DSAG: Umfassende Aufklärung der Anwender noch notwendig

C/4 Hana – ein Produkt für alle Fälle?

Auf der SAP-Hausmesse Sapphire Now 2018 kündigte SAP im Juni das CRM-Lösungspaket C/4 Hana an. Es soll Unternehmen in Marketing, Vertrieb und Kundenservice eine einheitliche Sicht auf ihre Kunden ermöglichen, die bisher aufgrund der vielen unterschiedlichen SAP-Lösungen, die vielfach aus Firmenübernahmen stammen, nur sehr schwer erreichbar ist.

Auf der Sapphire Now 2008: SAP-Chef Bill McDermott

Auf der Kundenveranstaltung Sapphire Now in Orlando: Euphorisch stellt SAP-Chef Bill McDermott am 5. Juni die neue CRM-Suite vor.

Mit diesem Ansatz möchte SAP nach Ansicht der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) gezielt dem Cloud-Anbieter Salesforce Konkurrenz machen, der bisher am stärksten vom Boom bei Software für das Kundenmanagement profitiert. Das sei nachvollziehbar; allerdings müsse SAP erst noch zeigen, „dass C/4 Hana mehr als nur ein Marketing-Label ist“.

Die Hoffnung ist da...

Das neue Produkt ist im Prinzip interessant für alle Unternehmen, sind sich die DSAG-Sprecher Aleksandar Rogic, Tilo Freund, Stephan Mutz und Klaus Oelschläger einig. Sie erwarten eine Produktsuite, die einen durchgängigen und integrierten Lösungsansatz bietet, der die heute nur schwer überschaubaren SAP-Lösungen in Marketing, Vertrieb und Kundenservice bündelt.

„Die Ankündigungen hören sich gut an. Vor allem die Prozessintegration über die verschiedenen Systeme hinweg ist für Kunden wichtig“, erläutern die DSAG-Sprecher. Allerdings seien viele Kunden durch die bisherigen Erfahrungen mit On-Premise-Lösungen wie SAP CRM abgeschreckt. Hier herrsche zwar eine hohe funktionale Abdeckung, aber die Implementierung und der Betrieb seien aufwändig.

allein, es fehlt der Glaube

„Vielen Anwendern fehlt bislang der Glaube, dass die technische Umsetzung von C/4 Hana zeitnah dem Marketingansatz folgt“, urteilt das Sprecherteam. Insgesamt sei die Nachfrage nach Informationen dennoch groß – insbesondere zur Strategie hinter dem Lösungspaket. Hier müsse der Hersteller durch gezielte Maßnahmen sowohl IT, Fachbereich als auch Management abholen. Zudem ist es wichtig, wie das Unternehmen mit der Lizenzthematik umgeht. Mit welchem Aufwand und zu welchen Kosten können Kunden migrieren, die heute bereits CRM/E-Commerce-Lösungen von SAP nutzen? Werden Lizenzen angerechnet? Gibt es Upgrade-Pfade? Solche Fragen harren der Antwort.

Potenzial in der neuen Lösung sehen die DSAG-Sprecher insbesondere hinsichtlich des Funktionsumfangs, denn: „Manche Kunden haben sich in einem On-Premise-System über die Jahre einen Funktionsumfang aufgebaut, den sie gar nicht benötigen. Somit kann der Weg zu einer schlankeren Cloud-Lösung Vorteile bringen.“

Eher viel Aufwand zu erwarten

Auch auf die Frage, ob das Lösungspaket bereit zur Installation ist, sind sich die Sprecher der DSAG-Gremien Vertrieb & Marketing sowie E-Commerce bei der Antwort einig: „Teile der Produktfamilie können mit relativ wenig Aufwand und mit kurzer Durchlaufzeit implementiert werden, wie z. B. Cloud for Sales (jetzt: SAP Sales Cloud) in einem Greenfield-Ansatz. Ansonsten sind die Erfahrungen eher so, dass es sich um ein längerfristiges Projekt handelt.“

Speziell im E-Commerce-Bereich herrscht bei der DSAG der Eindruck vor, „dass es noch weiterer technischer Anstrengung bedarf, um eine gute Integration zwischen den Produkten SAP Cloud for Customer (C4C) und Hybris Commerce zu erzielen“. Hier sei spürbar, dass zwei unterschiedliche Philosophien von Hybris (2013 übernommen) und SAP aufeinanderträfen, die erst langsam zusammenwachsen.

Bildquelle: Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG)

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