Kurzinterview

Neue Lösungen gesucht

Drei Fragen an Adelhard Türling, Geschäftsführer der Axon GmbH

Adelhard Türling, Axon GmbH

Adelhard Türling, Axon GmbH

ITM: Herr Türling, Wo stehen hiesige KMU aktuell in puncto Digitalisierung?
Adelhard Türling:
Lange Zeit galt: „Erst einmal in der Lauerhaltung ausharren und schauen, was die anderen machen.“ Dieses Konzept hilft enorm dabei, keine Fehlentscheidungen zu treffen. Das Dilemma hierbei kann man allerdings an zwei Punkten sehr gut sichtbar machen:

Erstens – die Digitalisierung wird von technischer Innovation getrieben. Hierbei liegt es in der Natur der Sache, dass Dinge, die das erste Mal gemacht werden, nicht auf Grundlage von Best-Practise-Ansätzen und Erfahrungen umgesetzt werden können.

Zweitens – geht es bei der Digitalisierung ja gerade darum, welche Implikationen technische Innovationen auf dem jeweiligen Markt haben. Um diese Disruption zu erkennen, reicht es nicht, Digitalisierung „auch zu machen“, man muss sie sich zu eigen machen. Sie muss Bestandteil des unternehmerischen Denkens, Handelns und des eigenen Geschäftsmodells werden.

Die gute Nachricht ist, dass der Digitalisierungsstau längst angegangen wurde. Wenn wir zupacken, dann gehen wir eine Sache auch richtig an. Mittlerweile gibt es gerade in den Breitenthemen wie BUSINESS MANAGEMENT oder NEW WORK etablierte und anerkannte, erfolgreiche Konzepte, die wir täglich beraten und umsetzen. Vielfach haben bisherige Digitalisierungsprojekte dabei geholfen, die Konzepte besser zu durchdringen und das Unternehmen technologisch auf die Zukunft vorzubereiten.

Heute liegen die Daten bereits vielfach in der Cloud vor und können miteinander vernetzt werden. Die eigentliche Herausforderung, diese Daten in wirtschaftlichen Erfolg zu konvertieren, ist der entscheidende Schritt. Der Schritt, vor dem viele Unternehmen aktuell stehen.

ITM: Was erwarten Sie von der TWENTY2X?
Türling:
Ich freue mich auf das Format der TWENTY2X. Es stehen die relevanten Themen auf der Agenda. Mit klarem Fokus auf die Zielgruppe „Mittelstand“ und mit Herstellern und Experten, die sich hierauf einstellen, kommt man schneller und direkter in Gespräche – und zur Sache. Meine Erwartung: mittelstandstaugliche Lösungen und Konzepte. Ich persönlich bin neugierig auf die neuesten Trends und Entwicklungen im Bereich Modern Work, Customer Engagement und Marketing Automation. Im Fokus muss aber die Praxisrelevanz stehen.

ITM: Welche thematischen Schwerpunkte der Messe halten Sie für besonders wichtig?
Türling:
Veränderungen gehen immer mit Chancen und Risiken einher. Als Manager muss man beiden Bereichen Aufmerksamkeit schenken und beherzte Antworten finden. Für mich sind die Big Bets der Zukunft die Künstliche Intelligenz und Security. Beide Themen kommen quasi wie ein D-Zug mit der Digitalen Transformation auf uns zu.

Security ist eine existenzielle Konsequenz der Digitalisierung in einer globalisierten Welt, in der jedes Device, jede Maschine und jedes Produkt über das Internet verbunden ist. Die Herausforderung hier ist eine managebare Compliance und Security Architektur zu etablieren, die mit der fortschreitenden Vernetzung skaliert.

Die Künstliche Intelligenz wird in den kommenden Jahren alle Bereiche durchdringen und maßgeblicher Taktgeber der Digitalisierung sein. Schon heute hält Künstliche Intelligenz in Service-, Marketing- und Vertriebsprozesse Einzug. Intelligente Assistenten in Office 365 und in CRM-Systemen sind nicht mehr wegzudenken. Sie sorgen für mehr Produktivität oder verbessern die Customer Experience in Service und Vermarktung. Aber KI kann noch viel mehr. Sie ist der Schlüssel zum Gold, das in all den Daten steckt, die wir akribisch sammeln. Hier schlummert das größte Potenzial der Digitalisierung – und wir beginnen gerade erst damit, es zu heben.

Bildquelle: Axon GmbH

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