Dr. Hans-Joachim Popp, Vorsitzender des Präsidiums VOICE - Bundesverband der IT - Anwender e.V.
ITM: Wo stehen hiesige KMU aktuell in puncto Digitalisierung?
Hans-Joachim Popp: Nach einer Studie der KfW Research aus dem April dieses Jahres steigt der Anteil erfolgreicher Digitalisierungsprojekte in kleineren und mittleren Unternehmen schrittweise an. Das gilt quer durch alle Branchen und Größenklassen. 30 Prozent der Mittelständler haben demzufolge in den Einsatz neuer oder verbesserter digitaler Technologien investiert. Allerdings geben Mittelständler gemessen an ihren sonstigen Investitionen noch relativ wenig Geld für Digitalisierung aus. Laut KfW im Jahr 2017 durchschnittlich 17.000 Euro. Obwohl große Mittelständler sehr deutlich über diesem Durchschnitt liegen, haben wir bei VOICE den Eindruck, dass bei vielen Mittelständlern die Dringlichkeit für die digitale Transformation noch nicht ganz angekommen ist. Viele Unternehmen benötigen nach wie vor Orientierung über das was für ihr Geschäft sinnvoll und notwendig ist. Hier sind die Mittelstandsvereinigungen und IT-Anwenderverbände, aber auch die Anbieter von IT-Infrastruktur, Services und digitalen Lösungen gefragt. Diese müssen Ihre Lösungen in eine Form bringen, die eine einfache und pragmatische Migration und Modernisierung ermöglicht, um mit den Anforderungen einer immer digitaleren Wirtschaft zurecht zu kommen.
ITM: Was erwarten Sie von der TWENTY2X?
Popp: Genau das. Ich erwarte auf der einen Seite, dass IT- und Digitalisierungsanbieter die Mittelständler dort abholen, wo sie heute stehen. Auf der anderen Seite setze ich darauf, dass die exzellenten Informationsangebote in den Diskussionsforen und Vorträgen, die ja ein wichtiger Bestandteil der TWENTY2X sein werden, von den mittelständischen Unternehmen auch wahrgenommen werden. Sie benötigen mehr Informationen über das Warum, das Was und das Wie. Auf der TWENTY2X bekommen sie diese Infos und ich bin mir sicher, dass sie dieses Angebot auch wahrnehmen werden.
ITM: Welche thematischen Schwerpunkte der Messe halten Sie für besonders wichtig?
Popp: Ich denke, dass die TWENTY2X es richtig macht, wenn sie sich für den Mittelstand thematisch breit aufstellt und sowohl das klassische IT-Segment als auch NEW TECH und NEW WORK anspricht. So kann sie die verschiedenen Besuchergruppen bei deren aktuellen Pain-Points abholen sie dabei gleichzeitig über die technischen, organisatorischen und kulturellen Herausforderungen der Digitalisierung informieren und mit wertvollen Hinweisen und Tipps für gute strategische Vorgehensweisen versorgen.
Bildquelle: VOICE