Abschied von manueller Berichterstellungs bei Eins

Big Data im Reporting

Eins Energie in Sachsen ist hervorgegangen aus der Fusion zweier regionaler Energiedienstleister, die Skaleneffekte ausnutzen wollten, um Betriebskosten zu senken und schneller auf dynamische Marktanforderungen zu reagieren. Das hat viele Konsequenzen, u.a. auch für die Kundendienstabteilung, die früher umfangreiche manuelle Berichterstellungs- und Analyseaufgaben übernehmen musste. Wegen des Zusammenschlusses war dieser Prozess nicht länger praktikabel. Ziel war es, den Fachabteilungen ohne externe Unterstützung eigene und unabhängige Analysen zu ermöglichen.

Vor dem Zusammenschluss der Stadtwerke Chemnitz mit der Erdgas Südsachsen GmbH im Sommer 2010 hatten beide Unternehmen vollkommen unterschiedliche Berichterstellungssysteme und -prozesse. Um die Effizienz zu steigern und Analysen direkt in den Fachabteilungen zu ermöglichen, sollten diese Prozesse verbessert werden. Da Eins in der regulierten Energiebranche tätig ist, waren dabei strenge Datenschutz- und Wettbewerbsgesetze zu berücksichtigen.

Hierzu wurde ein umfassendes Berechtigungsmodell entwickelt, das flexibel genug ist, um den Anforderungen des aus dem Zusammenschluss hervorgegangenen neuen Unternehmens gerecht zu werden. So musste Eins dafür sorgen, dass Mitarbeiter ausschließlich auf bestimmte Bereiche der in SAP BW gespeicherten Daten zugreifen können.

„Wir wollten, dass unseren Teams Informationen schnell und einfach zur Verfügung stehen“, erläutert Dr. Reiner Wolf, Leiter Informationstechnologie bei Eins. „Bestandsstatistiken, Vertriebsberichte, Vertragsanalysen - all diese Auswertungen bedeuteten für das Kundendienstteam und andere Mitarbeiter eine immense manuelle Arbeitsbelastung. Oft basierten Ergebnisse auf inkonsistenten Quelldaten, sodass es schwierig war, fundierte Entscheidungen zu treffen.“ Es galt, die komplexen Analysen großer Datenvolumina zu konsolidieren und zu automatisieren, um jederzeit einen direkten, schnellen Zugriff auf korrekte Geschäftsinformationen zu ermöglichen und so die Abläufe effizienter zu gestalten.

Erfolgreiches Harmonisierungsprojekt

Ein Harmonisierungsprojekt sollte diese zentrale Lösung für das neue Unternehmen schaffen. Nach der Implementierung einer konsolidierten SAP-Anwendung mithilfe von IBM setzte Wolf erneut auf den IT-Dienstleister. Das Team implementierte eine neue Anwendung für die Berichterstellung auf Basis von SAP Business Warehouse und Business Objects. Gemeinsam ist es laut Wolf gelungen, im Hintergrund „ohne irgendwelche Beeinträchtigungen für unsere Kunden auf eine konsolidierte Geschäftsanwendung umzustellen“. Anschließend wurde diese Lösung gemeinsam erweitert und eine neue Lagerverwaltung eingeführt.

„Das Team hatte umfangreiche Kenntnisse über die Branchenlösung SAP for Utilities und SAP Business Warehouse“, so Wolf. „Die Mitarbeiter von IBM kannten die relevanten Datenmodelle und schlugen unter Berücksichtigung früherer Implementierungen in der Energiebranche erprobte und optimierte Geschäftsprozesse vor.“ Bei der Datenmigration habe man eng mit IBM zusammengearbeitet und einen Workflow für das Laden von Daten entwickelt, um Ausfallzeiten zu minimieren. Dabei arbeitete das Team mit bereits vorhandenen Datenspiegelungen, um die verfügbare Infrastruktur so effizient wie möglich zu nutzen.

