New Work

IT ist Vorreiter bei neuen Arbeitsplatzkonzepten

Flexibel, wenig ortsgebunden und mit Mobilgeräten als Werkzeug – eine neue Arbeitsorganisation breitet sich in Unternehmen aus, wenn auch vorläufig nur langsam.

Fast die Hälfte der Manager in den deutschsprachigen Ländern sind sich einig: Die traditionellen, eher starren Arbeitsplatzkonzepte sterben aus. Nicht viele Angestellte werden ihnen nachweinen. Sie gaben ihnen in der Vergangenheit zwar eine große Sicherheit, erweisen sich heute aber immer mehr als enges Korsett.

Die Unternehmen sollten innovativ sein und eine Antwort auf die digitale Transformation der Wirtschaft finden, doch die übliche Arbeitsorganisation wird zum Hindernis für die Entwicklung von Innovationen. Eine aktuelle Studie von Crisp Research hat sich die Realität der Arbeitskultur in den Unternehmen angeschaut und interessante Erkenntnisse gesammelt.

Eine sehr erhellende Beobachtung: Unternehmen mit einer offenen Organisations- und Führungsstruktur sind erfolgreicher als ihre hierarchisch denkenden Konkurrenten. Ihr Trick: Sie bauen neue Ideen der Mitarbeiter aktiv in die Strategie ein, verfolgen eine Weiterbildungsstrategie, integrieren pluralistisches Denken, verteilen Verantwortung und vernetzen Mitarbeiter.

Leider ist diese Art der Arbeitsorganisation vor allem im deutschen Mittelstand nicht weit verbreitet, obwohl sie viele Vorteile davon haben könnten. „Viele Hidden Champions des deutschen Mittelstands bemerken bereits heute Probleme bei der Rekrutierung von Nachwuchs“, sagt Dr. Carlo Velten, Principal Analyst bei Crisp Research.

„Die Mittelständler sollten sich die Frage stellen, wie sie mit einem modernen, mobilen und cloud-orientierten Arbeitskonzept Uniabsolventen und andere neue Mitarbeiter anziehen können“, sagt Velten. „Doch die Unternehmen scheuen oft den Wandel, wenn es um das ganze Unternehmen geht - eine neue Unternehmenskultur hat keinen kurzfristigen Wertbeitrag.“

IT- und Personalabteilungen preschen vor

Eines wird in der Studie deutlich: Die Vorteile von höherer Eigenverantwortung und einer flacheren Hierarchie werden erst auf längere Sicht wirksam. Deshalb werden in der Regel Vertrieb und Service an erster Stelle transformiert – hier gibt es schnelle Ergebnisse durch mobile Tools. New Work ist deshalb vor allem und zuerst ein IT-Thema.

Die IT- und Personalabteilungen sind die „Macher“ neuer Arbeitsplatz- und Mobilitätskonzepte. Über die Hälfte der befragten Entscheider geben für die Studie an, dass IT- (62 Prozent) und Personalabteilung (52 Prozent) als zentrale Umsetzer im Unternehmen gefragt sind. IT-Lösungsanbieter sind die gefragtesten Ideen- und Impulsgeber bei der Konzeption neuer Arbeitsplatz- und Mobilitätskonzepte (42 Prozent).

Tragende Säule der Arbeitsorganisation ist eine moderne IT-Ausstattung. Denn diese kann in recht kurzer Frist und mit einem hohen Wertbeitrag realisiert werden. Den Unternehmen ist allerdings bewusst, dass die Modernisierung ihrer Arbeitsplatzumgebung mit einem hohen Investitionsbedarf verbunden ist. Kernpunkte der Investitionstätigkeit sind vor allem ein ganzheitliches Enterprise Mobility Management und mobile IT-Security.

Die Vorreiter bei dieser Strategie sehen erste messbare Erfolge bei der Umsetzung. „Diese Technologie bringt den Unternehmen eine graduelle und sukzessive Veränderung in der Arbeitsorganisation“, sagt Analyst Carlo Velten. Etwa 10 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sie sich stärker zu dezentralen Organisationen wandeln. Dabei sinkt auch die Bedeutung traditioneller Hierarchien.

Heute haben noch vier von fünf Unternehmen (78 Prozent) hierarchische oder stark hierarchische Führungsstrukturen. Aus den New-Work-Initiativen bei den befragten Unternehmen lässt sich ableiten, dass bald nur noch etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen traditionelle Hierarchien haben wird. Zukünftig werden wohl flache Führungsstrukturen eine tragende Rolle in der Wirtschaft spielen.

www.crisp-research.com/the-adaptive-workplace-arbeiten-im-21-jahrhundert-wie-sich-die-arbeitsumgebung-den-menschen-anpasst

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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