Green Cargo modernisiert die Kernsysteme Host und SAP

Agile IT-Strategie

Der schwedische Bahnlogistikanbieter Green Cargo hat den Vertrag mit Rimini Street über Support und Wartung seiner ERP-Plattform SAP ECC 6.0 erneuert und erweitert. Green Cargo wechselte bereits 2017 auf die Fremdwartung; jetzt will man sich besser auf die Transformationsinitiativen konzentrieren – einschließlich der Einführung einer agilen, codearmen Anwendungsstrategie.

  • Ingo Paas, seit September 2019 Chief Information Officer (CIO) bei Green Cargo

    Ingo Paas, seit September 2019 Chief Information Officer (CIO) bei Green Cargo

  • Die staatliche Bahngesellschaft Green Cargo spielt eine strategische Rolle auf dem schwedischen Transportmarkt.

Green Cargo, heute 1.800 Mitarbeiter und etwa 4,1 Mrd. Kronen (390 Mio. Euro) Jahresumsatz stark, ging am 1. Januar 2001 infolge der EU-Bahnliberalisierung aus Statens Järnvägar, der schwedischen Staatsbahn, hervor. Die staatliche Organisation transportiert jedes Jahr 22 Mio. Tonnen Fracht, bedient über ihr Netzwerk fast 300 Standorte in Schweden, Norwegen und Dänemark und stellt Verbindungen zu fast 2.000 Zielen in Kontinentaleuropa her.

Green Cargo hat eine strategische Rolle auf dem schwedischen Transportmarkt, ist aber seit vielen Jahren in der Verlustzone. Um die Entwicklung umzukehren, führt das Unternehmen ein Transformationsprogramm durch, das im Spätherbst 2018 eingeleitet wurde. Es soll die Erträge bis 2022 um ca. 250 bis 300 Mio. SEK (23 bis 28 Mio. Euro) verbessern. Es ist ein Schritt auf dem Weg, aber es reicht nicht aus. Green Cargo hat einen großen Bedarf an Investitionen in neue Lokomotiven und Waggons, aber auch in die Digitalisierung und die Schieneninfrastruktur.

Nach dem Finanzcrash 2008 musste Green Cargo die Kosten massiv senken – und hat deshalb u.a. den gesamten IT-Betrieb ausgelagert. Im Jahr 2019 trat ein neues Führungsteam an mit dem Ziel, das Unternehmen wieder rentabel zu machen und Schwedens Ziele der ökologischen Nachhaltigkeit zu unterstützen. Seit September 2019 gehört mit Ingo Paas auch ein neuer Chief Information Officer (CIO) dazu; er erhielt die Aufgabe, eine IT-Strategie zu entwickeln, die eine Grundlage für die Modernisierung der Organisation schaffen und gleichzeitig die großen IT-Risiken mindern sollte.

IT-Modernisierung ohne unnötige Risiken

Ende 2019 war klar, dass Outsourcing erhebliche Auswirkungen auf die IT-Investitionen hatte und nicht mehr tragbar war, da alle IT-Systeme, die rationalisiert werden konnten, bereits so weit wie möglich zurückgefahren worden waren. Geblieben waren zwei Kernsysteme, der IBM-Host und die SAP-Umgebung, die beide im Laufe der Zeit aufgrund von Anpassungen unter verschiedenen Iterationen der IT-Strategie sehr komplex geworden waren.

Die erste strategische Entscheidung war die Antwort auf die Frage, ob man von seiner SAP-Kernumgebung weggehen und in ein mehrjähriges IT-Programm investieren sollte, um das bestehende System zu ersetzen oder um einen neuen Ansatz zu finden, um den strategischen Anforderungen des Unternehmens besser gerecht zu werden.

Ende 2019 beschloss Green Cargo, bei seinen beiden Kern-Umgebungen in der IT zu bleiben. Die SAP-Systeme sollten weiterhin durch Fremdwartung unterstützt werden, um die Gewissheit zu haben, dass die Kerngeschäftsanwendungen stabil bleiben, während der evolutionärere Innovationsansatz verfolgt wird. Die IT will die Kerninfrastruktur weiterentwickeln – und zwar auf einem evolutionären Weg zur Minimierung von Unterbrechungen. Mittel zum Zweck ist ein Low-Code-Ansatz für Design, Test und Entwicklung neuer Anwendungen, die sich in die Kerninfrastruktur integrieren und in einer hybriden, Multi-Cloud-Umgebung arbeiten sollen.

