Digitalisierung groß geschrieben bei Dinges Logistics

Analog ist nur noch das Fahren

Die Spedition Dinges Logistics plant und verrechnet die Touren für mehr als 100 ziehende Einheiten mit dem Transportmanagementsystem Carlo von Soloplan, das die Disponenten mit vier Bildschirmen über alle Bewegungen informiert.

  • Speditionsleiter Rainer Wagner

    Speditionsleiter Rainer Wagner hat die auftragsbezogenen Telefonate mit den Fahrern auf ein Minimum reduziert.

  • Während der Tour geben die Fahrer per Knopfdruck die verschiedenen Sendungsstati ein, die ebenfalls zurückgemeldet und der Disposition angezeigt werden

  • Jeder der sieben Mitarbeiter in der Disposition der Firmenzentrale in Grünstadt arbeitet hinter vier großen Bildschirmen, die über alle neuen, verplanten, verladenen und ausgelieferten Aufträge informieren.

  • Firmengründer Ingo Dinges

    Firmengründer Ingo Dinges saß früher selbst hinter dem Lenkrad.

Die wahren Wünsche der Fahrer: Wer diese kennt, besitzt einen der wichtigsten Schlüssel für schnelles Wachstum in der Transportbranche. Ein gutes Beispiel ist der Dienstleister Dinges Logistics, der seinen Fuhrpark in den vergangenen zwei Jahren auf inzwischen mehr als 100 ziehende Einheiten verdreifachen konnte.

Zu den Erfolgsgeheimnissen zählt, dass Firmengründer Ingo Dinges früher noch selbst hinter dem Steuer saß und den Alltag des Berufskraftfahrers aus eigener Erfahrung kennt. Gleiches gilt für die leitenden Angestellten des Mittelständlers: So hat auch Speditionsleiter Rainer Wagner viele Jahre als Fahrer gearbeitet, bevor er die Seiten wechselte. Im Jahr 2000 gründete er die Firma Ingo Dinges Internationale Tanktransporte mit Sitz in Grünstadt, die sich seitdem rasant entwickelt hat und heute über einen Fuhrpark von über 100 ziehende Einheiten verfügt. Die Spedition hat sich auf den Transport von Chemikalien aller Art spezialisiert. Später kam die auf Tankreinigung spezialisierte IDT GmbH hinzu; im 1. Quartal 2018 ein Containerterminal.

Die rasante Entwicklung des auf die Chemiebranche und Tankcontainer spezialisierten Unternehmens war 2017 an einen Punkt gelangt, der für die Disposition und Abrechnung ein modernes Transportmanagementsystem (TMS) notwendig machte. Es folgte ein mehrstufiger Auswahlprozess mit zuletzt drei Anbietern, bei dem sich die Soloplan GmbH mit dem TMS Carlo durchsetzen konnte, auch dank zahlreicher Referenzen.

Abschied von Papier und Excel-Listen

Bis zur Einführung der Lösung im Mai 2017 bewältigten die Disponenten ihre tägliche Planung noch mit Papier und Excel-Listen. Diesen Zustand kann sich hier heute niemand mehr vorstellen. Jeder der sieben Mitarbeiter in der Disposition der Firmenzentrale in Grünstadt arbeitet hinter vier großen Bildschirmen, die über alle neuen, verplanten, verladenen und ausgelieferten Aufträge informieren. Disponiert wird hier nur noch per Drag & Drop über die einzelnen Monitore hinweg.

Während der erste Monitor sämtliche Nachrichten zwischen Fahrern und Disposition sowie das verfügbare Equipment anzeigt, sind auf dem zweiten Bildschirm alle Ladungen von gestern, heute und morgen aufgeführt. Bildschirm drei zeigt den grafischen Ressourceneinsatzplan mit Zeitstrahl und der vierte Monitor präsentiert die Details einzelner Aufträge. Die Zuordnung der Bildschirme zu den jeweiligen Inhalten kann natürlich beliebig verändert und erweitert werden.

