Das Power10-Einstiegsmodell S1014 in der Rack-Variante
Dieses neue Power-Paket soll, ausgestattet mit einem DCM statt wie bisher einem Single-Chipmodul, vor allem Anwendungsumgebungen adressieren, die Oracle-Datenbanken mit dem Lizenzierungsmodell „Standard Edition 2“ (SE2) nutzen, also nicht pro Core sondern pro Socket ihre Lizenzgebühren bezahlen – und auf diese Weise ganz erheblich Software-Kosten sparen könnten. Eines ist auch klar: In die Software-Klasse P05 wird diese künftige S1014-Variante mit Sicherheit nicht mehr fallen – falls sie IBM i überhaupt unterstützt...
Laut Hardware-Announcement ZG22-0185 vom 13. December 2022 veröffentlichte IBM in einem „Statement of direction“ die Absicht, einen 24-Core-Prozessor für das Power-System S1014 zu entwickelt. Bis wann damit zu rechnen ist und was dieses Modell kosten wird, ist noch offen. Klar ist nur, dass damit Anwendern von Oracle-Software eine Lizenzkosten sparende Hardware-Plattform mit hoher Performance angeboten werden soll.
Das Modell S1014 ist ein 4U-Server mit nur einem Sockel für einPower10-Prozessormodul, der für Workloads unter AIX, IBM i oder Linux entwickelt wurde und aktuell mit wahlweise vier oder acht Power10-Cores kommt. Er soll eine robusten Performance mit den Zuverlässigkeits- und Verfügbarkeitsmerkmalen der Power-Plattform kombinieren und gleichzeitig die Lizenzierungsrichtlinien für Oracle Database SE2 erfüllen.
Weil es vermutlich auf Punkt und Komma bei diesem Statement of Direction ankommt, zitieren wir es hier auch im englischen Wortlaut: "IBM intends to announce a high-density 24-core processor for the IBM Power S1014 system (MTM 9105-41B) to address application environments utilizing an Oracle Database with the Standard Edition 2 (SE2) licensing model. It intends to combine a robust compute throughput with the superior reliability and availability features of the IBM Power platform while complying with Oracle Database SE2 licensing guidelines.“
Wenn sich Oracle-Kunden für diesen Single-Socket-Server entscheiden, würde der Sprung auf 24 Cores eine erhebliche Kapazitätssteigerung bringen ohne dass sie mehr für die Datenbank bezahlen müssten. Allerdings gibt es in den Lizenzbedingungen eine „Processor Core Factor Table“, in der – Stand August 2022 – der Core/Proztessor-Lizenzierungsfaktor bei Power10 mit 1,0 angegeben wird, Es scheint nicht unwahrscheinlich, dass Oracle – selbst Server-Hersteller – schnell wie gewohnt mit einer Anpassung der Lizenzbestimmungen auf diese Attacke reagieren wird.
Bildquelle: IBM