Messe Stuttgart sortiert die IT-Themen neu

Aus für die IT & Business

Achtmal fand die Herbstmesse IT & Business in Stuttgart statt. Vom 4. bis zum 6. Oktober 2016 registrierte die Messe Stuttgart nur noch rund 4.000 Fachbesucher und 252 Aussteller. Das war nach Jahren mit rückläufiger Entwicklung so wenig, so dass heute das Aus für die Messe verkündet wurde. Auch wenn die Messemacher das Thema IT weiter adressieren wollen, heißt es unmissverständlich: „Die IT & Business als eigenständiges Messeformat wird es nicht mehr geben“. Die Marktresonanz sei zu gering.

Ulrich Kromer von Baerle, Sprecher der Geschäftsführung der Messe Stuttgart, hat den Eingang der IT & Business endgültig geschlossen

Die IT & Business als ein eigenständiges Messeformat am Standort Stuttgart wird es nicht mehr geben; eigentlich hätte die nächste Messe vom 17. bis 19. Oktober 2017 stattfinden sollen. „Das Konzept der IT & Business hat an Akzeptanz verloren. Unsere Kunden wünschen sich ein anderes Format. Auf diese Marktresonanz reagieren wir. Unsere Aufgabe ist jetzt, ein neues Konzept vorzulegen, mit unseren Partnern zu diskutieren“, wird Ulrich Kromer von Baerle, Sprecher der Geschäftsführung der Messe Stuttgart, in der Pressemitteilung zitiert. Formate wie Kongress oder Begleitausstellung seien möglich. Kromer weiter: „Industrie 4.0, digitale Transformation und IT sind bereits heute wichtige Sonderschaubereiche auf unseren Fachmessen.“

Die Messe Stuttgart will die Informations- und Kommunikationstechnologie-Themen in der Reihe der Industriemessen neu strukturieren – und arbeitet an einer Neuausrichtung der IKT- und Digitalisierungs-Themen am Standort. Ein Markt hierfür sei da, glaubt Gunnar Mey, Abteilungsleiter Industrie bei der Messe Stuttgart: „Die Unternehmen fragen sich, wie genau Industrie 4.0 und Digitalisierung umgesetzt werden können, welche Anbieter bereits erfolgreich Projekte realisiert haben und welche Anwendungen bzw. Modelle überhaupt möglich oder sinnvoll sind. Akronyme und reine Bildschirmpräsentationen reichen heute nicht mehr aus, um Anwendungen im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar zu machen.“

Auf das Ergebnis dieser Neukonzeption darf man gespannt sein, denn seit der ersten IT & Business im Jahr 2009 wurden bereits zahlreiche Initiativen und Maßnahmen gemeinsam mit den Ausstellern sowie den ideellen und fachlichen Trägern erarbeitet und erfolglos umgesetzt. So wurden etwa die beiden zuvor eigenständigen Messen DMS Expo und CRM Expo nach Stuttgart geholt und in die IT & Business integriert – ohne nachhaltigen Erfolg.

Bei der Premiere im Jahr 2009 wurden  312 Aussteller und 6.500 Besucher gezählt; das waren mehr als 2016. Nach Jahren mit rückläufiger Entwicklung kamen 2014, dem letzten Jahr mit DMS Expo und CRM-Expo, immerhin noch 383 Aussteller und rund 8.600 Besucher zur IT & Business.

Aufgrund dieses schlechten Zuspruchs wurde wieder das Konzept geändert, um die Messe attraktiver zu machen. Das gelang nicht, weil 2015 die Besucherzahl auf rund 7.500 schrumpfte. 2016 passte die ganze Messe in eine einzige Halle und zog so wenig Besucher an wie noch nie. Das mittelfristige Ziel, das Kromer im Vorfeld der Messe 2010 ausgegeben hatte – 750 bis 1.000 Aussteller und 20.000 bis 25.000 Besucher – schien unerreichbar. Deshalb ist die Entscheidung logisch und konsequent.

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