Unsere Autorin Dina Haack ist Marketing-Leiterin der xSuite Group.
Der Fachkräftemangel in der IT ist etwas, was SAP-Anwenderunternehmen derzeit überhaupt nicht gebrauchen können. S/4-Hana-Migrationsprojekte binden die letzte Ressource – so werden mehr Fachleute denn je benötigt. Eine weitere Automatisierung könnte hier Abhilfe schaffen. Denn ebenso wie sich Geschäftsprozesse durch Einsatz von „Robotic Process Automation“ (RPA) effizienter gestalten lassen, kann Automatisierung auch in der Weiterentwicklung von Software-Anwendungen eingesetzt werden.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Das Ziel: Nicht für jede Konfiguration eigens die IT-Abteilung bemühen. Vielmehr gibt man Fachabteilungen einfache technische Möglichkeiten an die Hand, mit denen sie kleinere Einstellungen autonom selbst vornehmen können. Das Vorgehen ist bekannt unter „Low-Code/No-Code“ und kann über generische Plattformen durchgeführt werden. Auch spezialisierte Lösungen, die den Anwendern eine gewisse Flexibilität in der Handhabung einräumen, bedienen dieses Bedürfnis nach Autonomie.
Im Low/No-Code-Kontext fällt oft der Begriff des „Citizen Developers“: Ohne ein Informatik studiert zu haben, können Sachbearbeiter in der Buchhaltung oder im Einkauf auf kleiner Flamme programmieren und mittels weniger Klicks gewisse Automatismen in täglichen Geschäftsroutinen erstellen. Für diese Automatismen war zuletzt das Schlagwort RPA omnipräsent.
Oft steckt hinter RPA aber nicht viel mehr als das Zusammenbauen einiger Excel-Makros. Low Code/No Code spricht dagegen Schnittstellen an. Gemeinsam haben beide Ansätze, dass sie besonders nutzerfreundlich sind. Betrachtet wird bei beiden Ansätzen ein Prozess, für dessen Durchführung am Rechner die immer gleichen Arbeitsschritte notwendig sind.
Aus den Modul-, Formular- und/oder Workflow-Katalogen, welche die Software stellt, klickt man den Prozess per drag & drop grafisch zusammen; sein automatisierter Ablauf startet dann künftig durch einmaliges Auslösen. RPA und Low Code/No Code sind Instrumente, um dem Wunsch von Fachabteilungen nachzukommen, Prozesse eigenständig optimieren zu können.
Solche Initiativen sind mehr als technische Spielerei. Angesichts des Fachkräftemangels in der IT werden sie zum Erfolgsfaktor für Unternehmen. Diese bleiben auch bei dünner Personaldecke handlungsfähig und ermöglichen es ihren Beschäftigten zugleich, sich auf anspruchsvollere Tätigkeiten zu konzentrieren.
So gewinnt man neue Kräfte, denn natürlich gehen Jobsuchende lieber dorthin, wo Arbeitsprozesse interessant, automatisiert gesteuert und modern sind. So wird mit Low-Code/No-Code nachgerade eine Positivspirale in Gang gesetzt, was die prekäre Beschäftigungslage angeht.
Bildquelle: xSuite Group