Power-Systeme in die Ära neuer IT-Architekturen und Betriebsmodelle überführen

Bimodale IT gefragt

Das Power-System mit IBM i (auch bekannt durch die Vorgänger AS/400, ­iSeries oder System i) erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit – auch bei deutschen Unternehmen. Mit ­iSeries-Anwendern hat es Comarch tagtäglich zu tun – und erfährt dabei hautnah, was Kunden mit AS/400-­Altsystemen und Unternehmen mit aktuelleren Power- und IBM-i-Systemen im Alltag umtreibt.

  • Das Dresdener Cloud-Rechenzentrum von Comarch

  • Getty Images / Istock
  • Unser Autor Bartlomiej Kluska ist ICT-Direktor bei Comarch und betreut zahlreiche Unternehmen mit Power- und IBM-i-Systemen.

Die Prozessorarchitektur „Power“ – kurz für „Performance optimized with enhanced Risc“ – wurde bekanntlich in den 90er Jahren von IBM als Nachfolger der Großrechner- und Midrange-Prozessoren in Bipolar- und CMOS-Bauweise entwickelt. IBM vereinheitlichte damit u.a. auch die 32-Bit- bzw. 48-Bit-­Prozessoren der ­Serverbaureihen RS/6000 und AS/400 auf 64-Bit-­Adressierung in ihrer neuen Familie der Power-Server.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5-6/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Power wurde von Anfang an ent­wickelt, um große Datenmengen möglichst effizient zu handhaben. Power-Systeme werden derzeit immer dann eingesetzt, wenn hohe Leistungen und Verfügbarkeiten gefragt sind. Nicht nur im Mittelstand erfreut sich Power großer Beliebtheit – von allen Fortune 500-Unternehmen betreiben 80 Prozent ihre kritischsten Systeme auf diesen Systemen.

Bei AS/400-Altsystemen den Betrieb aufrechterhalten

Nicht jedes Unternehmen kann oder will die IT-Infrastruktur und die Fachkompetenz selbst im Unternehmen vorhalten. Manches Unternehmen betreibt eine Power-Umgebung, möchte aber seine Capex-Kosten minimieren, bei anderen steht gar die Entscheidung an, die alten IBM-i-Systeme abzuschaffen, weil kein erfahrenes Personal zu finden ist.

Selbst wenn es sich um aktuellere ­Systeme handelt, können die Herausforderungen hinsichtlich Personal und Kosten ähnlich sein. Hinzu kommt hier noch, dass sich das volle Potential aktueller IBM-Power-Hardware dann besonders entfaltet, wenn auch das nötige Wissen, Zeit und Weiterbildung investiert werden.

Aus so unterschiedlichen Gründen greifen Unternehmen auf Service­leistungen zurück: IT-Outsourcing hat das Potential, die Effizienz zu steigern, langfristig das Know-how zu sichern sowie die Kosten zu senken, die mit dem Betrieb der Hardware für IBM i verbunden sind. Dies wird gerade von solchen Unternehmen nachgefragt, die in der AS/400-Umgebung bleiben möchten, ohne sie inhouse vorzuhalten. In diesem Fall raten wir zum Bezug der Power-Leistung aus einem sicheren und hochverfügbaren Rechenzentrum., am besten gleich mit dene passenden Managed-Services für IBM i und Power – als maximal gesicherte Alternative zum Eigenbetrieb für mittelständische und große Unternehmen.

Bimodale IT-Landschaft

Ein weiterer Trend zeichnet sich ab: Die Rolle der Rechenzentren übernimmt zunehmend die Cloud. Bis 2019 wurden Power-Systeme nur Standalone/Bare-Metal betrieben, von internen IT-Teams verwaltet oder auf Managed-Services-Basis an ein Partnerunternehmen ausgelagert. Dieser Ansatz war nicht immer effizient, da Entscheidungen über die geeigneten Anforderungen an die Systemgröße selten im Voraus getroffen werden können.

Im Juni 2019 kündigte IBM die Einführung seiner Cloud-Plattform auf Basis von Power-Systemen an. Mit Hilfe von PowerVC, der erweiterte Virtualisierungs- und Cloud-Management der Plattform, können nun Power-basierte Cloud-Umgebungen geschaffen werden, die einerseits an die Performanz der klassischen AS/400 Maschine im Firmenkeller heranreichen, aber andererseits ein höheres Maß an Flexibilität und Skalierbarkeit ermöglichen.

Wir sind stolz darauf, dass Comarch bereits eine eigene Power-Cloud-Lösung anbieten kann, so dass iSeries-Anwender ihre Infrastruktur in diese Cloud verschieben können – unabhängig davon, ob sie Private-, Public- oder Hybrid-Cloud-Modelle benötigen. Daher kann der Betrieb aus der Cloud eine Alternative sowohl zum eigenen Keller als auch zum beauftragten RZ-Provider sein.

Interessante Möglichkeiten tun sich auf, wenn die Cloud nicht als Alternative, sondern als Ergänzung zu Inhouse-Anwendungen im eigenen RZ eingesetzt wird. Eine so konzipierte IT-Landschaft hat es unter dem Label „bimodal“ zu einiger Berühmtheit gebracht.

Auf dem Weg in die Zukunft mit „agiler IT“

Geprägt wurde der Begriff der „bimodalen IT“ vom renommierten IT-Analystenhaus Gartner Group. In diesem Modell wird die IT-Infrastruktur in zwei Einheiten geteilt: Einerseits in „klassische IT“ im Sinne von sicheren, etablierten und weit verbreiteten Kernsystemen, andererseits in „agile IT“ – also IT-Systeme, die eher in die Zukunft gerichtet sind. Diese laufen dann in der Cloud, quasi on-top oder aber als Backup- oder Disaster-Recovery-Center ergänzend zu den Systemen im Serverraum oder Rechenzentrum.

Bei allen diesen drei Betriebsvarianten für Power-Systeme können Managed-Services hinzugezogen werden. Gemeint sind damit IT-Services, die ein externer Betreiber als Dienstleister verantwortet. Der Managed-Services-Provider übernimmt damit die Verantwortung für die Bereitstellung einer definierten Reihe von Dienstleistungen, inklusive der Koordination und Verwaltung. Dies kann alle Bereiche umfassen, die mit IT-Infrastruktur Berührungspunkte haben: Beratung, Bedarfsanalyse, Planung, Architekturdesign, Feinkonzeption, Projektmanagement, Nachbetreuung, Training, Dokumentation.

Unternehmen sollten aber bei der Nutzung von Cloud- und Outsourcing-Services sicherstellen, dass sie jederzeit die Kontrolle über diese IT-Landschaft innehaben. Entsprechend wichtig ist es, dass die strategische Führung inhouse erfolgt – und dass ein solches IT-Outsourcingprojekt zentral gesteuert wird.

Bildquelle: Comarch, Getty Images / Istock

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