„Software Defined Storage“ auch für IBM i

„Cloud-of-Clouds“-Ansätze

Mit „Spectrum Storage“ stellt IBM ein neues Portfolio von Speichersoftware vor, das die Effizienz der Datenspeicherung verbessern soll. Dazu wurde jetzt zunächst das Speichersystem XIV in eine virtuelle Maschine gepackt; später will IBM auch die Datenspeicherung auf Flash, Festplatten oder Magnetbändern weiter von der Hardware entkoppeln. Ebenfalls neu sind die beiden Flash-Systeme V9000 und 900, als Ergebnis einer 1-Mrd.-Dollar-Investition in Flash seit 2013.

Jamie Thomas, General Managerin bei IBM für Storage and Software Defined Systems, führt die intuitive grafische Benutzeroberfläche für das Management-Dashboard vor, die sich mit Spectrum Control für ein konsolidiertes Gesamtmanagement integriert.

Außerdem will „Big Blue“ in den kommenden fünf Jahren mehr als 1 Milliarde Dollar in „Software Defined Storage“ (SDS) der nächsten Generation investieren, vor allem in die Forschung bei neuen Cloud-Storage-Software-, Object-Storage- und Standard-Technologien inklusive Open Stack. Die Botschaft hinter diesen beiden Mega-Investments: Storage bleibt trotz der jüngsten Hardware-Desinvestitionen – x86-Server, Chipfabriken – für IBM „strategisch“.

Die neue Software Spectrum Storage baut auf mehr als 700 Patenten auf und soll Kunden beim Übergang in Hybrid-Cloud-Geschäftsmodelle unterstützen. Sie soll den „Data Footprint“ verkleinern und so die Kosten der Datenspeicherung senken. „Dabei wird auch die Speicherleistung maximiert“, sagt IBM-Sprecher Hans-Jürgen Rehm. Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit würden ebenfalls berücksichtigt. Große Datenmengen lassen sich von einer einzigen Konsole verwalten, um diese so ablegen, wie und wo Kunden es wünschen: Von Flash-Speicher für schnellen Zugriff über Disk bis hin zu Tape und Cloud für niedrigen Kosten.

Sechs neue Storage-Produkte

Das Spectrum-Storage-Portfolio, das aus den sechs Produkten Virtualize, Accelerate, Scale, Control, Protect und Archive besteht, kann über 300 verschiedene Speichergeräte und Yottabytes (1 Billion Terabyte) an Daten zentral verwalten. Es ist interoperabel mit IBM- und non-IBM Hardware (inklusive IBM i). Mit Spectrum Control und Protect werden dabei die klassischen Aufgaben von Speichermanagement, Backup und Recovery abgedeckt. Spectrum Virtualize baut auf dem „SAN Volume Controller“ (SVC) auf, während hinter dem Scale-Produkt das „General Parallel File System“ (GPFS) und hinter dem Spectrum-Produkt Archive die Bandtechnologien wie das „Linear Tape File System (LTFS) stecken.

In der Presseinformation in den Vordergrund gerückt wurde Spectrum Accelerate, weil dahinter wohl die meiste Entwicklungsarbeit steckt. Damit lassen sich vorhandene Speicherinfrastrukturen um Funktionen des XIV-Speichers ergänzen, der kein Tuning benötigt und sich dynamisch in wenigen Minuten erweitern lässt - im Gegensatz zu den Monaten, die es üblicherweise dauert, Speicherhardware zu beschaffen, zu installieren und zu betreiben.

Betriebskontinuität auch im K-Fall

Die Software Accelerate sorgt laut Rehm „für Betriebskontinuität auch im K-Fall für alle zugeordneten Daten, verglichen mit dem Risiko des Verlustes von Daten aus 15 Minuten oder mehr Betriebszeit bei einigen konkurrierenden Speichersoftwareangeboten“. Sie biete Geschwindigkeit sowie Datensicherheit und -schutz –bei der Einführung neuer Workloads in Hybrid-Cloudumgebungen essentiell für Kunden in datenzentrischen Branchen wie Finanz, Gesundheitswesen, Handel und Telekommunikation.

