Unternehmen im Umbruch

Enterprise Mobility: Ein bewegliches Ziel

Der Mobilmarkt ist stürmisch, Entscheidungen für oder gegen bestimmte Plattformen können schnell überholt sein. Da ist eine möglichst umfassende und flexible Managementlösung gefragt.

Mal ist er hier, mal wieder dort – der Trend bei mobilen Lösungen. Der Bereich Enterprise Mobility ist ein bewegliches Ziel, bei dem Entscheidungen in kurzer Folge gefällt werden müssen. So sammelt sich bei den frühen Nutzern von Mobilgeräten ein ansehnlicher Zoo aus Software und Hardware an.

Wer muss das alles verwalten? In größeren Konzernen die IT-Organisation. Aber im Mittelstand? Der setzt nach einer aktuellen Studie von Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag von Cosynus eher auf Vertrauen und die Mitwirkung der Mitarbeiter. Deshalb gibt es hier bei Enterprise Mobility Management (EMM) enormen Nachholbedarf: Über 80 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen hat noch keine EMM-Lösung im Einsatz.

EMM: Von der Nischendisziplin zum Standard

Nach Ansicht von PAC hat sich Enterprise Mobility Management von einer Nischendisziplin immer mehr zum integralen Bestandteil des IT-Managements entwickelt. Dabei bevorzugen die IT-Verantwortlichen laut der Studie ganzheitliche Lösungen mit einem klaren Schwerpunkt: Rechte-/Zugriffsmanagement, Gerätemanagement und Datensicherheit.

Großunternehmen betreiben passende Lösungen gleich selbst, aber im Mittelstand gibt es oft nicht ausreichend Knowhow für den Eigenbetrieb. Häufig fehlt es auch an dem Willen, die nicht geringen Kosten für den Aufbau von Infrastruktur, Lizenzen und Knowhow zu tragen.

Hier ist eine möglichst breite Lösung am besten. EMM als Begriff bezeichnet meist die Verknüpfung von Mobile Device Management (MDM) und Mobile Application Management (MAM). Das reicht heutzutage nicht mehr aus. Enterprise Mobility ist nicht länger ein netter Zusatz, sondern wird zur Norm in den Unternehmen.

Sogar die Beratungspäpste von Gartner haben den Begriff MDM zu den Akten gelegt und sprechen jetzt ausschließlich von EMM. Allerdings sieht Gartner dort bislang nur die üblichen Verdächtigen, nämlich die Anbieter von klassischen MDM-Suiten. Doch für Unternehmen ist nicht nur die verwendete Technologie wichtig, sondern auch die Strategie und Vision der Anbieter.

Die Experton Group weist in ihrer Studie "Mobile Enterprise Benchmark 2014" darauf hin, dass der Markt relativ dynamisch ist und ein Anbieter durch falsche Strategieentscheidungen sehr schnell den Anschluss verlieren kann. Auch hier zeigt sich wieder, dass Enterprise Mobility ein bewegliches Ziel ist.

Eine Option ist die Integration von EMM in die ohnehin in vielen Unternehmen üblichen Systemmanagement-Suiten. Die Experton Group erkennt hier bei Microsoft als derzeit einzigem Anbieter den Trend, die Lösung für andere Betriebssysteme zu öffnen.

Bessere Integration in die Windows-Welt

Geräte unter iOS und Android rücken gleichberechtigt in den Fokus des Systemmanagements von Microsoft. Das ist eine Folge der neuen "Mobile First, Cloud First"-Strategie. Das Unternehmen schuf gleich Fakten und veröffentlichte die "Enterprise Mobility Suite", die verschiedene Tools rund um Active Directory und Intune kombiniert.

Das Besondere daran: Es ist EMM aus der Cloud, das von Microsoft kontinuierlich ausgebaut wird und zum Beispiel seit kurzem auch Android-Geräte sowie die verschlüsselte Knox-Plattform von Samsung verwalten kann. Neben der besseren Integration anderer Geräte in die Windows-Welt ist auch die kostengünstige Lizenzierung ein Vorteil.

Die Kosten werden pro Anwender abgerechnet. Damit zielt Microsoft recht eindeutig (auch) auf kleinere und mittlere Unternehmen. Das war bereits bei Office 365 recht erfolgreich, das mit dem zusätzlichen Exchange/Sharepoint den Unternehmen eine enorme Kosteneffizienz bietet.

Mit seiner Mobility Suite hat Microsoft einiges vor. Brad Anderson, Corporate Vice President Enterprise & Client Mobility bei Microsoft, kündigt in seinem TechNet-Blog einen kontinuierlichen Ausbau an. Er sieht sich hier in Konkurrenz zu klassischen MDM-Spezialisten, die aus seiner Sicht Nischenanbieter sind.

Laut Anderson gehe es darum, nicht für jede Geräteklasse (Mobile, Desktop, Server) und für jede Aufgabe (Domänen, Identitäten, Rechte) eine einzelne Lösung einzusetzen. Er propagiert ein dynamisches, ausbaufähiges System aus der Cloud. Das nennt er "Managed Everything"-Ansatz. Damit geht Microsoft den Weg zum Universalanbieter für Enterprise Mobility.

 

Links:
Die PAC-Studie für Cosynus
Das Technet-Blog von Brad Anderson

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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