SIM-Karten

LTE-Mobilfunk für Windows-10-Geräte

Eine SIM-Karte von Microsoft kann die Surface-Modelle aufwerten, indem sie einen unkomplizierten Internetzugang via Mobilfunk erlauben.

Sim-Karte

Microsoft plant embeddedSIM (eSIM) für Windows-10-Smartphones.

Überall mit dem Tablet oder dem Notebook arbeiten zu können, ist praktisch. Außendienstler, Mitarbeiter unterwegs zu einem Termin, Nutzer eines Homeoffice - sie alle können von modernen Mobilgeräten profitieren.

Doch es gibt ein kleines Problem, denn nicht überall ist WiFi vorhanden. Außerdem ist ein offenes WLAN für den Aufbau von Verbindungen zu einem Unternehmensnetzwerk nicht gerade empfehlenswert. Die bessere Lösung ist Mobilfunk, der allerdings den Einbau einer SIM-Karte in das Gerät erfordert.
Bei vielen Tablets ist ein SIM-Einschub vorgesehen, doch bei Notebooks ist diese Technologie nicht sehr verbreitet. Sie muss über Umwege verwirklicht werden, etwa durch den Einsatz eines Smartphones als WLAN-Router. Das wiederum kann zu einem Sicherheitsproblem werden, wenn bei der Konfiguration nachlässig gearbeitet wird.

Wenn es nach Microsoft geht, werden seine Windows-10-Geräte aus der Surface-Reihe in Zukunft mit einer SIM ausgerüstet sein, der sogenannten Microsoft-SIM. Wenn die internationale IT-Gerüchteküche recht hat, wird diese Karte vom Mobilfunk-Wiederverkäufer Transatel hergestellt und soll auch LTE unterstützen.

Bisher ist noch recht wenig über die Microsoft SIM bekannt. Es ist jedoch schon deutlich geworden, dass es im Unterschied zu herkömmlichen Mobilfunkanbietern keine langfristigen Zeitverträge geben wird, sondern Kontingente abgerechnet werden.

Doch wie auch immer die genauen Details aussehen werden: Das Angebot einer eigenen SIM-Karte durch Microsoft ist eine logische Weiterentwicklung der Dienste des Anbieters. Das gleiche gilt übrigens auch für Microsoft WiFi, einem WLAN-Netzwerk, das zurzeit aufgebaut wird.

Mobilfunkanbieter verlieren ihre Bedeutung

Damit integriert Microsoft in seine Windows-10-Geräte eine Möglichkeit, ohne zusätzlichen Vertragsabschluss und ohne Sicherheitsprobleme von unterwegs auf das Internet zugreifen zu können. Das dürfte ein sehr gutes Werbeargument für das neue Windows und die entsprechenden Mobilgeräte sein.

Die herkömmlichen Mobilfunkanbieter haben dabei allerdings das Nachsehen. Waren sie bisher ein wichtiges Gateway auf dem Weg des Anwenders in das Internet, so verlieren sie diese Rolle nun an den Hersteller des Betriebssystems. Auch die Konkurrenz schläft nicht und so entwickelt zum Beispiel Apple ebenfalls eine eigene SIM-Karte.

Ganz generell geht die Entwicklung weg von den herkömmlichen SIM-Karten. Sie sind ein Relikt aus der Frühzeit des Mobilfunks. Sie dienen der Identifikation im Mobilfunknetz und besitzen eine Möglichkeit, Rufnummern zu speichern, um sie auch in einem neuen Gerät nutzen zu können.

Die meisten Leute empfinden die herkömmlichen SIM-Karten eher als ärgerlich. So gibt es zum Beispiel unterschiedliche SIM-Größen, die gelegentlich beim Umstieg auf ein neues Modell zu Problemen führen: Der Kunde muss sich erst einmal mühsam eine neue Karte besorgen. Außerdem ist eine einfache Trennung von beruflichen und privaten Anwendungen nur mit speziellen Smartphones mit Dual-SIM-Option möglich.

Diese ganzen Widrigkeiten umgeht die embeddedSIM (eSIM). Sie ist keine auswechselbare Chipkarte, sondern fester Bestandteil eines Mobilgeräts. Der Wechsel von einem Netzbetreiber zum anderen wird dann via App erledigt. Es können bereits jetzt Wetten abgeschlossen werden, wann die ersten Windows-10-Geräte mit eSIM auf den Markt kommen.

Auch diese neuere Entwicklung stärkt die Hersteller der Geräte, die den Mobilfunkanbieter als Gatekeeper ersetzen. Im Falle von Microsoft könnte sowohl durch eine herkömmliche SIM als auch durch eine eSIM die Attraktivität der Surface-Modelle noch weiter gesteigert werden.


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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