Enterprise Mobility

Keine Strategie heißt geringer Reifegrad

Ohne Strategie kann selbst ein ausgefeiltes Enterprise Mobility Management nicht sein volles Potential entfalten. Viele Unternehmen haben hier noch eine Aufholjagd vor sich.

"Mobile first, Cloud first" – dieser Ansatz ist inzwischen nicht nur das Mantra zahlreicher IT-Unternehmen. Auch in den Non-IT-Branchen ist die Nachricht angekommen: Wer sich in Zukunft im Markt behaupten will, muss sich über Enterprise Mobility Gedanken machen. Doch das Mantra ist nicht ohne Grund in Englisch, denn der US-Binnenmarkt ist bei Enterprise Mobility wie bei Cloud Computing deutlich weiter als die deutschen Unternehmen.

Doch Deutschland holt rasch auf, denn laut der regelmäßig aktualisierten IDC-Studie "Enterprise Mobility in Deutschland" haben viele Unternehmen die Experimentierphase schon hinter sich gelassen. Die Studie erklärt dies mit dem beachtlichen Anteil mobil arbeitender Mitarbeiter. Etwa jeder zweite Angestellte verbringt wenigstens einen Teil seiner Arbeitszeit fernab seines Büros. Verstärkt wird dieser Trend durch moderne Arbeitsplatzkonzepte mit der Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten.

Doch nur gut die Hälfte der befragten Unternehmen besaß 2013 eine wirksame mobile Strategie. Sie laufen Gefahr, die Vorteile von Enterprise Mobility durch Insellösungen und mangelnde Skalierbarkeit zu verspielen. Dank einer strategischen Herangehensweise werden moderne Mobility-Lösungen besser ausgenutzt.

Die IT-Verantwortlichen bleiben dabei nicht bei einer punktuellen Erweiterung der Desktop-Anwendungen mit mobilen Apps stehen. Immer mehr Unternehmen entwickeln einen Mobile-First-Ansatz. Ziel dieser Strategie ist es, den Mitarbeitern eine einheitliche Benutzererfahrung über alle (mobilen und stationären) Geräte hinweg zu ermöglichen.

„Mobile First“ dank Enterprise Mobility Management

Voraussetzung dafür ist eine Lösung für "Enterprise Mobility Management", mit der sich alle Aspekte einer Mobile-First-Strategie umsetzen lassen. Das Beratungsunternehmen IDC hat für die Bewertung der Unternehmen ein Reifemodell entwickelt, das ein breites Spektrum an Mobility-Ansätzen einordnen kann. Es kennt die fünf Entwicklungsstufen "Ad-Hoc", "Opportunistic", "Repeatable", "Managed" und "Optimized".

Die ersten beiden Stufen zeichnen sich durch das Fehlen von strategischen Überlegungen aus. Es wird probeweise mit Smartphones oder Tablets experimentiert und lediglich im zweiten Reifegrad gibt es Versuche mit "Mobile Device Management". Erst in der Stufe "Repeatable" erscheinen mobile Prozesse und ein Lifecycle-Management für Apps.

In der vierten Stufe ("Managed") besitzen Unternehmen eine ausgereifte Strategie für Enterprise Mobility, die neben Enterprise Mobility Management auch umfassende strategische Überlegungen zu mobilen Prozessen und Geschäftsmodellen umfasst. Die höchste Stufe ("Optimized") bringt dann noch die Einbindung von Geschäftspartnern, Lieferanten und Kunden in die mobilen Prozesse.

Erst in den letzten beiden Stufen lässt sich tatsächlich von "Mobile First" reden. Nach Einschätzung von IDC befindet sich die Überzahl der Unternehmen lediglich in der Repeatable-Phase. Hier wird Enterprise Mobility als Möglichkeit zur Verbesserung von Geschäftsprozessen und Unternehmenszielen gesehen. Doch eine echte Mobile-first-Strategie ist nur bei wenigen Firmen in Sicht – der Informations- und Beratungsbedarf rund um das Thema Enterprise Mobility ist noch sehr hoch.

 

Links:
IDC-Studie "Enterprise Mobility in Deutschland 2013"
IDC-Studie "Enterprise Mobility in Deutschland 2014/2015"

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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