Mit Datenschutz für mehr Vertrauen in Künstliche Intelligenz sorgen

BvD: Datenschutz als Wettbewerbsvorteil

Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) plädiert dafür, das Thema Datenschutz bei digitalen Technologien wie zum Beispiel Künstlicher Intelligenz als Wettbewerbsvorteil auszubauen.

Thomas Spaeing, Vorstandsvorsitzender des BvD

Thomas Spaeing, Vorstandsvorsitzender des BvD, warnt davor, durch Schwächen beim Datenschutz das Kundenvertrauen zu verspielen.

Dabei befürwortet der BvD den in den Leitlinien von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen propagierten „eigenen, europäischen Weg“, der „hohe ethische Datenschutz- und Sicherheitsstandards“ wahrt. „Datenschutz schafft Transparenz und Vertrauen und erleichtert damit maßgeblich die Akzeptanz von Digitalisierung bei den Kunden und in der Gesellschaft“, erläutert Thomas Spaeing, Vorstandsvorsitzender des BvD. „Das gilt insbesondere für KI.“

Wichtig sei es für Europa nun, sich die Vormachtstellung im Bereich Datenschutz nicht nehmen zu lassen, sagt Spaeing. „Die europäische Datenschutz-Grundverordnung gilt nach anfänglicher Kritik mittlerweile als einziger internationaler Standard. Wenn wir nicht aufpassen, dann haben uns die anderen nicht nur bei der Digitalisierung, sondern bald auch beim Datenschutz und damit beim Schlüsselfaktor Kundenvertrauen überholt.“

Lotsen für Einführung und Betrieb von KI

Den Datenschutzbeauftragten in Unternehmen falle gerade im Bereich der Künstlichen Intelligenz eine wichtige Rolle zu: Sie unterstützen die Unternehmen mit ihrer Fachkenntnis dabei, KI-Projekte von Anfang an datenschutzkonform aufzustellen. „Die Datenschutzbeauftragten werden damit zu Lotsen für die Einführung und den Betrieb von KI-Systemen“, so Spaeing.

Umso unverständlicher ist für ihn die andauernde Diskussion um die betrieblichen Datenschutzbeauftragten. Die Schwächung der Unternehmen durch die Aushöhlung der Benennungspflicht sei absolut rückwärtsgewandt. „Um millionenfach personenbezogene Daten zu verarbeiten, braucht es heute nur noch wenige Personen. Die Grenze der Benennungspflicht an der Zahl der Mitarbeiter festzumachen zeigt, dass Teile der Politik die Digitalisierung nicht wirklich verstanden haben“, kritisierte Spaeing (vgl. BvD-Positionspapier vom 28. September 2018).

Spaeing kündigte an, dass sich der BvD und der Dachverband European Federation of Data Protection Officers (EFDPO) für die Verbesserung der Regelungen bei einem gleichzeitig starken Datenschutz im Zuge der im Mai anstehenden DSGVO-Evaluierung einsetzen werden. Dabei plädieren die Mitgliedsverbände auch für eine Entlastung von Vereinen und kleinen Betrieben etwa bei der Dokumentationspflicht, soweit diese nicht digitale Geschäftsmodelle betreiben.

Bildquelle: BvD

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