SAS wächst weiter, aber nicht mehr so schnell

Analytics-Investitionen zahlen sich aus

Der auf den Bereich Analytics spezialisierte amerikanische Softwarehersteller SAS hat 2017 beim Umsatz weiter zugelegt – um 1,25 Prozent auf 3,24 Mrd. Dollar Prozent – wegen einer steigenden Nachfrage nach Lösungen rund um künstliche Intelligenz, Betrugs- und Risikomanagement sowie nach Cloud-Lösungen.

SAS-CEO Jim Goodnight

SAS-CEO Jim Goodnight: „Die Analytics-Landschaft verändert sich rasant!"

„Die Analytics-Landschaft verändert sich rasant. Unternehmen finden immer neue Möglichkeiten, wie sie Daten nutzen, daraus Erkenntnisse gewinnen und so ihre Wertschöpfung verbessern", erklärte CEO Jim Goodnight – und verweist auf Kunden wie die Deutsche Telekom, Honda, den Lebensmittelkonzern Cargill oder Ericsson. Weltweit haben demnach die produzierende Industrie, der Handel, der Finanzdienstleistungssektor und die öffentliche Verwaltung eine besondere Dynamik gezeigte. Ein auffälliger Trend im Jahr 2017 war laut Goodnight die Suche nach Kundenbindung in Echtzeit, um mit Analytics „Next-Best-Action“-Entscheidungen zu treffen.

Lösungen für die Cloud

Der SAS-Umsatz rund um Lösungen für die Cloud stieg 2017 um 15 Prozent. Auch die Investitionen des Softwarehauses im Bereich Risikomanagement zahlen sich aus: Die Neuverkäufe stiegen hier um 35 Prozent – ein Hinweis, dass das Risikobewusstsein im Stellenwert der Unternehmenskultur steigt. Die Unternehmen müssen den regulatorischen Anforderungen gerecht werden und wollen die Auswirkungen ihrer Investitionen im Vorfeld berechnen können.

Die leichte Steigerung bei beim SAS-Umsatz mit Lösungen für Kapitalrisikomanagement erklärt sich durch die fortgesetzten bankaufsichtsrechtlichen Stresstests und durch neue Anforderungen an die Finanzberichterstattung wie IFRS 9 und CECL. Zudem müssen immer mehr Kreditentscheidungen in Echtzeit getroffen werde, was die Umsätze bei den Kreditprüfungssystemen steigen ließ. Auch die Modernisierung der Programme gegen Geldwäsche trägt zu dieser Entwicklung bei.

Die Data-Governance- und Datenqualitätsfunktionen in SAS Data Integration haben mit geänderten Datenschutzbestimmungen wie der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) neue Relevanz gewonnen. Die Lösung verzeichnete ein Wachstum um elf Prozent. Hybride Datenlandschaften, die On-Premise- und Cloud-Daten kombinieren, machten im vergangenen Jahr ebenfalls leistungsfähigere Technologien für die Datenintegration erforderlich.

SAS hat sein KI-Portfolio mit neuen Lösungen für Machine- und Deep-Learning und die Verarbeitung natürlicher Sprache verstärkt, die schneller Erkenntnisse liefern sollen und von Mitarbeitern in den Fachabteilungen relativ einfach zu bedienen sein sollen. Dieser Ansatz, ML unkompliziert nutzbar und schnell profitabel zu machen, stieß bei den Kunden auf positive Resonanz. Entsprechend konnte der Bereich Machine Learning 2017 ein zweistelliges Wachstum verbuchen.

Die weltweiten Partneraktivitäten von SAS trugen erneut zu mehr als einem Drittel der Neuabschlüsse bei. Hier spielt auch die wachsende Nachfrage mittelständischer Kunden nach Cloud-Lösungen eine tragende Rolle, die ihre Software über lokale Partner beziehen.

Der Blick nach vorn

Um Produktentwicklung und umsatzgenerierende Maßnahmen besser aufeinander abzustimmen und um Wachstumspläne und strategische Investitionen umzusetzen, wurde wie berichtet Oliver Schabenberger zum 1. Januar 2018 zum Chief Operating Officer ernannt. Gleichzeitig behält er seine Funktion als Chief Technology Officer bei.

„Ich freue mich darauf, mich auf unsere globale strategische Ausrichtung und auf die Investitionsbereiche zu konzentrieren, die unser Wachstum auf den wichtigen etablierten und auf neuen Märkten vorantreiben“, so Schabenberger. „Dazu tragen vor allem gezielte Investitionen bei, die das Wachstum in unseren Kernkompetenzen beschleunigen – das sind künstliche Intelligenz und Machine Learning, Analytics, Betrugs- und Risikomanagement, Datenmanagement und Analytics in der Kundeninteraktion. Zudem sehen wir ein erhebliches Wachstumspotenzial beim Internet der Dinge sowie bei der Expansion auf dem mittelständischen Markt.“

Der Umsatz von SAS ist rund um das Internet of Things (IoT) allein im vergangenen Jahr um 60 Prozent gewachsen. Branchenanalyst IDC geht davon aus, dass der Analytics-Markt im Bereich IoT bis 2020 auf über 23 Mrd. Dollar anwachsen wird; bis dahin sollen schätzungsweise 20,4 Mrd. vernetzte Geräte enorme Datenmassen erzeugen.

Vor diesem Hintergrund hat SAS einen IoT-Geschäftsbereich gegründet, der Forschung & Entwicklung und Marketing-Expertise bündelt. Damit will sich das Unternehmen auch künftig auf die Bereitstellung von Edge Analytics konzentrieren. Der Aufbau einer vergleichbaren Geschäftseinheit im Bereich Betrugsmanagement ist geplant.

Entwicklungen im KI-Bereich

2018 will Goodnight weiter investieren, um den KI-Bereich noch tiefer im Lösungsportfolio zu verankern. Geplant ist ein Kompetenzzentrum, das den Kunden dabei helfen soll, KI besser zu verstehen und einzusetzen. Im Finanzdienstleistungssektor ermöglicht KI beispielsweise die Verarbeitung natürlicher Sprache; damit sollen Banken und Versicherungen in die Lage versetzt werden, neue Dienste für Kunden und damit neue Einnahmequellen zu entwickeln.

Im Energiesektor helfen KI-basierte Deep-Learning-Tools, die Investitionen in erneuerbare Energien zu maximieren, indem sie beispielsweise helfen, Windparks besser zu platzieren. SAS reinvestiert Jahr für Jahr etwa doppelt so viel in F&E wie der Durchschnitt der großen Technologieunternehmen – 2017 waren es 26 Prozent vom Umsatz.

Bildquelle: SAS

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