Connected Car

Das Auto wird bald zum rollenden Office

Auch Autos gehören in die „Mobile first, Cloud first“-Welt, findet Microsoft. Auf der CES in Las Vegas war zu erfahren, wie das vor sich gehen soll.

Ein kurzer Blick in die Zukunft: Sie sitzen im Auto, öffnen per Sprachbefehl Skype und sprechen sich kurz mit Ihren Kollegen ab. Zwischendrin lesen Sie wichtige E-Mails, tragen ein paar Termine ein und fahren währenddessen bequem zu Ihrem Arbeitgeber.

Geht nicht? Oder nur, wenn Ihnen Ihr Boss einen Chauffeur bewilligt? In wenigen Jahren könnte ein solches Szenario Wirklichkeit werden. Es setzt natürlich zwei Dinge voraus: Selbstfahrende Autos und die Möglichkeit, darin Office 365 zu benutzen.

Die Fundamente für beide Voraussetzungen sind bereits gelegt. Einigermaßen zuverlässige Roboterautos gibt es schon, wenn auch noch nicht als Serienmodell. Praktisch alle Autohersteller sowie einige andere Unternehmen arbeiten daran. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis selbstfahrende Autos auf den Markt kommen.

Das Connected Car ist bereits da

Auch das Connected Car ist in Grundzügen schon verwirklicht. Ein Beispiel: Harman Automotive Systems stellt für eine Vielzahl an Herstellern Infotainment-Lösungen her, die mit dem Internet verbunden sind. Auf der CES in Las Vegas haben Harman und Microsoft bekannt gegeben, Office 365 in heutige Auto zu bringen.

Hier geht es darum, Office 365 in das Harman Infotainment-System zu integrieren. Die Fahrer nutzen Office-Funktionen über intelligente persönliche Assistenten, etwa um sich E-Mails vorlesen zu lassen, per Spracheingabe Termine anzulegen oder auf E-Mails zu antworten. Skype-Anrufe und -Konferenzen sind in geparkten oder selbstfahrenden Fahrzeugen möglich.

Viele Hersteller arbeiten an der Integration von Anwendungen, die bisher dem Desktop-PC oder dem Smartphone vorbehalten waren. Ein weiteres Beispiel: Das deutsche Engineering-Unternehmen IAV ist eine 50-prozentige Tochter von VW. IAV will Windows 10 Continuum nutzen, um Windows 10-Anwendungen über Smartphones direkt in das Dashboard von Autos einzuspielen.

Damit können Autofahrer auf viele bekannte Apps zugreifen, unter anderem auf die persönliche Windows-Assistentin Cortana, auf Skype for Business, Groove Music sowie auf Produktivitätsanwendungen wie Kalender oder Outlook. Ein Anwender kann also auch im Connected Car seine gewohnten Geräte einsetzen.

Interaktion zwischen Fahrern und Autos

Auf diese Weise wird das Auto zu einem alternativen Endgerät, das auch mit Cloud-Anwendungen zusammenarbeitet. So betreibt Nissan sein Connect Telematics Systems (CTS) mit Microsoft Azure. Der Hersteller rüstet in Europa alle Modelle des Elektroautos Nissan Leaf sowie der Infiniti-Reihe damit aus.
Dank der Cloud-Anwendung kann ein Nutzer der Autos eine Reihe von Funktionen im Auto ausführen, selbst wenn er nicht darinsitzt. Dazu gehört zum Beispiel die Steuerung und Überwachung des Ladevorgangs beim Leaf mithilfe eines Smartphones.

Ein anderes Konzept für das Connected Car zeigte Volvo auf der CES in Las Vegas: Die Integration des Fitness-Armbands Microsoft Band 2 mit Windows 10-Smartphones und der Universal-App „Volvo on Call”. Dabei sollen neue Wege für die Interaktion zwischen Fahrern und Autos entstehen. So ist es unter anderem möglich, via Spracheingabe über das Microsoft Band die Heizung der Autos ferngesteuert zu starten.

Diese Kooperation von Microsoft mit Unternehmen aus der Automotive-Branche zeigt eines deutlich, wie Microsoft-Geschäftsführer Alastair Bruce betonte: „Das Auto wird nicht länger nur Mittel zum Zweck sein, um uns von A nach B zu bringen, sondern integraler Bestandteil unseres digitalen Lebens.“


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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