TPM - Trusted Platform Module

Mehr Sicherheit und Kontrolle mit Windows 10

Windows 10 wird stärker an die Hardware gebunden, sodass nur noch korrekt lizenzierte Anwendungen auf einem Computer ausgeführt werden können.

Mit Windows 10 versucht Microsoft ein System zu etablieren, das zumindest auf neueren Rechnern verhindert, dass aktuelle Malware ausgeführt wird.

Malware ist ein typisches Risiko beim Einsatz eines Desktop-PCs, aber auch bei bestimmten Smartphones und Tablets. Im Moment gibt es nur ein wirklich sinnvolles Hilfsmittel dagegen: Der Einsatz eines Scanprogramms, das übertragene Daten auf Malware überprüft.

UEFI - der neue Gerätestandard für PC

Mit Windows 10 versucht Microsoft ein System zu etablieren, das zumindest auf neueren Rechnern verhindert, dass ein Teil der aktuellen Malware ausgeführt wird. Dieses System hat zwei Elemente, die in neuen Desktop-PCs eingebaut werden sollen: Den BIOS-Nachfolger „Unified Extensible Firmware Interface (UEFI)“ und ein „Trusted Platform Module (TPM)“.

Das herkömmliche „Basic Input Output System (BIOS)“ stammt noch aus den Zeiten des Windows-Vorgängers MS-DOS und ist eine der Schlüsselfunktionen: Es initialisiert die Geräte und liefert grundlegende Basisfunktionen zum Lesen und Schreiben von Datenträgern, damit im Anschluss ein Betriebssystem starten kann.
Dieses Basissystem ist im Grunde veraltet, sodass neuere 64-Bit-Rechner (fast) nur noch UEFI unterstützen. Am Rande bemerkt: Alle neueren Windows-Versionen lassen sich auch auf älteren Rechnern mit BIOS installieren, dies soll auch bei Windows 10 so bleiben.

Eine wichtige Option bei UEFI ist der sogenannte „Secure Boot“. Damit wird verhindert, dass unsignierter und damit eventuell gefährlicher Code gestartet wird. Dadurch können sich Computerviren nicht mehr so leicht in Systemmodule des Betriebssystems einnisten und Schaden anrichten.

Die Signatur wird ausschließlich von Microsoft vergeben. Unsignierte Systeme können auf einem entsprechend ausgerüsteten Rechner nicht installiert werden. Dies betrifft auch alternative Betriebssysteme wie Linux, ist aber in der Praxis kein Problem, da zahlreiche gängige Linux-Distributionen auch bei UEFI Secure Boot lauffähig sind.

Verschlüsselung und mehr Kontrolle dank TPM

Unter Windows 10 wird auch ein TPM zur Pflichtausstattung eines Windows-tauglichen 64-Bit-Rechners gehören. Es erweitert den Computer oder das Mobilgerät um grundlegende Sicherheitsfunktionen, wird allerdings bei Windows-10-Geräten nicht mehr unbedingt abschaltbar sein.

Der Chip enthält einen eindeutigen kryptografischen Schlüssel und kann damit den Rechner identifizieren. Dadurch ist es zum Beispiel möglich, die Lizenzierung von Anwendungen an diesen Rechner zu binden und den Start der Anwendung nur bei Vorliegen einer Lizenz zu erlauben.

Durch den an die Hardware gebundenen privaten Schlüssel kann außerdem die Festplatte verschlüsselt werden. Zudem kann der Chip genutzt werden, Veränderungen am System zu erkennen, zum Beispiel durch Schadprogramme. Durch diese Maßnahmen erreicht Microsoft eine deutlich höhere Absicherung von Windows 10 gegenüber den Vorgängerversionen.

Allerdings steigt damit auch die die Abgeschlossenheit des Systems und die Möglichkeit der Kontrolle durch den Betriebssystemhersteller. Per TPM lassen sich Nutzungseinschränkungen und Maßnahmen gegen nicht korrekt lizenzierte Software wirksam durchsetzen. Beides ist bisher schon auf geschlossenen Systemen wie Spielekonsolen oder Mobilgeräten üblich und wird wohl auch in die PC-Welt einziehen.


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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