Investmentgesellschaft kauft Syncsort und Vision Solutions zurück

Clearlake Capital kauft Precisely

Die beiden amerikanischen Private-Equity-Gesellschaften Clearlake Capital Group und TA Associates wollen in einem 3,5-Milliarden-Dollar-Deal die Kontrolle über das Softwarehaus Precisely (früher Syncsort) von Centerbridge Partners übernehmen. Es ist bisher weder bekannt, wie viel Clearlake und TA Associates jeweils an Precisely besitzen werden, noch wie der Deal finanziert wird. Nur soviel: Centerbridge bleibt Minderheitsinvestor.

Precisely-CEO Josh Rogers

CEO Josh Rogers im Mai 2020 anlässlich der Umfirmierung von Syncsort in Precisely.

Am 3. März gab das auf Datenintegrität spezialisierte US-Softwarehaus Precisely die Unterzeichnung einer endgültigen Vereinbarung der Übernahme durch die Clearlake Capital Group und TA Associates bekannt. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Quartal 2021 erwartet, vorbehaltlich der üblichen behördlichen Genehmigungen und Abschlussbedingungen.

Josh Rogers, CEO von Precisely, soll das Unternehmen weiterhin mit seinem Management-Teams leiten. Obwohl die Bedingungen der Transaktion nicht bekanntgegeben wurden, sprechen sowohl die Nachrichtenagentur Reuters als auch das Wall Street Journal von einem 3,5-Milliarden-Dollar-Deal.

Centerbridge Partners hatte im Jahr 2017 die beiden US-Softwarehäuser Syncsort und Vision Solutions für 1,26 Milliarden Dollar von Clearlake Capital erworben. Clearlake behielt eine Minderheitsbeteiligung an dem kombinierten Unternehmen, nachdem dieser Deal abgeschlossen war. Im Dezember 2019 folgte die Übernahme des Software- und Datengeschäfts von Pitney Bowes für 700 Mio. Dollar, im Mai 2020 die Umbenennung von Syncsort in Precisely.

Der Umsatz mit rund 12.000 Kunden, darunter Großbanken und viele Midrange-Anwender, wurde im vergangenen Jahr mit rund 600 Mio. Dollar beziffert; er soll dieses Jahr auf 650 bis 700 Mio. Dollar steigen, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf CEO Rogers. „Angesichts der Tatsache, dass die weltweiten Ausgaben für die digitale Transformation bis zum Jahr 2031 voraussichtlich 2,3 Billionen US-Dollar erreichen werden, ist Precisely gut positioniert, um schnelles Wachstum zu generieren“, wird Rogers in der Presseinformation zitiert. „Organisationen auf der ganzen Welt konzentrieren sich zunehmend auf ihre Fähigkeit, sichere Geschäftsentscheidungen auf der Grundlage von vertrauenswürdigen Daten mit maximaler Genauigkeit, Konsistenz und Kontext zu treffen.“ Er verweist auf die Erfahrung der neuen Mehrheitseigner in der Zusammenarbeit mit Softwarefirmen, um komplexe, kritische Geschäftsherausforderungen zu lösen und durch operative „Best Practices“ und M&A-Strategien das Wachstum zu beschleunigen.

„Während der fast vierjährigen Partnerschaft von Centerbridge mit Josh und seinem Führungsteam hat Precisely seinen Fokus von IBM Mainframe und Power Systems zu einem führenden Anbieter im Bereich Datenintegrität über alle Datenquellen hinweg mit einer breiteren Produktpalette erweitert", ziehen die Centerbridger-Manager Jared Hendricks und Chris Litchford ihre Bilanz – das Team rüste sich jetzt bereits für die nächste Wachstumsphase.

Die IBM i- und Mainframe-Produkte werden auch in Zukunft wichtig für Precisely bleiben, auch wenn das Unternehmen plattformunabhängig agiert – zum Beispiel im Bereich der Datenintegration mit der Integrate-Suite mit Funktionen für ETL, Change Data Capture (CDC) und Datenmigration. Damit lassen sich IBM-i-Daten auch mit einem Cloud-basierten Data Warehouse verknüpfen, wie etwa Snowflake oder Databricks. Außerdem bleibt die bekannte Hochverfügbarkeits-Suite Mimix Teil des Portfolios.

Bildquelle: Precisely

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