Die 3 TB große Datenbank wächst kontinuierlich weiter, wobei Eins neue Daten aus SAP ERP und SAP for Utilities einmal am Tag lädt. Heute verwaltet das Unternehmen mit SAP Business Warehouse die geschäftlichen Daten über seine rund 400.000 Kunden.

Power Systems mit IBM i als Basis

Eins nutzt seine SAP-Anwendungen als Hochverfügbarkeitslösung mit Servern und Datenspeicher in zwei räumlich getrennten Rechenzentren. Betrieben werden die Anwendung SAP ERP, SAP for Utilities sowie SAP BW auf zwei Power-Servermodellen 770 mit Power7-Prozessoren und DS8000-Speichersystemen. Zum Einsatz kommt das zuverlässige Betriebssystem IBM i mit der integrierten Datenbank DB2 for i, um den manuellen Arbeitsaufwand bei der Systemadministration zu minimieren und eine hohe Verfügbarkeit zu gewährleisten. Dank der Spiegelung mit Systemmirror for i und der Übernahme von Systemen im Fehlerfall, kann das Unternehmen seinen Anwendern wichtige IT-Dienste unterbrechungsfrei zur Verfügung stellen.

„Dank der integrierten IBM DB2 for i Datenbank können wir uns auf eine gleichbleibend hohe Datenbankperformance verlassen“, berichtet Wolf. „Da die leistungsfähigen Autonomics-Funktionen von DB2 die Datenbankadministration automatisieren, ist keine umfassende Performanceoptimierung nötig.“

Kundendaten besser nutzen

Mit der neuen Lösung wurden die manuellen Berichterstellungsaufgaben überflüssig, die die Kundendienstabteilung stark belastet hatten. „Die neue Business-Intelligence-Lösung hat die Arbeitsbelastung verschiedener Abteilungen deutlich reduziert“, so Wolf weiter. „Bei der Erstellung von Jahresabschlüssen musste bislang zum Beispiel ein Mitarbeiter rund eine Woche lang Abgrenzungsposten prüfen. Heute können wir den entsprechenden Bericht mit einem Mausklick erstellen.“

„Zudem können wir mit SAP BW die Konzessionsabgabentestierung, also die Überprüfung von Zahlungen von und an andere Energieversorger, vereinfachen“, ergänzt Mirco Wünsch, Projektmanager bei Eins. „In der Vergangenheit hatte die manuelle Analyse und Berichterstellung hierfür rund fünf Monate in Anspruch genommen. Mit der neu implementierten Lösung waren die erforderlichen Berichte nach wenigen Stunden fertig und die externe Prüfung war bereits nach zwei Tagen abgeschlossen.“

Dank der nahtlosen Integration von ERP-System, Branchenlösung Data Warehouse konnte auf eine Eigenentwicklung von Adaptern verzichtet werden, was die Implementierung beschleunigte, dass fast vom ersten Tag an angepasste Berichte erzeugt werden konnte. Um sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter die neue Business-Intelligence-Lösung effizient nutzen können, nahm Eins zentrale Anwender als Key-User in das Projektteam auf. Dies waren vor allem Mitarbeiter, die auch schon zuvor an der Implementierung beteiligt gewesen waren. IBM schulte diese Key-User und unterstützt sie auch weiterhin, um die Benutzerakzeptanz in allen Fachabteilungen zu verbessern.

 

Eins Energie in Sachsen

Entstanden aus der Fusion von zwei regionalen Energiedienstleistern, versorgt Eins Energie in Sachsen mehr als 400.000 Kunden mit Energie sowie energienahen Dienstleistungen. Das Unternehmen mit Sitz in Chemnitz erwirtschaftete 2013 mit rund 1.100 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 912 Mio. Euro. Mit insgesamt 51 Prozent sind zu gleichen Anteilen die Stadt Chemnitz und der Zweckverband „Gasversorgung in Südsachsen“ beteiligt, ein Zusammenschluss von 118 Städten und Gemeinden. Ein weiterer Gesellschafter ist die Thüga AG.

www.eins.de

www.ibm.de

www.sap.de

Bildquelle: Eins Energie in Sachsen

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok