BME-Bundesvorstandsvorsitzende Gundula Ullah: Sustainability jetzt in das Krisenmanagement mit einbeziehen
„Die Studie zeigt deutlich, dass monetäre Aspekte immer noch Vorrang haben vor Nachhaltigkeitskriterien“, sagt Matthias Droste, Country Manager DACH von Expense Reduction Analysts. Ein Grund seien die aktuellen globalen Krisenherde. Droste: „Im Moment machen Unternehmen das Dringende vor dem Wichtigen. Dennoch bleiben Nachhaltigkeit und die Reduzierung des CO2-Ausstoßes die Themen des Jahrzehnts.“
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Aufgrund der zugespitzten geopolitischen Weltlage setzen viele Unternehmen ihre Schwerpunkte neu, beobachtet BME-Bundesvorstandsvorsitzende Gundula Ullah. Das biete ihnen gleichzeitig aber auch die Chance, das Thema Sustainability jetzt in das Krisenmanagement mit einzubeziehen, gerade weil die angespannte Versorgungslage alle dazu zwingt, Dinge neu zu denken.
Ein weiterer Grund, warum Unternehmen bei Nachhaltigkeitsaktivitäten nicht schneller voranschreiten, sind fehlende Transparenz, Standards und Kennzahlen. Droste: „Hier sehen wir ganz deutlich den Gesetzgeber gefordert, klare und nachvollziehbare Rahmenbedingungen zu schaffen, an denen sich Unternehmen verlässlich orientieren können.“ Da 49 Prozent nachhaltiges Wirtschaften als gesellschaftliche Aufgabe sehen, könnten so die Aktivitäten der Unternehmen deutlich beschleunigt werden.
Treiber von Nachhaltigkeitsinitiativen ist in den meisten Unternehmen die Geschäftsführung. Deren Unterstützung ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Erst dann kann der Einkauf auch nachhaltig aktiv werden. Den Umfrageergebnissen zufolge haben nur die wenigsten Unternehmen in ihren Ausschreibungen feste ESG-(Environmental, Social, Corporate Governance)-Kriterien integriert (15 Prozent) oder setzen soziale oder ökologische Aspekte monetären gleich (sieben Prozent). Dies führt auch dazu, dass wenig externer Druck herrscht, Nachhaltigkeitsaktivitäten zu starten. Bisher gibt es kaum Fälle, wo Unternehmen Aufträge aufgrund fehlender Nachhaltigkeitsanstrengungen verloren haben.
Dennoch haben 42 Prozent der Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt; obwohl nicht alle gesetzlich dazu verpflichtet sind. Zudem sind 41 Prozent nach Nachhaltigkeits-Standards auditiert bzw. zertifiziert und 23 Prozent veröffentlichen Nachhaltigkeitsaktivitäten auf gängigen Plattformen.
Bildquelle: BME, Anncapictures/Pixabay