Unnötige Kosten vermeiden

Etats für IT-Sicherheit effizient ausgeben

Die Ausgaben für IT-Sicherheit steigen. Die entscheidende Frage ist: Mit welchen Maßnahmen ist das Geld am besten angelegt?

Laut dem „Center for Strategic and International Studies (CSIS)“ ist in keinem anderen Land der durch Cyberkriminalität verursachte wirtschaftliche Schaden – gemessen an der Wirtschaftsleistung – größer als in Deutschland.

Starke Unternehmen und hohe Wirtschaftsleistung – die deutsche Wirtschaft ist immer noch die Boom-Lokomotive in Europa. Das zieht auch Cyberkriminelle an. Laut dem „Center for Strategic and International Studies (CSIS)“ ist in keinem anderen Land der durch Cyberkriminalität verursachte wirtschaftliche Schaden – gemessen an der Wirtschaftsleistung – größer als in Deutschland.

Auch in diesem Jahr sollen die Bedrohungen durch Cyberkriminalität und Wirtschaftsspionage wieder zunehmen. Laut dem aktuellen Report „IT Sicherheit 2015“ vom eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. rechnet eine deutliche Mehrheit (59 Prozent) der Sicherheitsexperten mit weiterhin steigenden bis stark steigenden Ausgaben für Datenschutz und IT-Sicherheit.

Oliver Dehning, Leiter der eco – Kompetenzgruppe Sicherheit, führt diese rasante Entwicklung in erster Linie auf das gesteigerte Sicherheitsbewusstsein der deutschen Firmen zurück. „Deutsche Firmen sind besonders begehrte Angriffsziele von Cyberterroristen und Wirtschaftsspionen“, betont Dehning. „Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) schätzt den Schaden, der deutschen Firmen jährlich allein durch Wirtschaftsspionage entsteht, auf 100 Milliarden Euro.“

Ausgaben für IT-Sicherheit steuern

Aus dieser Sicht ist natürlich jeder in IT-Sicherheit angelegte Euro eine gute Investition. Trotzdem sind die Etats in den Unternehmen begrenzt und so taucht sofort die Frage auf: Wofür sollten wir das Geld ausgeben? Zwar gilt immer noch die alte Grundregel „Du bekommst, was du bezahlst“, aber es gibt einige Möglichkeiten, wie ein Unternehmen seine Ausgaben für die IT-Sicherheit in eine möglichst sinnvolle Richtung steuern kann.

  1. Zahlreiche Sicherheitsbrüche geschehen aufgrund von Unachtsamkeit oder Unwissenheit der Mitarbeiter. Deshalb sind regelmäßige und immer wieder auf die häufigsten Probleme eingehende Mitarbeiterschulungen auf lange Sicht gut angelegtes Geld. Dabei sollte nicht nur der Desktoprechner im Vordergrund stehen, sondern auch auf die speziellen Risiken von mobilen Geräten eingegangen werden.
  2. Eine sehr kosteneffiziente Lösung: Konsistente und überzeugende IT-Sicherheitsrichtlinien. Diese sollten unter anderem festlegen, wer wirklich Zugang zu welchen Informationen benötigt und welche Funktionen auf den Endgeräten stillgelegt werden sollten. So ist es empfehlenswert, USB-Schnittstellen zu deaktivieren und die Änderung der Sicherheitseinstellungen zu blockieren. Auch hier gilt es, die Mobilgeräte nicht zu vergessen.
  3. Benötigen die Besitzer eines Hauses in 300 Meter Höhe einen Hochwasserschutz? Nein. Doch viele Unternehmen bezahlen teure Maßnahmen für Risiken, die sie gar nicht betreffen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, zunächst einmal einen Sicherheitsberater zu beauftragen, der die Schutzniveaus in allen Unternehmensbereichen bewertet. Eine solche Risikoanalyse macht auf alle echten Schwachstellen aufmerksam und verhindert die teure „Überversorgung“ mit Sicherheitsmaßnahmen.
  4. Lösungskompetenz und professionelle Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs: Angreifer werden immer kreativer und ihre Malware zunehmend komplexer, was zu weitaus höheren Anforderungen beim Schutz von Computern und Hardware führt. Eine gute Absicherung der IT bedarf einiger Komponenten, die über ein einfaches Antivirenprogramm hinausgehen. Doch jedes Unternehmen benötigt aber nicht den gleichen Schutz. Von daher ist es wichtig, im Vorfeld bei der Auswahl eines Security Software die Hauptanforderungen zu definieren. Angefangen vom Benutzerverhalten über verschiedene technische Lösungen, vom Malwareschutz über Verschlüsselung bis hin zur sicheren Authentifizierung müssen die Dinge ineinandergreifen. So schützen Firmen nicht nur die Systeme, sondern zudem die Ressourcen seiner Mitarbeiter und Systeme.

Trotz solcher Möglichkeiten, die Kosten im Griff zu halten: Ganz ohne Ausgaben kommen Unternehmen bei der IT-Sicherheit nicht aus. Das ist allerdings keine kostspielige Vorleistung, denn die Kosten eines Angriffs sind in den meisten Fällen weitaus höher als die Aufwendungen für IT-Sicherheit.

Vor allem kleine Unternehmen haben hier noch Nachholbedarf und werden dadurch zu einem attraktiven und leichten Ziel für Cyberkriminelle. Nach aktuellen Zahlen von Price Waterhouse Coopers mussten 80 Prozent der Kleinunternehmen, die Opfer eines Hacker-Angriffs wurden, Insolvenz anmelden oder hatten in den darauffolgenden zwei Jahren ernsthafte finanzielle Verluste zu verzeichnen.

CSIS-Studie zu Schäden durch Cyberkriminalität
Eco-Studie zur IT- Sicherheit

Bildquelle: Thinkstock/ Wavebreak Media

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