Spectrum Accelerate kann laut Rehm bestehende RZ-Ressourcen bündeln, um damit eine unternehmenseigene Hyper-Cloud-Umgebung zu bauen. Die Software steuere über ein Dashoard die Datenhaltung quer über vorhandene Rechenzentren und für dedizierte Zwecke aufgebaute Cloud-Umgebungen. IBM plane noch in diesem Jahr, einen Multi-Cloud-Connector als Software-Funktion in Spectrum Storage einzuführen. Damit lassen sich Daten dynamisch zwischen multiplen Clouds migrieren, wobei sie vertraulich und sicher bleiben. Dieses Werkzeug führt zu einem „Cloud-of-Clouds“-Ansatz der zu einem stärkeren Schutz vor Ausfällen und eventuellen Datenverlust führt, als eine einzelne Cloud sie jemals liefern könnte.

IBM i mit Spectrum Virtualized

Die neue Software verbessert Wirtschaftlichkeit der Datenspeicherung – auch für Anwender von IBM i, wie DV-Dialog auf Nachfrage von Ralf Colbus erfuhr. Der Storage-Experte der IBM führt aus: Das System i stehe zwar in einigen Fällen wie Spectrum Accelerate (XIV in Software) oder Spectrum Scale (auf Basis von GPFS und ESS) noch abseits, könne aber Spectrum Virtualized via VSC/SVC (Virtual Storage Center / SAN Volume Controller) nutzen und so auch in eine SDS-Umgebung überführt werden.

Mit den beiden neuen Flash-Speichern V9000 und 900 auf Basis vonn Micron MLC-Flash-Chip-Technologie wartet IBM auf. Beide bieten vier mal mehr Speicherplatz auf weniger Raum als die EMC-Produktfamilie XtremIO, heißt es in der IBM-Presseinformation zu den Nachfolgern der Modelle. Die neuen Modelle bieten bei vergleichbarer I/O-Rate rund 40 Prozent mehr Kapazität als ihre Vorgänger.

Blitzschnell

Das Flash-System V9000 bietet in einem 6U-Gehäuse von 2 bis zu 456 TB Speicherplatz und paart laut Hersteller die Vorteile von „Software Defined Storage“ mit der Geschwindigkeit von Flash. Beim Einsatz dieses Systems können Kunden ihre bestehenden Speichersysteme in einer Verwaltungsdomain zusammenfassen und dabei aktuelle Virtualisierungstechnologie und Services implementieren. In einem V9000-Array können laut Hersteller bis zu 32 PB Daten einheitlich verwaltet werden

Das kompaktere Flash-System 900 bringt auf zwei Höheneinheiten 2 bis 57TB unter. Es soll ebenfalls Ausfallsicherheit und Effizienz bieten – und in weniger als zwei Stunden einsatzbereit sein; konventionell dauert das mehrere Tage.

Das Herz beider Systeme bildet die Flash-Core-Technologie der IBM, die im Sommer 2012 mit der Übername des Herstellers Texas Memory Systems erworben wurde. Diese Ankündigung soll das Engagement der IBM unterstreichen, Flash-Speicher für Unternehmen aller Größenordnungen und Branchen anzubieten. „Viele unserer Kunden müssen einen immer größeren Mehrwert aus ständig wachsenden Datenmengen gewinnen“, sagte Jamie Thomas, General Manager, Storage und Software Defined Systems bei IBM. „Flash-Systeme beschleunigen wichtige Anwendungen und verbessern Abläufe und Services.“

www.ibm.com/spectrumstorage

www.ibm.com/systems/de/storage/flash

Bildquelle: Jared Lazarus / IBM

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