Schweizer Schraubenhändler modernisiert das Zentrallager

Bossard schraubt an der Effizienz

Zur intelligenten Steuerung der komplexen Förderanlagen im Zentrallager Zug hat Bossard den Materialfluss-Controller LFS.mfc der Ehrhardt + Partner-Gruppe aus Boppard implementiert – und nutzt zudem die integrierten Visualisierungs- und Emulationstools. Gesteuert werden 18 vollautomatische Regalbediengeräte sowie 92 Kommissionierrutschen.

Bossard, Zentrallager Zug

Der neue Materialfluss-Controller im Zentrallager Zug regelt den Transport der Umkartons zu den beiden Kommissioniersortern. Jedem der 23 Kommissionier-Plätze sind zur Aufnahme der Umkartons vier Rutschen zugeordnet.

Als weltweit agierender Spezialist im Bereich Verbindungstechnik bietet Bossard für jeden Anwendungsfall das passende Produkt – von Verbindungselementen wie Schrauben und Muttern über Spezialentwicklungen im Anwendungs-Engineering bis hin zur Kundenlogistik. Damit Kunden die bestellten Verbindungs- und Sicherungselemente schnellstens erhalten, setzt das schweizerische Unternehmen in seinem Zentrallager in Zug auf Automatisierungstechnik; dort lagern rund 2 Mio. Artikel. Von dort aus werden mithilfe moderner Lagerinfrastruktur täglich circa 1.500 Sendungen aus 10.000 Kartons im Ein-Schicht-Betrieb kommissioniert und weltweit versandt.

Intelligenter Materialfluss-Controller

Auf der Suche nach einem neuen, intelligenten Materialfluss-Controller für die hochtechnisierten Förderanlagen entschied sich das Traditionsunternehmen für die Implementierung des Materialflussrechners LFS.mfc der deutschen Ehrhardt + Partner-Gruppe, zu deren Kunden Bossard bereits seit der Einführung der Lagermanagementsoftware LFS/400 im Jahr 2006 zählt.

Der neue Materialflussrechner soll die Steuerung, Überwachung und Analyse automatisierter Lagereinheiten und Fördertechniken verbessern. So kontrolliert die Software beispielsweise im automatischen Kleinteilelager (AKL) mit seinen 480.000 Kartonstellplätzen 18 vollautomatische Regalbediengeräte (RBG) mit jeweils einem exklusiv für Bossard entwickelten Lastaufnahmemittel.

Zudem regelt LFS.mfc den Transport der Umkartons zu den beiden Kommissioniersortern. Jedem der 23 Kommissionierplätze sind zur Aufnahme der Umkartons vier Rutschen zugeordnet. Die Befüllung der Rutschen steuert – in Abhängigkeit von der Auslastung der jeweiligen Loops – ebenfalls der Materialfluss-Controller.

In sechs Wochen zum Go-live

Zusätzlich zum Materialflussrechner nutzt Bossard die Visualisierungs- und Emulationstools LFS.mfv und LFS.mfe. Mit LFS.mfe konnten schon vor der Inbetriebnahme die Funktionalitäten und Logiken des LFS.mfc in der Bossard-Umgebung getestet werden.

Durch die Abbildung der Automatikanlage in einem 3D-Modell, das sich wie die reale Anlage verhält, ist es gelungen, die Test- und Inbetriebnahmephase trotz der Komplexität der Anlage auf einen Zeitraum von nur sechs Wochen zu reduzieren. Das Visualisierungstool LFS.mfv zeigt sämtliche Materialflüsse in 3D im Live-Betrieb. So ist der Leitstand jederzeit darüber informiert, wo sich ein Karton auf der Fördertechnik befindet und ob eine Störung vorliegt.

Großprojekt geht weiter

Die Implementierung des Materialflussrechners war aber nur ein Teilschritt in einem weitaus größeren Projekt, das Bossard zusammen mit Ehrhardt + Partner realisiert. Neben dem für 2018 in Deutschland in einem manuellen Lager als Pilotprojekt geplanten Einsatz von LFS.wms sollen ab 2019 auch im schweizerischen Zug die Warenbewegungen des automatischen Zentrallagers durch das Lagerführungssystem LFS.wms gesteuert werden. In weiteren Phasen soll LFS.wms an allen weltweiten Standorten ausgerollt werden. Davon verspricht sich Bossard eine weitere deutliche Effizienzsteigerung der logistischen Abläufe.

Bildquelle: Bossard

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