Skytap ab sofort über Microsoft Azure öffentlich verfügbar

Cloud-Service für IBM-i-Anwender

Die Seattle ansässige Firma Skytap bietet einen mandantenfähigen Self-Service-Dienst in der Public Cloud an, der über Microsoft Azure auch IBM-Power-Anwendungen unterstützt – und zwar außer auf IBM i auch auf AIX- und Linux-Betriebssystemen. Der Dienst startet im Osten der USA, soll aber aber in Westeuropa angeboten werden.

  • Die Architektur des Skytap-Dienstes

  • Blick auf eine Anwendung, die auf Basis von Power9 und x86 in Skytap on Azure ausgeführt wird.

  • Skytap, der "Stecker" in die Clouds

Nachdem Skytap im September 2019 gemeinsam mit Microsoft die öffentliche Bereitstellung seines Dienstes für die Ausführung von IBM-Power-Anwendungen in der Azure-Cloud angekündigt hatte, wurde am 27. Februar die öffentliche Verfügbarkeit dieses Dienstes bekannt gegeben. Der Dienst ist zunächst nur in der Azure-Region „USA Ost“ verfügbar, doch die Expansion nach Westeuropa, Zentral-USA-Süd und Südostasien ist bereits geplant. Die Verfügbarkeitstermine für diese Regionen werden in den kommenden Monaten bekannt gegeben.

Skytap ist im Azure Marketplace gelistet und soll noch im ersten Halbjahr 2020 transaktionsfähig werden. Dieser Service erlaubt den Cloud-Betrieb vollständiger Anwendungsumgebungen, die mit lokalen Rechenzentren der Kunden kompatibel sind – darunter auch nativ laufende AIX-, IBM-i- und Linux-Workloads auf Power-Systemen. Laut Skytap-CEO Brad Schick vereinfacht das die Migration vorhandener Systeme auf Azure erheblich dadurch, dass keinerlei neue Architekturen oder Plattformen erforderlich seien; Unternehmen und Softwarehäuser könnten so die Vorteile der Cloud auch für die komplexesten IBM-i-Anwendungen nutzen. „Sie können ihre traditionellen Anwendungen aus alternden Rechenzentren verlagern und alle Vorteile von Azure nutzen, um schneller und innovativer zu arbeiten“, so Schick.

„Wir mussten für einen neuen Kunden zeitnah eine neue Konfiguration unserer Software für ein Power-System validieren“, berichtet Jeff Zeisler, VP of Field Services beim Pilotkunden Delphix, über erste Praxiserfahrungen mit dem neuen Dienst. Man habe diese neue Konfiguration dann auf Azure schnell bereitstellen und mittels des bewährten Standard-Sets von Qualitätssicherungs-Tests validieren können. Das sei so gut gelaufen, „dass wir den Einsatz von Skytap nun definitiv erweitern wollen.“

Mehr als nur Microsoft-Workloads

Azure war zu Beginn als Cloud für vorhandene Microsoft-Workloads konzipiert. „Wir möchten sicherstellen, dass alle unsere Kunden die Azure-Dienste in vollem Umfang nutzen können“, motiviert Eric Lockard, bei Microsoft weltweit für „Azure Dedicated“ verantwortlich, die neue Partnerschaft in einem Blogbeitrag.

„Aufgrund der Vielfalt ihrer lokalen Plattformen, der Komplexität ihrer Umgebungen und der geschäftskritischen Anwendungen, die in diesen Umgebungen ausgeführt werden, können bisher nicht alle Kunden die Vorteile von Azure-Diensten nutzen“, so Lockard weiter. Um Abhilfe zu schaffen, arbeite man mit vielen Partnern zusammen, um spezialisierte Anwendungsplattformen zu schaffen, darunter Cray, SAP und Netapp – und eben auch Skytap.

Gerade die Migration von Power-Anwendungen in die Cloud gilt wegen des notwendigen Re-Platforming als komplex, schwierig und langwierig, zumal dem traditionell häufig die Kernanwendungen betroffen sind. „Die Idee, diese Anwendungen neu zu entwerfen oder zu migrieren, nur um Cloud-nativ zu werden, kann schon entmutigen“, gibt Lockard zu. Mit dem Skytap-Dienst jedoch könnten Kunden schneller mit Innovationen in verschiedenen Anwendungen beginnen, weil sie die volle Breite der nativen Azure-Dienste nutzen und in ihre vorhandenen Anwendungen integrieren könnten. All dies sei „mit minimalen Änderungen an der Art und Weise möglich, wie vorhandene IBM Power-Anwendungen lokal verwaltet werden.“

Power9-Server als Basis

Mit Skytap on Azure bringt Microsoft die einzigartigen Funktionen von IBM Power9-Servern in Azure-Rechenzentren, die direkt in das Azure-Netzwerk integriert sind“, beschreibt Lockard die Vorgehensweise. Azure ermögliche es Skytap, „ihre Plattform mit minimaler Konnektivitätslatenz für native Azure-Dienste wie Blob-Speicher, Netapp-Dateien oder Virtuellen Azure-Maschinen bereitzustellen“.

Die Ankündigung erfolgt in einer Zeit, in der auch Google und IBM selbst Power i in den Public Cloud hieven wollen. Skytap entwirft und unterstützt Multi- und Hybrid-Cloud-Strategien über sichere Verbindungen zu anderen Clouds und firmeneigenen Rechenzentren. Ziel ist es, die Anwendungsentwicklung zu beschleunigen, die Systemadministration zu vereinfachen und die IT-Kosten zu senken, um es Kunden in aller Welt zu erleichtern, ihre IT-Umgebung genau in dem Tempo zu modernisieren, das ihre IT-Chefs vorgeben. Dabei arbeitet Skytap auch mit IBM zusammen – und hat IBM i in der Public Cloud bereits im Juni 2019 angekündigt. Auch IBM selbst vermarktet Skytap über die IBM Cloud, allerdings witzigerweise nur für AIX und Linux auf Power.

UPDATE: Wie uns Skytaps Marketing-Manager Dan Jones mitteilt, ist lediglich die deutsche Version der IBM-Webseite nicht auf dem aktuellen Stand der Dinge. Und weiter schreibt uns Jones per Mail: I can verify that we do support IBM i on Skytap on IBM Cloud. In fact, we were the first to do so and the first to offer IBM i in an hourly consumption model.

Kunden verwenden Skytap, um eine umfassende Bandbreite an Anwendungen, darunter Entwicklungsumgebungen, virtuelle Schulungs-Labs bis hin zur Produktion und Notfallwiederherstellung, auszuführen. Skytap nutzt die Vorteile der Cloud für traditionelle Anwendungen, darunter Kapazitätsanpassung, Pay-As-You-Go- Preismodelle (auch für IBM i) und Self-Service-Bereitstellung. Skytap ist branchenführend in der Unterstützung von Altsystemen, und dank der Kombination mit der umfangreichen, stark positionierten Service-Suite von Azure können Kunden nun ihre unternehmenseigenen Anwendungen in die Zukunft übertragen.

„Unsere jährliche Studie zum IBM-i-Markt zeigt, dass die meisten Kunden Windows parallel zu IBM i nutzen. Für diese Kunden bildet der Skytap-Dienst in Azure eine Komplettlösung in der Cloud", so Tom Huntington, EVP of Technical Solution bei Helpsystems. „Wir freuen uns, unsere Kunden auf ihrer Reise mit IBM i in der Cloud begleiten zu dürfen.“

Bildquelle: Lea Sommerhäuser, Skytap, Microsoft

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok