Stift und Papier als Anachronismus einer digitalen Wirtschaft

Arbeitszeiterfassung im Mittelstand

Eine repräsentative Studie des Reutlinger Softwarehauses Tisoware vom Januar ergab: Fast 90 Prozent der Belegschaft mittelständischer Firmen dokumentiert bereits die Arbeitszeit, allerdings noch überwiegend altmodisch.

Rainer Füess, Leiter Partnervertrieb und Marketing bei Tisoware

So wird die Zeit am häufigsten auf Papier (25 Prozent) und am zweithäufigsten über eine Stechuhr (24 Prozent) erfasst. Auch Excel-Tabellen sind bei 12 Prozent noch üblich, wohingegen modernere Tools wie die Erfassung via App (11 Prozent), Internet-Browser (16 Prozent) oder über ein zentrales digitales Erfassungssystem (18 Prozent) seltener zum Einsatz kommen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9-10/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Umfrage zeigt auch, wie granular die Arbeitnehmer bis dato ihre Arbeitszeit dokumentieren:
∙ Mehr als die Hälfte (56 Prozent) erfasst Dienstanfang und -ende,
∙ fast ein Drittel (30 Prozent) hält die Mittagspause fest
∙ 21 Prozent erfassen zudem die ausgeübte Tätigkeit.
∙ Projekt- oder Bereichsangabe sowie Ort der Arbeit – ob im Unternehmen oder im Homeoffice – halten jeweils 18 Prozent fest.
∙ Kleinere Pausen zwischendurch, wie Raucher-, Toiletten- oder Kaffeepausen, werden von 12 Prozent der Befragten erfasst.

Künftig könnte es beim Thema „Was wird wie erfasst“ zu Herausforderungen kommen, denn hier scheint oft Unklarheit zu herrschen. So sind 19 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Arbeitszeiterfassung selbst Teil der Arbeit ist und die dafür benötigte Zeit daher miterfasst werden sollte. Auch die Anfahrt zur Arbeitsstelle gehört für 13 Prozent ebenfalls eingetragen.

Insbesondere die Raucherpausen werden unter den Beschäftigten offenbar heiß diskutiert. Denn fast die Hälfte (45 Prozent) fände es gerecht, die Raucherpausen zu erfassen. Wohingegen jeder Fünfte (21 Prozent) sagt, dass er/sie kündigen würde, wenn Raucher- oder auch Toilettenpausen dokumentiert werden müssten. 

„Die Umfrage zeigt deutlich, dass noch Unklarheit darüber herrscht, was alles erfasst werden soll und welche Konsequenzen eine detaillierte Arbeitszeiterfassung für sie konkret hat“, meint Rainer Füess, Leiter Partnervertrieb und Marketing bei Tisoware. „Aus diesem Grund sollte genau geregelt werden, was alles wie dokumentiert werden muss. Das kann sich von Unternehmen zu Unternehmen natürlich unterscheiden. Um Missverständnissen vorzubeugen, sollten die Unternehmen bei den Regeln zur Arbeitszeiterfassung ihre Beschäftigten mit ins Boot holen.“

Bildquelle: Tisoware

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