JDA Software gibt die Übernahme des KI-Experten bekannt

Blue Yonder verkauft

JDA Software, ein US-Anbieter von Supply-Chain- und Handels-Lösungen mit mehr als 4.000 Kunden weltweit, übernimmt von der Otto Group, Firmengründer Dr. Michael Feindt und dem Investor Warburg Pincus die über 150 Mitarbeiter starke Software-Schmiede Blue Yonder. Finanzielle Details, wie der Kaufpreis, wurden nicht genannt.

Dr. Michael Feindt, Blue Yonder

Dr. Michael Feindt, der Kopf hinter Blue Yonder, bleibt nach der Übernahme an Bord.

Blue Yonder, ein Karlsruher Experte für KI-Lösungen im Einzelhandel, wurde 2008 gegründet – mit der Unterstützung des Gründungsinvestors Otto sowie 2014 einer Wachstumsfinanzierung von Warburg Pincus. Die Akquisition, die nach Zustimmung der Wettbewerbsbehörden und der JDA-Aktionäre noch im August vollzogen werden soll, spiegelt die zunehmende Bedeutung der Verknüpfung von Daten und dem auf KI basierenden Erkenntnisgewinn für Supply-Chain-Entscheidungen wider. Sie baut auf der Strategie von JDA auf, kognitive und vernetzte Lösungen für die Lieferketten von Handelsunternehmen zu entwickeln.

Zu den Kunden von Blue Yonder gehören Kaufland, Orsay, Ernsting‘s Family und DM, aber auch die britische Supermarktkette WM Morrisons und das E-Commerce-Unternehmen Otto. „Mit der globalen Ausrichtung von JDA haben wir eine hervorragende Möglichkeit, den Einsatz unserer KI-Lösungen in den größten und komplexesten Lieferketten der Welt voranzutreiben und Unternehmen dabei zu unterstützen, KI-Innovationen und automatisierte Entscheidungen in ihren Lieferketten voranzutreiben", sagte Uwe Weiss, CEO von Blue Yonder.

KI für den Handel

Schon heute beschäftigt Blue Yonder hierzulande eines der größten Teams von Data Scientists mit dem Fokus auf Supply Chain und Handel. Die Software liefert tagtäglich mehrere hundert Millionen automatisierter Entscheidungen und Prognosen; sie soll in die nächste Generation der Luminate-Plattform von JDA eingebaut werden – zuerst in den Luminate Control Tower, der Daten verbindet und so für mehr Transparenz über die gesamte Lieferkette eines Unternehmens sorgt.

Blue Yonder automatisiert komplexe Entscheidungen mit Hilfe von KI/ML-Systemen. Das passt zur JDA-Strategie; der Softwarekonzern will KI in alle Bereichen seiner SaaS-Roadmap einbetten, von der Planung des Einzelhandels und der Lieferkette über die Ausführung bis hin zum Mitarbeitermanagement und der Bereitstellung über alle Kanäle. „Die kognitiven Fähigkeiten des gesamten Lösungsportfolios von JDA – von der Planung über die Ausführung bis zur Auslieferung – werden durch die Nutzung der fortschrittlichen KI/ML-Funktionen von Blue Yonder erheblich verbessert und beschleunigt“, heißt es in der Pressemitteilung.

Warendisposition und Preisoptimierung

Die intelligenten Lösungen von Blue Yonder zur Warendisposition und Preisoptimierung sollen die JDA-eigenen Einzelhandelslösungen ergänzen bzw. verbessern. Die ML-Technologie bietet den Einzelhandelskunden von JDA sofort und direkt Möglichkeiten, ihre Preise, Promotionen, Abschriften und Warenfluss dynamisch zu verbessern. Deren fundierte Prognosen liefern für die Disposition von schnellen und kurzlebigen Produkten (vor allem im Frischebereich) erheblichen Mehrwert – und führen zu weniger Abfall sowie verbesserter Nachhaltigkeit.

Als Teil des weltweit aktiven Softwarehauses will Blue Yonder sein Wachstum beschleunigen, mehr in die Entwicklung seiner Produkte investieren und den Kunden noch mehr Innovationen zu liefern. Um diese gemeinsame Mission zu erfüllen, wird Firmengründer Dr. Michael Feindt, ein ehemaliger CERN-Physiker und KIT-Professor, für beide Unternehmen die technologischen Innovationen weiter vorantreiben. CEO Uwe Weiss wird dem Operating Committee der JDA beitreten.

Bildquelle: Blue Yonder

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