So werden Webshops gemanagt und Uploads beschleunigt

Albtraum Webservices?

Nicht erst seit dem Corona-Lockdown spielen Webservices für viele Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. Im operativen Geschäft gehört die Aktualisierung von Artikel-Daten zu den wesentlichen Aufgaben jedes Unternehmens, das einen Webshop betreibt und dort auf stets aktuelle Informationen angewiesen ist.

  • Steffen Brehme, Lobster GmbH

    Unser Autor Steffen Brehme ist Geschäftsführer der Lobster GmbH.

  • Ob 100 oder 100.000 Artikel: Auch auf der AS/400 gibt es Möglichkeiten, die Datenintegration zu automatisieren.

  • Moderne Datenintegration sollte intuitiv und von jedem Device aus funktionieren.

Mit einer AS/400 im Keller ist das allerdings gar nicht so einfach. Wer nach Lösungen sucht, sollte gute Kenntnisse über IBM i und eine der beiden Programmiersprachen RPG oder Cobol auf IBM i mitbringen. Die kann man natürlich aufbauen. Angeboten werden etwa zehnstündige Seminare – allerdings nur für Programmierer, die schon einiges an Erfahrung mitbringen.

Gemeinhin benötigt man weitreichende Kenntnisse über Soap- und Rest-Webservices, über XML und Json und am besten eine Step-by-Step-Anleitung für das Bereitstellen und Nutzen von Webservices in RPG bzw. Cobol von jemandem, der das schon ein paar hundert Mal gemacht hat. Dann kennt man zumindest die Standards.

Horrende Datenmengen reduzieren

Hinzu kommen einige Besonderheiten der AS/400-Welt. Wer große Webshops betreibt oder umfangreiche Datensätze für seinen Webshop benötigt, etwa, weil Bilddaten, Explosionszeichnungen oder detailreiche Dokumentationen mit bereitgestellt werden müssen, hat es beim Update mit einer horrenden Datenmenge zu tun. Wer hier schneller werden und nur die Änderungen hochladen will, braucht sicher mehr als nur ein Seminar für Fortgeschrittene.

Die Datenbanktabellen enthalten oft keine Spalten für Zeitstempel, weil sie beim damaligen Prozessdesign nicht berücksichtigt wurden. Die Konsequenz: Ein Versionsvergleich der Daten ist auf diesem Weg in einer Vielzahl von Fällen nicht möglich. Deswegen gehen die meisten Nutzer den Weg über das nächtliche Löschen aller Artikeldaten im Webshop und das komplette Neueinspielen.

Wer nur 500 oder 1.000 Artikel updaten muss, kann das meist problemlos auf diesem Weg bewerkstelligen. Wer es mit 100.000 Artikeln zu tun hat, blockiert den Webshop in der Nacht vielleicht über Stunden. Sollen die Daten zudem für Kunden in mehreren Zeitzonen bereitstehen, wird das Zeitfenster für Aktualisierungen schnell sehr eng.

Einfach nur die Änderungen aktualisieren?

Nützlich wäre also ein Tool, das die Daten aus der Produktdatenbank mit denen im Webshop auf Knopfdruck vergleichen kann, die 400 Änderungen des letzten Tages aus der 100.000 Artikel umfassenden Datenbank markiert und diese dann in Minuten in den Webshop schiebt.

Schön, dass es das inzwischen gibt. Die ein oder andere moderne Standardsoftware für Datenintegration, wie etwa Lobster_data, ist in der Lage, hier Abhilfe zu schaffen und den Prozess deutlich zu verschlanken. Sind die Daten beider Datenbanken einmal in einem Initiallauf erfasst, werden die Daten von der Datenintegrationssoftware festgehalten und bei jedem neuen Durchlauf aktualisiert.

Lobster_data bildet dabei eine Prüfsumme über alle Artikeldaten in Form eines Hash-Wertes. Beim Aktualisieren des Webshops werden die Daten auf beiden Seiten ausgelesen und miteinander verglichen. Nur die Daten, die sich unterscheiden, werden automatisch aus der Artikeldatenbank heruntergeladen, konvertiert und übertragen. So können veränderte, gelöschte oder hinzugefügte Produkte in kürzester Zeit und komfortabel über ein intuitives GUI übertragen werden.

Ist ein solches Profil einmal eingerichtet – dafür brauchen Ungeübte, die einen Tag Schulung hinter sich haben, bei einer Standardübertragung vielleicht eine Viertel- bis halbe Stunde – dann läuft alles zur gewünschten Zeit automatisiert ab und der Verantwortliche erhält lediglich die Nachricht, dass wieder mal alles nach Plan gelaufen ist. Sollte der Prozess nicht funktionieren, weil der Server gewartet wird, die Datenbank Probleme hat oder der Shop ein Update bekommt, gibt es automatisch einen Ping per SMS oder eine Mail mit der Bitte, doch mal nachzusehen. Ansonsten geht das alles dank Cloud-Lösung sogar problemlos auch vom Homeoffice aus.

Ein Stück grundsolider Technologie

Zugegeben: Die Geschwindigkeit der Übertragung hängt auch noch von einem anderen Bottleneck ab: Manche Shopsysteme verfügen nur über eine reine Webservice-Schnittstelle. Per HTTPS-Request müssen die Daten dann einzeln hochgeladen werden.

Wer über einen komfortableren Shop verfügt, kann den Datenimport vielleicht über eine CSV- oder XML-Datei organisieren. Dann werden die zu importierenden Daten von der Datenintegrationssoftware automatisch in eine passende Datei geschrieben und ins richtige Format gebracht. Danach sind – ebenfalls automatisiert – nur ein Request und eine Datenübertragung für den Upload notwendig, damit die neuen Daten sicher im Webshop landen. Das Schöne daran: Eine AS/400 ist eine grundsolide Technologie, auf die viele nicht verzichten wollen oder können. Völlig zu Recht. Deswegen ist es gut, wenn es für die schwierigen Ecken komfortable Workarounds gibt.

Bildquelle: Lobster GmbH

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