Sony erweitert das „Optical Disc Archive“

Ausbau der Petasite-Bibliothek

Um zwei neue Laufwerke und drei Bibliothekseinheiten der Petasite-Familie erweitert Sony das Portfolio seiner Optical-Disc-Archive. Die Laufwerke ODS-D77U und ODS-D77F verdoppeln die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten auf über ein 1 Gbit/s. Mit den Laufwerken lässt sich jetzt eine Bibliothek zusammenstellen, die eine Kapazität von maximal 520 Cartridges (780 TB) bietet.

  • Das neue optische Laufwerk ODS-D77U mit Optical-Disc-Cartridge, die 12 Discs mit jeweils 128 GB Speicherplatz enthält.

  • Die Petasite-Bibliothek eignet sich laut Hersteller vor allem als „Deep Archive“ zur Langzeitarchivierung, z.B. für Rundfunkanstalten.

Aufgrund der Weiterentwicklung der Archivierungstechnologie erreicht das neue Laufwerk ODS-D77U laut Hersteller „besonders hohe Lese- und Schreibgeschwindigkeiten bei einer flexiblen und langfristigen Datenspeicherung und -verwaltung“.

Über die USB-3.0-Schnittstelle verdoppeln sich die Lese- und Schreib-geschwindigkeiten laut Hersteller gegenüber dem im vergangenen Herbst vorgestellten Vorgänger ODS-D55U auf über ein 1 Gbit/s. Neu sind auch die Variante ODS-D77F (mit Glasfaserverbindung), die drei Petasite-Einheiten ODS-L30M, ODS-L60E und ODS-L100E sowie eine aktualisierte Version der grafischen Benutzeroberfläche „Content Manager 2.0“.

Die (auch von TDK hergestellten) Optical-Disc-Cartridges bieten weiterhin 0,3, 0,6, 1,2 oder 1,5 Terabyte – wahlweise einmal oder mehrfach beschreibbaren – Speicherplatz; die Cartridges enthalten bis zu 12 Blu-ray-Discs mit jeweils 128 GB. Gelesen werden kann die Cartridge jetzt mit bis zu 660 MB/s, beschrieben auf Write-Once-Discs mit maximal 420 MB/s, auf Rewritable-Discs mit 220 MB/s. Aufgrund der Kompatibilität der neuen Laufwerke zu früheren Gerätegenerationen müssen Archivdaten nicht kopiert werden.

Alternative zu Platte und Magnetband

Selten benötigte Medieninhalte können – alternativ zum Magnetband – offline gelagert werden, ohne dass Strom- oder Heizkosten entstehen, wie dies bei der Speicherung auf einem Server bzw. Plattensystem der Fall ist. Häufig verwendete Medieninhalte hingegen werden in einer Bibliothekseinheit gelagert, so dass mehrere Anwender auf die Dateien zugreifen können.

Sonys Optical Disc Archives (ODA) sind vor allem für Medieninhalte konzipiert. Sie zeichnen sich als langfristige Speicheroptionen (laut Hersteller 50 Jahre) und eine hohe Widerstandsfähigkeit aus, da sie unempfindlich gegenüber Schwankungen in Temperatur und Luftfeuchtigkeit und geschützt gegen Staub und Wassertropfen sind.

Skalierbare Bibliothek für Langzeitarchive

Die Hauptbibliothekseinheit ODS-L30M bildet den Kern der skalierbaren Bibliothek für Broadcast-, Postproduktions-, Schnitt- und Desktop-Anwendungen. Sie bietet Platz für zwei ODA-Laufwerke und bis zu 30 Cartridges, ist mit einem Robotermechanismus ausgestattet und belegt sieben Einheiten in einem 19-Zoll-Rack.

Eine Petasite-Bibliothek lässt sich mit den Erweiterungseinheiten ODS-L60E (mit bis zu vier ODA-Laufwerken und 60 Cartridges) bzw. ODS-L100E (keine Laufwerke, Platz für bis zu 98 Cartridges) erweitern. Bis zu fünf Erweiterungseinheiten können angeschlossen werden. Daraus lässt sich eine Bibliothek zusammenstellen, die 42 Rack-Einheiten belegt und – je nach verwendeten Erweiterungseinheiten – maximal 520 Cartridges (780 TB) Kapazität bietet.

Das ODA-System eignet sich laut Hersteller vor allem als „Deep Archive“ zur Langzeitarchivierung, beispielsweise für Rundfunkanstalten, wo Datenbänder die notwendige Sicherheit nicht bieten könnten und keinen Ersatz für einmalig beschreibbare Systeme zur Langzeitarchivierung darstellten. Das ODA-System ermögliche auch das Erstellen eines Zweitarchivs an einem entfernten Standort für Disaster-Recovery, Postproduktions- und Produktions-Backups sowie Video-, Film- und Stock-Footage-Archive. Es kann auch für Nachrichten- und Sport-Clips, die als Near-Online-Inhalte gedacht sind, sowie als Online-Katalog und Proxy-Clip-Store genutzt werden.

Einbau in SAN-Standardinfrastrukturen

Die Petasite-Bibliothek wird über Ethernet mit einem Host-Computer verbunden, wobei die Laufwerkseinheiten in der Bibliothek über Glasfaser damit verbunden sind. Nach der Installation des File-Managers auf diesem Host können sämtliche Funktionen von allen Client-Computern aus über eine webbasierte Benutzeroberfläche gesteuert werden. Dateien lassen sich durch einfaches Ziehen und Ablegen archivieren und wieder aus dem Archiv abrufen. Darüber hinaus können sie beim Archivieren mit Metatextdaten versehen werden.

Zur Verwaltung kann eine HSM-Anwendung genutzt werden. Damit lässt sich der Betrieb sämtlicher optischer Disc-Cartridges automatisieren. Petasite kann so auch ergänzend zu LTO- oder anderen Bandbibliotheken als Archivtechnologie in SAN-Standardinfrastrukturen genutzt werden.

Neuer optischer Archivspeicher bereits in Arbeit

Die nächste Generation von optischen Speichermedien mit mindestens 300 GB Kapazität will Sony gemeinsam mit Panasonic entwickeln. Ziele sind eine deutliche Erhöhung der Kapazität und eine professionelle Nutzung inklusive der Möglichkeit, die Daten zu archivieren. Die Markteinführung dieser optischen Speichermedien soll bis Ende 2015 erfolgen. Weitere Details sind noch nicht bekannt.

Sony bringt in die Kooperation seine im September 2012 vorgestellten dateibasierten ODA-Systeme ein. Panasonic hat erst im Juli seine LB-DM9-Serie auf den Markt gebracht, mit einem Magazin für ebenfalls zwölf Optical Discs. Derzeit speichert Sony auf eine mehrfach beschichtete Blu-ray-Disc bis zu 128 GB.

www.pro.sony.eu

www.panasonic.com/industrial/optical-drives

((BU))

Bildquelle: Sony

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