Strategisches Ziel ist nun, dass Green Cargo bis 2030 die interne Digitalisierung von Prozessen vorantreibt, den Bahnbetrieb weiter automatisiert und bei der Integration umweltfreundlicher Systeme führend sein will. Letztlich geht es darum, neue Wege zur Beschleunigung der Technologie-, Daten- und Innovationsführerschaft zu finden, um den umweltfreundlichen Wettbewerbsvorteil zu erhalten und eine moderne, offene und skalierbare Plattformarchitektur für das Unternehmen aufzubauen.

Umsetzung eines agilen, codearmen IT-Modells

Rimini Street ist inzwischen einer von fünf vertrauenswürdigen strategischen Partnern von Green Cargo bei der Umsetzung seines agilen, codearmen IT-Modells. CIO Ingo Paas war der Ansicht, dass man sich auf Rimini Street verlassen kann, wenn es darum geht, die kritische SAP-Plattform für viele Jahre zu sichern, zu stabilisieren und zu verbessern. Darüber hinaus kann Green Cargo, wie alle Kunden von Rimini Street, sein aktuelles SAP-System für mindestens 15 Jahre ab dem Zeitpunkt des Wechsels zum Unternehmen weiter betreiben.

Rimini Street hat Green Cargo dabei geholfen, den deutlichen Backlog sowohl bei der Entwicklung von Business-Applikationen und Compliance-Aktivitäten abzubauen, der sich zu Zeiten geringer IT-Investitionen aufgebaut hatte. So konnte das SAP-System stabilisiert werden, das aus den Modulen FI/CO, HR, Gehaltsabrechnung, SCM, Business Warehouse, CRM und Prozessorchestrierung besteht.

Herausforderung Datenduplizierung

Eine große Herausforderung resultierte aus der Datenduplizierung zwischen den verschiedenen Systemen aufgrund stark fragmentierter Geschäftsprozesse. „Unser Ziel ist es, eine IT-Roadmap zu erstellen, die sich an den Geschäftsanforderungen orientiert und dabei Investitionen und Risiken der Migration auf andere Plattformen vermeidet – inklusive des Risikos der Unterbrechung unseres Geschäfts und des Ausfalls der IT-Systeme, die unser Zugnetz unterstützen“, wird CIO Ingo Paas in einer Presseinformation zitiert. Langfristig plant er, dasService-Angebot seines IT-Teams durch eine stärkere Integration mit den Geschäftsprozessen der Kunden zu ändern. So will er die Transparenz erhöhen und besser zeigen können, wie die Bahnservices Teil der Kernproduktionsprozesse seiner Kunden werden.

Für die Zukunft erwartet Paas eine vollständige Automatisierung der Beziehungen zu den Kunden durch innovative Bahnprodukte, die in deren Lieferketten integriert sind. Die Organisation wird weiterhin mit Rimini Street zusammenarbeiten, um Wege zur Verbesserung ihrer SAP-Plattform zu finden. Gemeinsam haben die Unternehmen bereits 24 spezifische Initiativen zur Verbesserung des SAP-Systems identifiziert; dazu gehört z.B. die Modernisierung der Benutzeroberfläche, so dass auf die SAP-Anwendungen auch von mobilen Geräten zugegriffen werden kann.

„Die strategische Überprüfung, die Green Cargo vorgenommen hat, spiegelt die IT-Herausforderungen wider, denen viele unserer europäischen Kunden heute gegenüberstehen“, sagt Mark Armstrong, General Manager für Europa, den Nahen Osten und Afrika bei Rimini Street. Die Unterstützung durch Dritte könne eine strategische Rolle für Unternehmen spielen, die ihren Ansatz bei der Anwendungsentwicklung und -bereitstellung verändern, so Armstrong weiter. „Durch die Entlastung bei der Verwaltung seiner SAP-Kernanwendungen kann sich Green Cargo auf die Entwicklung seiner agilen Low-Code-Strategie konzentrieren.“

Rimini Street bietet laut Armstrong weit mehr als die 50-prozentigen Einsparungen bei den jährlichen Support-Honoraren, denn man könne eine strategische Rolle in den langfristigen IT-Strategien der Kunden spielen, „durch die sie bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten für den Support einsparen können. Und was noch wichtiger ist: Wir geben unseren Kunden die Gewissheit, dass sie sich darauf konzentrieren können, wie die IT einen Mehrwert für das Unternehmen schaffen kann.“

Bildquelle: Green Cargo

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