Bewährtes Ampelsystem

Über eine Schnittstelle zu der bei Dinges eingesetzten Telematiklösung von Trimble können zum Beispiel die aktuellen Standorte aller Lkw dargestellt werden, die von Carlo automatisch mit den geplanten Lieferterminen verglichen werden. Zugleich erfolgt eine Hochrechnung, ob die Ziele noch zur vereinbarten Zeit erreicht werden können.

Bei drohenden Verspätungen generiert das TMS eine automatische Warnung. Außerdem werden die betreffenden Aufträge in der Übersichtsmaske rot markiert, während die grün und gelb hervorgehobenen Aufträge im Plan liegen. Somit erkennen die Disponenten auf einen Blick, auf welchen Fahrer sie ihre besondere Aufmerksamkeit richten müssen. „Das Ampelsystem von Soloplan hat sich bestens bewährt und sorgt für einen schnellen Überblick", erklärt Wagner.

Übertragungsfehler sind passé

Apropos Fahrer: Diese erhalten ihre Aufträge direkt aus Carlo an das im Fahrzeug montierte Telematik-Endgerät gesendet, so dass Übertragungsfehler der Vergangenheit angehören. Nach der Empfangsbestätigung durch den Fahrer startet automatisch die Truck-Navigation, wobei die aktuellen Positionsdaten permanent an das TMS gemeldet werden.

Während der Tour geben die Fahrer per Knopfdruck die verschiedenen Sendungsstati ein, die ebenfalls zurückgemeldet und der Disposition angezeigt werden. „Auf diese Weise haben wir die auftragsbezogenen Telefonate mit unseren Fahrern auf ein Minimum reduziert und haben mehr Zeit für angenehmere Themen“, so Wagner.

Großer Einspareffekt

Neben den sieben Disponenten arbeiten bei Dinges weitere fünf Kollegen in der Abrechnung sowie zwei Mitarbeiter der Personalabteilung mit Carlo. Letztere profitieren vor allem von der jetzt automatisierten Spesenabrechnung, die anhand der Positions- und Zeitdaten aus der Telematiklösung erstellt wird. Laut Wagner werden diese Informationen autormatisch „in akkurate Spesenabrechnungen für das In- und Ausland verwandelt, die auch vom Finanzamt akzeptiert werden.“

Noch größer sei der Einspareffekt bei der jetzt ebenfalls automatisierten Fakturierung: Die für das Abrechnen erforderlichen Sendungsgewichte sowie die Be- und Entladezeiten werden gemeinsam mit dem Ablieferbeleg aus der Telematiklösung übertragen und im TMS um die übrigen Auftragsdaten ergänzt. Auf dieser Basis kann der Rechnungslauf mit einem einzigen Knopfdruck gestartet werden, was nicht nur Zeit spart, sondern auch den Cashflow verbessert. „Früher mussten wir unsere Fahrer einzeln abtelefonieren, um zeitnah an die erforderlichen Informationen zu gelangen“, erinnert sich Wagner.

Noch viel Spielraum

Manueller Aufwand entsteht derzeit nur noch im Bereich der Sendungserfassung, wobei immerhin schon 60 Prozent der rund 150 täglichen Aufträge in elektronischer Form eintreffen. Einige Großkunden sind längst über die webbasierte Logistikplattform Axit mit Carlo verbunden. Vor diesem Hintergrund zieht Ingo Dinges eine sehr positive Bilanz der Softwareumstellung:

Nicht zurück, sondern die Zukunft blicken will Rainer Wagner; der Speditionsleiter konzentriert sich dabei auf weitere Prozessverbesserungen, denn man nutze „wahrscheinlich erst rund 70 Prozent der Möglichkeiten“ des TMS. Daran wolle man arbeiten – und weitere Schritte in Richtung durchgehender Digitalisierung unternehmen.

Bildquelle: KfdM - Kommunikation für den Mittelstand

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