Lancel-Taschen mit einem Look, der ebenso feminin wie pariserisch ist
Showroom des französischen Taschenherstellers Lancel
Das 1876 gegründete Familienunternehmen war 1997 in den Schweizer Konzern Richemont integriert worden, der Lancel dann 2018 an die italienische Piquadro-Gruppe verkauft hat. Nach dieser jüngsten Übernahme stand der Ende 2019 angetretene neue CIO Michael Joncour vor der großen Herausforderung, die IT von Lancel aus der Infrastruktur von Richemont herauszulösen. Das veranlasste ihn dazu, das heterogene und seit 2011 kaum veränderte Betriebsmodell zu überdenken.
„Ich kam Ende 2019 zu Lancel mit der Mission, innerhalb von 24 Monaten die drei ERP-Systeme – Infor M3, Cegid Retail Y2 und SAP – aus der Infrastruktur und den Netzwerken der Richemont-Gruppe zu migrieren“, erinnert sich Joncour. „Das ist eine organische, präzise und gefährliche Mission – vor allem inmitten in der Covid-19-Pandemie, die sich stark auf das Projekt auswirkt.“
Wegen der Dringlichkeit des Vorhabens wollte Joncour dann aber doch lieber aus einem der vorhandenen Systeme Kapital schlagen. Die eingehende Untersuchung von M3 ergab, dass diese 2011 installierte Software die Anforderungen erfüllte. Deshalb entstand der Plan, dieses robuste, auf die Modebranche ausgerichtete System zu aktualisieren.
Dabei lag es auf der Hand, dass sich Lancel für die mandantenfähige Cloud-SaaS-Option entschied, um Infor M3 mit dem Support des Infor-Partners CGI so schnell wie möglich auf den M3-Nachfolger Cloud Suite Fashion in der AWS-Cloud zu migrieren und zu aktualisieren, ohne die laufenden Prozesse zu unterbrechen. Hinzugefügt wurde lediglich das BI-Tool Birst für Analysen. Außerdem wurde, anders als anfangs gedacht, das Kassen- und Filialsystem Cegid Retail Y2 doch beibehalten, erhielt aber eine Schnittstelle zur Infor-Lösung.
Heute liegt das Projekt in dem Zeitplan, wie er vor Beginn der Pandemie vorgesehen war. „Das Projekt hat im März 2021 begonnen. Unser Ziel ist es, die gesamte Infrastruktur und die Daten von Lancel bis zum 31. Dezember 2021 zu migrieren“, sagt Olivier Scheidegger, Director of Consulting Services beim Systemhaus CGI, das gemeinsam mit den Lancel- und Infor-Teams an dem Projekt arbeitet. „Die Wahl der Cloud ist in diesem Zusammenhang besonders klug, da sie eine Agilität und Geschwindigkeit der Bereitstellung bietet, die von traditionellen Installationen nicht erreicht wird.“
Der französische Infor-Manager Philippe Maillet sieht das Projekt als Bestätigung, sowohl für den vertikalen Branchenansatz seines Unternehmens als auch für die Investitionen in die AWS-Cloud. Man stelle nun gemeinsam mit CGI die „Fähigkeit unter Beweis, eine heterogene Legacy-Umgebung schnell in eine homogene Infrastruktur für Digitales zu verwandeln, die sowohl Anwendungssysteme als auch Daten zentralisiert. In weniger als einem Jahr wird Lancel trotz der Pandemie von einer dedizierten, zentralisierten und sicheren Geschäftslösung zu profitieren.“ Dank der offenen Architektur der Cloud-Suite werde man sie dann auch noch mit anderen Anwendungen koppeln können, insbesondere wie bereits geplant mit einem PLM-System.
Bildquelle: Lancel