Digitale Bildung 2.0

Individuelles Lernen mit digitalen Medien

Digitalkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation für den Mittelstand und eine Voraussetzung für das digitale Wirtschaftswunder. Weitere Stimmen zur digitalen Bildung aus dem Presseblog von Microsoft.

Die digitale Transformation der Wirtschaft geht weiter, ein Ende ist im Moment nicht abzusehen. Dies bedeutet aber auch: Digitale Bildung ist so gefragt wie nie zuvor. Doch trotzdem gibt es noch viele Hindernisse, die vor allem in der relativen Neuheit des Themas liegen.

Es gibt zwar bereits sehr viele Lehrer und Schulen, die mit digitalen Technologien arbeiten, aber sie sind recht weit verstreut und haben teils ganz unterschiedliche Ansätze. Aus diesem Grund nennt der Bildungsberater Jöran Muuß-Merholz in seinem Blog zehn gute Beispiele aus der Schulpraxis, die individuelles Lernen mit digitalen Medien ermöglichen.

Zahlreiche weitere Erfahrungen aus dem Bereich der digitalen Bildung gibt es im zweiten Teil der Artikelserie im Presseblog von Microsoft Deutschland. Auch diese fünf Artikel beschäftigen sich aus der Sicht der Praktiker mit den Problemen und Entwicklungen beim digitalen Lernen.

Digitale Technologien erweitern traditionelle Lernprozesse

Medientechnologien allein führen noch nicht zu einer Verbesserung der Lernkultur, warnt Prof. Dr. Stefan Aufenanger vom Institut für Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik an der Universität Mainz. Es gibt eine Vielzahl von Voraussetzungen. Zunächst müssen Lehrer und Schüler mit der Technik vertraut sein. Dies betrifft nicht nur die reine Bedienung, sondern im Fall der Lehrer vor allen Dingen die Einschätzung des pädagogischen Potentials und der didaktischen Möglichkeiten.

„Nur so können digitale Medien wirklich auch eine Bereicherung für den Unterricht darstellen“, meint Aufenanger. Sobald erste Lehrkräfte an einer Schule ausreichende Erfahrungen gesammelt haben, können sie auch andere Kolleginnen und Kollegen davon überzeugen, dass digitale Medien zu einer Verbesserung des Lernens beitragen.

„Digitale Technologien verändern Schule positiv“

Tablets und Smartphones sind fester Bestandteil der Freizeit und Lebenswelt der Schüler. Das macht sie herkömmlichen Bildungstechnologien wie etwa Sprachlabor oder Computerräumen deutlich überlegen, meint Micha Busch, Lehrer an der Stadtteilschule Am Heidberg in Hamburg. „Die zentrale Frage ist nicht, ob die digitale Transformation in Schule ankommt, sondern wie.“

Er sieht zahlreiche Vorteile, vor allem in Richtung eines der zentralen, schülerzentrierten Unterrichts. Er deckt aber auch Risiken: „Wir müssen aufpassen, dass die Dominanz des Lehrers nicht durch eine Dominanz der Maschinen ersetzt wird. Klar muss sein: Nicht alles was technisch möglich ist, ist gesellschaftlich erstrebenswert.“

Gamification: „Seien Sie mutig, probieren Sie es aus“

Gamification oder Gamifizierung ist ein Stichwort, das auch im Schulsystem immer wieder genannt wird. Dabei werden spieltypische Elemente, also Highscores, Fortschrittsbalken, Ranglisten, Badges und verschiedene Spieldesigns für den Lernprozess verwendet. André Spang, Lehrer an der Kaiserin-Augusta-Schule in Köln, hat damit in verschiedenen Altersgruppen deutliche Erfolg gehabt.

„Die Motivation und Lernkurve der Lernenden bei Gamification ist sehr hoch“, betont der Musik- und Religionslehrer. Doch für ihn ist das Thema nicht auf Technologie oder gar bestimmte Software-Tools beschränkt. „Es lässt sich in vielfältiger Art und Weise methodisch, auch ganz ohne digitale Technik umsetzen und dann im Sinne eines Blended Learning durch Technologie erweitern.“

„Kollaboratives Lernen ist das ‚must have‘ der Stunde“

Digitale Bildung bedeutet allerdings nicht, nur gelegentlich und auch nur in den höheren Jahrgangsstufen ein Computerraum zu benutzen. „Tablets oder Notebooks müssen zum tagtäglichen und selbstverständlichen Arbeitsmittel für Schüler werden, so wie es heute Schulbuch, Heft und Schreibutensilien sind“, sagt Florian Kesseler, Geschäftsführer der Privatschule Villa Wewersbusch in Velbert-Langenberg.

Seine Schule ist als Apple Authorised Training Center of Education zertifiziert. Aufgrund seiner Erfahrung mit digitaler Bildung betont er die Vorteile vor allem von selbstständigem und kollaborativem Lernen im Team. Er betont aber auch die Herausforderungen für die Lehrer: „Sie müssen ihren Unterricht völlig neu organisieren, Lerninhalte anpassen und ihre klassischen Lehrmethoden überdenken.“

10 Milliarden für die digitale Bildung

Die Digitalisierung muss in alle Schulfächer integriert werden, meint Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständischer Wirtschaft. „Ich wünsche mir ein Schul- und Ausbildungssystem, das den Anforderungen der digitalen Arbeitswelt gerecht wird.“ Zum Nulltarif wird dies allerdings nicht möglich sein.
Ohoven fordert einen digitalen Bildungspakt, der den Schulen eine finanzielle Unterstützung gibt für den Aufbau von digitalen Klassenzimmern. Er regt dafür an, einen Prozentpunkt aus dem Mehrwertsteueraufkommen in digitale Bildung zu investieren. Das entspricht ungefähr zehn Milliarden Euro im pro Jahr. „Viel Geld, aber ein digitaler Analphabetismus käme uns weitaus teurer zu stehen.“, sagt Ohoven. „Denn der einzige Rohstoff, über den Deutschland verfügt, ist Bildung.“


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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