Ohne Gründe zu nennen, hat IBM seine OEM-Version des BI- und Analyse-Tools Webfocus von Information Builders ausgemustert, das seit dem Frühjahr 2021 zu Tibco Software gehört. Noch im Herbst 2022 war mit IBM i 7.5 TR1 und 7.4 TR7 die neueste Version von Db2 Webquery erweitert worden, zum Beispiel um neue Funktionen im grafischen Designer. Außerdem konnten seitdem mit Hilfe von maschinellem Lernen automatisiert Analysen erstellt werden – und es kamen neue Funktionen im Datenmigrations-Tool zu, die helfen, Daten in ein Data Warehouse in der Cloud zu verschieben.
Das ist ein beispielloser Vorgang, denn es gibt auch kein Nachfolgeprodukt, sondern den geschockten IT-Leitern wird empfohlen, sich nach alternativen Lösungen umzusehen. Als solche explizit genannt werden das hauseigene Cognos Analytics und Open-Source-Produkte wie zum Beispiel Open Data Hub (ODH), Apache Spark, Apache Superset oder RocketCE for Power. Außerdem gibt es Tools wie MIT/400 von Samac, NGS-IQ von New Generation Software oder DBU und SQL/Pro von Prodata.
Unternehmen, die Db2 Web Query implementiert und damit im Laufe der Jahre vielleicht maßgeschneiderte Reporting- oder Analyse-Lösungen und in Anwendungen integrierte Abfragen aufgebaut haben, stecken jetzt aber urplötzlich und unerwartet in einer frustrierenden Sackgasse, auch wenn die Software selbst weiterhin funktionieren wird. Die Software wird nicht länger weiterentwickelt – und wenn es mal Probleme gibt, wird es im Laufe der Zeit immer schwieriger werden, Abhilfe zu schaffen.
Das Produkt Db2 Web Query for i kam im Jahr 2007 als Nachfolger des Abfrage-Tools Query/400 auf den Markt, das im Jahr 1988 schon in die allererste AS/400 eingebaut war. Von IBM war über die Abkündigung hinaus bisher nichts zu zu erfahren; auch Tibco hält sich bedeckt. Es riecht schwer nach einem Knatsch zwischen den beiden Geschäftspartnern.
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