Sonderkonjunktur bei Homeoffice- und Collaboration-Tools

Bechtle von Corona nur touchiert

Mit einem Umsatzwachstum um 9,3 Prozent auf 1,36 Mrd. Euro legte die Bechtle AG trotz Corona ein bemerkenswert gutes 1. Quartal hin, denn auch das EBT wuchs um 13,4 Prozent und die Marge konnte verbessert werden. Die Belegschaft des Neckarsulmer IT-Konzerns wuchs um 14 Prozent auf 11.768 Menschen. Die Gesamtliquidität ist mit 285,1 Mio. Euro auf einem „sehr komfortablen Niveau“, heißt es in der Pressemitteilung.

Dr. Thomas Olemotz, Bechtle AG

Dr. Thomas Olemotz, Vorstandsvorsitzender der Bechtle AG: „In Summe hat die Corona-Krise Bechtle im 1. Quartal touchiert, nicht aber mit voller Wucht getroffen!“

Nach einem sehr guten Start im Januar nahm im Februar die Sorge zwar zu, doch das Geschäft lief weiter. Das änderte sich im März. So fasst Dr. Thomas Olemotz, Vorstandsvorsitzender der Bechtle AG, die Entwicklung im 1. Quartal zusammen. Er spricht von einer „Berg-und-Tal-Fahrt“ im März. Einerseits habe es eine Sonderkonjunktur bei Homeoffice- und Collaboration-Tools gegeben, anderseits sei man aber an vielen Stellen durch das Verschieben großer Kundenprojekte ausgebremst worden.

„In Summe hat die Corona-Krise Bechtle im 1. Quartal touchiert, nicht aber mit voller Wucht getroffen”, so Olemotz. „Unter dem Strich steht ein bemerkenswert starker Start in das Jahr 2020! Das Umsatzwachstum war in Deutschland mit 10,6 Prozent zweistellig, an den ausländischen Standorten mit zum Teil drastischeren Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 lag es immerhin noch bei 7,3 Prozent.“ Insgesamt sei Bechtle trotz der widrigen Rahmenbedingungen „sehr gut in das Jahr 2020 gestartet“.

Managed-Services gefragt

„Wir hatten im ersten Quartal bereits mit negativen Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen“, sagte Olemotz. „So wurden viele Projekte verschoben, vereinzelt gab es Lieferschwierigkeiten der Hersteller und auch der Einsatz unserer Mitarbeiter beim Kunden vor Ort war deutlich erschwert. Allerdings haben wir im Industrieumfeld wie bei unseren öffentlichen Kunden auch einen starken Nachfrageschub gespürt, insbesondere bei der Ausstattung von Homeoffices und bei technischen Lösungen rund um die Umsetzung virtueller Formen der Zusammenarbeit.“

Im Segment IT-Systemhaus & Managed-Services wurde der Umsatz demnach in den ersten drei Monaten 2020 um 9,8 Prozent auf 859,1 Mio. Euro gesteigert. Organisch lag die Wachstumsrate bei 8,1 Prozent. Sowohl das Projektgeschäft mit modernen IT-Architekturen – unumgängliche Voraussetzung für die digitale Transformation – als auch das Geschäft mit Cloud-Managed-Services habe „für profitables Wachstum“ gesorgt. Zusätzliche Impulse kamen aus der erhöhten Nachfrage im Bereich der Ausstattung und des Betriebs von Homeoffice- und Collaboration-Lösungen. Das EBIT erhöhte sich folglich um 23,2 Prozent auf 32,5 Mio. Euro. Die EBIT-Marge stieg von 3,4 Prozent auf 3,8 Prozent.

E-Commerce im Inland besonders stark

Im Segment IT-E-Commerce wuchs der Umsatz im ersten Quartal 2020 um 8,5 Prozent auf 496,6 Mio. Euro. Besonders stark war das Wachstum in Deutschland mit 20,4 Prozent. Hier zeigte sich insbesondere die hohe Nachfrage nach Homeoffice-Equipment.

Aufgrund von Wertberichtigungen, die im Rahmen der wahrscheinlich zu erwartenden wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie gebildet wurden, erhöhte sich das EBIT um lediglich 1,2 Prozent auf 20,1 Mio. Euro. Die Marge ging von 4,3 Prozent auf 4,1 Prozent zurück.

Ziele trotz hoher Unsicherheit bestätigt

Die weitere Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen steht massiv unter dem Einfluss der Folgen der Covid-19-Pandemie und ist damit so unsicher wie selten zuvor. „Vor dem Hintergrund der positiven Entwicklung im ersten Quartal und verbunden mit der Erwartung, dass die Rahmenbedingungen sich im Jahresverlauf wieder normalisieren“, bestätigt Olemotz jedoch die im März veröffentlichte Ziele.

„Auch wenn eine verlässliche Vorausschau derzeit unmöglich ist und wir ein eher verhaltenes zweites Quartal erwarten, halten wir an unseren Zielen für das laufende Jahr fest“, so Olemotz.. „Aktuell gehen wir davon aus, dass sich unser Geschäft im Laufe des dritten Quartals wieder zunehmend unter normalisierten Rahmenbedingungen entwickelt.“ Die mittel- bis langfristigen positiven Aussichten seien ungeachtet der Folgen der Coronapandemie nach wie vor intakt. „Die Digitalisierung erlebt gerade den größtmöglichen Schub“, konstatiert Olemotz. „Davon wollen und werden wir bei Bechtle profitieren!“ Er bestätigte daher die im März veröffentlichte Ziele, Umsatz und Ergebnis um 5 bis 10 Prozent zu steigern.

Bildquelle: Bechtle AG

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