Elemica automatisiert Lieferantenprozesse für Chemieunternehmen

Blockchain für Datentransfer und Zahlungen

Der Dienstleister Elemica, im Jahr 1999 von Lanxess und sieben weiteren Investoren aus der chemischen Industrie zur Vernetzung von Warenwirtschafts-Systemen gegründet, hat vor kurzem ein Blockchain-Pilotprojekt für zwei global aktive Chemieunternehmen erfolgreich abgeschlossen.

  • Die technische Infrastruktur des Blockchain-Pilotprojektes

Ziel des Pilotprojekts ist die Vereinfachung des Dokumenten- und Datentransfers, beispielsweise von Rechnungen, Bestellungen, Lieferangeboten und Liefernachweisen für zwei große globale Chemieunternehmen. Im Rahmen einer Innovationsinitiative testete Elemica so die digitale Anbindung der Chemiekonzerne an ihre Handelspartner und Lieferanten mittels neuer Technologien. Ziel dieser Innovationsinitiative ist es, B2B-Prozesse neu zu definieren und die digitale Transformation zu unterstützen.

Crossinx als Partner

Für die Dauer des Pilotprogramms agieren Elemica und Crossinx, ein deutscher Anbieter von Cloud-basierten Services für die „Financial Supply Chain“, als Knoten einer öffentlichen Blockchain, der strukturierte mit unstrukturierten Daten (z.B. Dokumenten) verbindet, um mehrstufige Zahlungen zu ermöglichen. Crossinx liefert dazu ein Netzwerk für die finanzielle Zusammenarbeit der Unternehmen, Elemica das digitale Supply-Chain-Netzwerk für die Prozessindustrie. Mit der Verbindung zu einem digitalen Netzwerk ermöglicht die Blockchain barrierefreie Many-to-Many-Verbindungen von Unternehmen und erleichtert die Zahlungsabwicklung.

„Wie bei jeder neuen Technologie steht vor der Einführung eine Phase des Lernens und der Entwicklung", sagte Arun Samuga, CTO von Elemica. „Uns gefällt der bisherige Projektverlauf – und wir konnten bereits einige Bereiche für eine erfolgversprechende Anwendbarkeit der Technologie identifizieren."

Im Rahmen des Pilotprojekts testete Elemica die Blockchain bei der Unterstützung einer Many-to-Many-Prozesskette. Die Technologie kann demnach auch dafür verwendet werden, um Lieferkettendaten aus in sich zuvor komplett geschlossenen Managementsystemen herauszulösen. Sie macht die Informationen für alle angeschlossenen Handelspartner zugänglich – unabhängig von deren eigenem Netzwerk. „Unser Ziel ist es, mit der Blockchain den Dokumentenaustausch entlang der Lieferkette zu automatisieren und transparenter zu gestalten“, erklärte Marcus Laube, CEO und Gründer von Crossinx.

Vorteile der Blockchain

Nutzer der Blockchain profitieren bei Anwendungen innerhalb ihrer Supply Chain von folgenden Vorteilen. Vor allem wird der Informationsaustausch zwischen verschiedenen Interessengruppen auf Basis eines vertrauenswürdigen, vermittlerfreien und dezentralen Standards ermöglicht. Dazu kommt, dass die Blockchain bestehende Geschäftsprozesse vereinfacht und sie intelligenter macht. Möglich werden unter anderem:

  • die automatische Bestellung basierend auf IoT-Informationen,
  • eine automatische Rechnungserstellung basierend auf Paketannahmen oder Proof of Delivery-Nachweisen (PoD),
  • der automatische Abgleich von Rechnungen,
  • automatisierte Zahlungsprozesse und
  • automatisierte Bestellbestätigungen.

Zusätzlich ist die Erweiterung des Systems auf andere komplementäre dezentrale Netzwerke und weitere IoT-Geräte möglich. Der Erfolg des Blockchain-Pilotprojekts zeigt laut Samuga, dass die neuen Technologien und damit der Austausch von Informationen, Arbeitsabläufen und Wirtschaftsprozessen in Echtzeit Unternehmen einen hohen Mehrwert bringen.

Crossinx betreibt im deutschsprachigen Raum ein Unternehmensnetzwerk für das Rechnungswesen im privaten und öffentlichen Bereich – mit über 150.000 verbundenen Unternehmen und einem Rechnungsvolumen von 25 Mrd. Euro. Ein Team bestehend aus 100 Mitarbeitern unterstützt Unternehmen bei der Digitalisierung dokumentenbasierter Finanz- und Geschäftsprozesse.

Digitales Versorgungsnetzwerk

Elemica betreibt ein digitales Versorgungsnetzwerk für die verarbeitende Industrie. Zum Geschäftskonzept des Softwareanbieters gehört die digitale Transformation geschäftsübergreifender Lieferkettenprozesse, wobei für die Produkte der Kunden die Kauf-, Verkaufs- und Logistikprozesse aller zugehörigen Lieferanten, Produzenten und Empfänger miteinander verbunden, automatisiert und optimiert werden. Jährlich bewegen die Kunden über dieses Netzwerk Handelsgüter im Wert von 500 Mrd. Dollar. Bestellungen, Auftragsbestätigungen, Rechnungen und andere wichtige Logistikdaten werden schnell zwischen dem eigenen Warenwirtschaftssystem und den Systemen der Partner ausgetauscht.

Elemica verspricht eine deutliche Reduktion des IT-Aufwands und mehr Sicherheit, weil alles mit einem einzigen Anschluss statt vieler Schnittstellen erfolgt. Dennoch bietet der Dienstleister Einzelverbindungen und personalisierte Informationen an; Transaktionen sind für Dritte verschlüsselt.

Bildquelle: Elemica

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