Hersteller von Kompressionsstrümpfen treibt Digitalisierung voran

B2B-Shop für Juzo

Die Julius Zorn GmbH (Juzo), ein Hersteller von Medizinprodukten mit mehr als 1.000 Mitarbeitern und Firmensitz in Aichach, verfügte bisher über keine eigene E-Commerce-Lösung. Durch die Einführung eines B2B-Online-Shops mit integrierter Selbstbedienung können die Kunden künftig schneller und einfacher bestellen – und das bei gleichzeitig größtmöglicher Transparenz.

Strümpfe in den Trendfarben 2018

Strümpfe in den Trendfarben 2018

Bei einem Großteil der täglich mehreren tausend Bestellungen aus dem In- und Ausland wurde der komplette Bestellprozess für die in der Kompressionstherapie genutzten Produkte bislang größtenteils analog abgewickelt. Aufgrund der Fehleranfälligkeit und Ineffizienz waren in vielen Fällen lange Abstimmungen zwischen Juzo und den Fachhändlern notwendig.

Dabei besteht ein wesentlicher Geschäftsbereich des Unternehmens in der Produktion maßgefertigter Individualprodukte. Insbesondere für diese Bestellungen ist ein effektiver und fehlerfreier Austausch der zur Fertigung notwendigen Informationen zwischen Juzo und den Fachhändlern unabdingbar.

Ein enormer Schritt vorwärts

Der neue B2B-Online-Shop bringt jetzt die Digitalisierung einen enormen Schritt vorwärts. Die weitgehende Automatisierung des Bestellvorganges bringt sowohl für Juzo als auch für die Geschäftspartner und Kunden eine enorme Arbeitserleichterung und Erhöhung der Prozessqualität bei gleichzeitig massiver Zeitersparnis. Die integrierten Selbstbedienungs-Funktionen sorgen darüber hinaus für eine signifikante Entlastung des Supports und bedeuten für den Kunden mehr Transparenz.

Das Projekt wurde auf Basis der Shopsoftware Magento 2 Commerce vom Magento-Partner Techdivision aus Kolbermoor im bayerischen Alpenvorland in enger Zusammenarbeit mit den Projektverantwortlichen bei Juzo realisiert. Dabei gab es unter anderem folgende Besonderheiten:

  • Agiles Projektmanagement mit Scrum sowie Kanban in der Golive-Phase
  • Designentwicklung mit Hilfe von Pattern Lab und Atomic Design
  • Anbindung des bestehenden ERP-Systems Oxaion auf IBM Power i über REST APIs
  • Anbindung von Akeneo PIM für die Produktstammdaten
  • Implementierung sehr komplexer Produktvarianten mit Abhängigkeiten
  • Integration eines Selbstbedienungs-Portals, über das u.a. alle getätigten Bestellungen unabhängig vom jeweiligen Kanal abgerufen werden können.

Neuer Produktkonfigurator inklusive

Im Rahmen des Projektes wurde von Techdivision zudem ein unabhängiger, auf dem PHP-Framework „Laravel“ basierender Produktkonfigurator entwickelt. Dieser Ansatz war notwendig, um zum einen größtmögliche Flexibilität und zum anderen die zum Teil enorme Produktkomplexität und -vielfalt mit mehr als 700.000 Variationen je Produkt sinnvoll abbilden zu können.

Der neue Produktkonfigurator ist über die Schnittstelle von Magento direkt mit dem ERP-System Oxaion Business Solution verbunden. Sämtliche notwendigen Produktdaten werden dem Produktkonfigurator vom ERP-System zur Verfügung gestellt. Auf Seiten des Konfigurators sorgen diverse Business-Logiken für reibungslose Bestellungen.

Dynamic Custom Options

Für jedes Produkt gibt es eine Vielzahl von Produkteigenschaften, wie z.B. Kompressionsklasse, Ausführung oder Farbe. Dadurch ergibt es sich für jedes einzelne Produkt eine mitunter enorm hohe Anzahl von unterschiedlichen Ausprägungen, so dass ein einziges Produkt von Juzo bis zu 725.000 verschiedene Varianten haben kann. Um diese Komplexität handhaben zu können, werden sogenannte „Dynamic Custom Options“ verwendet. Mit deren Hilfe werden nur die Auswahlmöglichkeiten sichtbar, die je nach getätigter Vorauswahl sinnvoll sind.

Die Produktdaten werden im Open-Source-basierten „Product Information Management“- bzw. PIM-System Akeneo gepflegt und über Schnittstellen in Magento übertragen. Um die zum Teil recht komplexen Produktkonfigurationen abbilden zu können, wurden die verfügbaren Standardschnittstellen erweitert. Mit diesem PIM-System ist Juzo in der Lage, alle marketingrelevanten und technischen Informationen rund um die Produkte zentral zu pflegen und zu ändern. Dabei fungiert das PIM-System als zentraler Hub für sämtliche Produktdaten, über den alle relevanten Kanäle (ERP, Online-Shop, Broschüre usw.) die jeweiligen Daten erhalten.

„Mit dem nötigen Mix aus professionellem, agilen Vorgehen und der richtigen Menge an Pragmatismus zur rechten Zeit wurde der Projekterfolg entscheidend beeinflusst“, lobt Christian Marquardt, Projektverantwortlicher bei der Julius Zorn GmbH, den Implementierungspartner. „Nicht zuletzt der nicht nur in der heißen Schlussphase gezeigte Einsatz aller Team-Mitglieder war entscheidend für den Projekterfolg.“

Bildquelle: Juzo

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