im Ladengeschäft parat hängen?

Zugleich versucht er populäre Vorurteile wie „Generation Y habe keine realen Freunde mehr, wenn sich diese dauerhaft in einer digitalen Welt herumtreibe“
auszuräumen. Schließlich belegen Studien, dass die „Digitale Natives“ keinesfalls unsozialer als die Generationen vor ihnen sind, stattdessen Freundschaften dank der technischen Möglichkeiten viel länger aufrechterhalten.

Riederle schließt mit dem Verweis darauf, dass die analoge Welt nicht zurückkehren wird, mittelständische Unternehmen deshalb alte Strukturen und Barrieren aufbrechen sollten und keine Angst vor der fortschreitenden Digitalisierung sowie disruptiven Geschäftsmodellen haben dürfen.

Erfolgreich mit Partnern

Auch konkrete Anwendungsszenarien kamen im Laufe der Veranstaltung nicht zu kurz. So präsentierten unter anderem die Equinix-Partner ProfitBricks und Axians Networks & Solutions GmbH (ehemals Fritz & Macziol), wie die Anforderungen der Atraveo GmbH gemeinsam umgesetzt wurden. Für den deutschen Vermittler von Ferienhäusern und -wohnungen war neben der permanenten Verfügbarkeit des stetig wachsenden Objekt- und Datenbestands sowie der Erfüllung hiesiger gesetzlicher Anforderungen zur Datensicherheit auch die verbrauchsabhängige Abrechnung von Data-Center-Ressourcen von Bedeutung. Unterstützt wird das Unternehmen, das eine eigenentwickelte Web-Plattform und dazugehörige Buchungssysteme betreibt, nun mit einer Managed-Cloud-Lösung für das Data Center sowie Skalierbarkeit für Server und Anwendungen.

Digitalisierung auf der Überholspur

Equinix betreibt weltweit 145 Rechenzentren in über 40 Märkten. Dass jede RZ-Standortwahl mit einer strategischen Überlegung verbunden ist, zeigt ein Blick auf alte Seefahrtkarten, die Klaas Mertens, Global Solution Architect bei Equinix, präsentierte. Auffällig ist, dass sich eine Vielzahl der Equinix Data Centre – die Datenumschlagplätze – in der Nähe von ehemaligen Seehäfen befinden. Damit wird die Bedeutung von Interconnection – sprich der globalen Verbindung von Daten mithilfe eines großen Partnernetzwerkes – einmal mehr hervorgebracht.

Die Interconnect@Equinix schließt mit der Gelegenheit zum weiteren Networking während eines Flying Buffets und Drinks.

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