SAP LES bei Stabilo

Aus Franken nach Frankreich

Am zentralen Produktionsstandort in Weißenburg setzt Stabilo seit Herbst 2007 ein Lagerverwaltungssystem auf Basis des SAP LES ein, das die Inconso AG an die speziellen Anforderungen angepasst und in enger Zusammenarbeit mit den IT-Mitarbeitern von Stabilo implementiert hat.

SAP LES bei Stabilo

Einer der Gründe für die Wahl des SAP-Moduls war es, auf diese Weise auch international eine einheitliche Software für die log­istischen Prozesse einsetzen zu können. Die zentral vorgegebene Lösung jetzt auch im nahe Straßburg ge­legenen Distributionszentrum einzuführen, war dennoch mehr als ein simples Rollout. Auch wenn Produkt- und Artikelspektrum weitgehend identisch sind, so unterscheiden sich Umstände und Abläufe in den beiden Lägern doch deutlich. Das machte weitreichende Anpassungen erforderlich.

Stabilo France, die ihre Ware zum weit überwiegenden Teil aus den Stabilo-Produktionsstätten in Deutsch­land, Tschechien und Asien bezieht, differenziert zwischen zwei klar ­unterschiedenen Kundengruppen. ­Unter der Bezeichnung „modern trade“ (MT) versteht man hier Gro­ß­abnehmer wie die großen Kaufhäuser und die Einzelhandelsketten. Der „traditional trade“ (TT) hingegen umfasst den klassischen Schreib­warenhandel.

Die Großkunden nehmen Ware regelmäßig karton- oder palettenweise ab. Häufig wird sie an einem zentralen Hub des Kunden angeliefert, von wo aus dieser die Unterverteilung selbst vornimmt. Dem MT-Geschäft trägt Stabilo France schon dadurch Rechnung, dass der Großkundenabwicklung ein eigener Lag­e­r­bereich zugeordnet ist mit jeweils eigenen Einlager- und Kommissionierstrategien sowie separaten Packplätzen.

Das Distributionszentrum in Weißenburg arbeitet in vielen Bereichen automatisch und ist mit hoch entwickelter Förder- und Kommissioniertechnik ausgestattet. Dem­gegenüber reichen im Lager der französischen Landesgesellschaft manuelle Abläufe vollständig aus. Einlagerung und Nachschub erfolgen mit Staplern, die Kommissionierung nach dem Prinzip Mann zur Ware wegeoptimiert mit Kommissionierwagen.

Nichtsdestotrotz waren ausgeklügelte Strategien zu berücksichtigen und die Gelegenheit der Einführung des SAP LES wurde gerne genutzt, um technisch und bei den ­eigenen Abläufen weitere wesent­liche Fortschritte zu erzielen. Die Zielplatzermittlung bei der Einlagerung etwa ist ein mehrstufiger Prozess. Das LVS orientiert sich zunächst an Kriterien wie Lager- und Lagerplatztypen sowie Höhen- und Gewichtsklassen. Innerhalb der derart eingeschränkten Menge von Plätzen wird der nächste freie Platz gemäß der für den Lagertyp eingestellten Einlagerstrategie gewählt. Sortierschlüssel ordnen die Plätze zusätzlich nach günstiger Erreichbarkeit. Nachgeschoben wird dann nach Lieferungsbedarf (höhere Priorität) und nach Mindestbestand (geringere Priorität).

Über ein releasefähiges LVS-Template wird die Anbindung an das gruppenweite SAP-System gewährleistet – lückenlos von der Bestell­avise bis zur Bestandausbuchung. Zugleich wurde die bestehende Weißenburger Lösung um die erwähnten spezifischen Funktionen und Anforderungen eines manuellen Lagers erweitert, die zum Teil durch den Einsatz von Datenfunktechnik und mobilen Endgeräten abgebildet werden. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, dass künftige Updates der SAP-Basissoftware übernommen und SAP-Servicepacks einfach eingebaut werden können. Dadurch ist auch künftig stets gewährleistet, dass Stabilo auf aktuellstem SAP-Stand arbeitet.

www.inconso.de

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