Speditionsleiter Alessandro Perna baut nun auf „eine durchgängige Lösung für alle Containerbewegungen auf der Straße und im Lager“.
Ein Reach-Stacker im Einsatz: Der Greifstapler lagert einen Container ein.
Eine der mehr als 30 Sattelzugmaschinen der Spedition
Das Perna-Depot aus der Luft
Transportieren, Reinigen, Heizen, Lagern und Reparieren: Für Tankcontainer bietet das Transportunternehmen Domenico Perna mit Sitz in Maxdorf so ziemlich alles aus einer Hand. Die große Bandbreite an Leistungen für die vor allem im Chemiesektor eingesetzten Großbehälter machen den inhabergeführten Familienbetrieb zu einem spezialisierten Nischenanbieter.
Als Perna die Geschäftsprozesse digitalisieren wollte, war das Angebot an passender Standardsoftware entsprechend gering. Nach eigenen Recherchen im Jahr 2017 schien am Anpassen und Erweitern einer vorhandenen Lösung kein Weg vorbeizuführen. Ein Versuch mit einem etablierten Anbieter für Speditions- und Lagersoftware scheiterte jedoch.
2020 wagte Speditionsleiter Alessandro Perna einen zweiten Anlauf. „Im Internet wurde ich auf Cargo Support aufmerksam, deren Transportmanagementsystem (TMS) bei vielen Containerspediteuren im Einsatz ist“, erinnert er sich. Zu den besonderen Anforderungen an ein TMS für Containertransporte gehört auch die Möglichkeit, laufende Aufträge bzw. Fahrten problemlos zu splitten.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3-4/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
„Bei unseren großen Kunden aus der Chemiebranche kommt es immer wieder vor, dass Container abweichend vom Plan nicht sofort entladen werden können und deshalb an der Entladestelle stehen bleiben“, erläutert der Speditionsleiter. In solchen Fällen wird der ursprüngliche Auftrag geteilt und die spätere Abholung des Containers auf Wiedervorlage gesetzt.
Dabei hilft auch die Fahrer-App cs drive. Das ist ein Telematiksystem, das den Fahrern klare Anweisungen gibt und für Transparenz hinsichtlich Fahrzeugpositionen und Auftragsstatus sorgt. Diese App liefert bei Bedarf die gewünschten Daten direkt in die IT-Systeme der Auftraggeber, sodass ein zusätzlicher Einsatz kundenseitiger Apps nicht erforderlich ist. „Das ist für uns ein großer Vorteil, denn bei rund 50 Kunden wäre das Bedienen verschiedener Fahrer-Apps eine Zumutung für unsere Fahrer“, bringt es Speditionsleiter Perna auf den Punkt.
Die Fahrer-App lässt sich zudem ohne großen Aufwand an die eigenen Prozesse anpassen. Bei Perna erinnert sie die Fahrer zum Beispiel daran, vor der Aufnahme eines Containers dessen Identifikationsnummer zu scannen oder einzutippen. Diese wird dann von cs connect mit den Auftragsdaten abgeglichen. Wenn alles passt, erhält der Fahrer grünes Licht – andernfalls wird er von der App auf den Fehler hingewiesen.
Etwas aufwändiger als das Konfigurieren der Fahrer-App war das Programmieren und Einrichten der Schnittstellen zu den ERP-Systemen der beiden größten Kunden. Diese profitieren jetzt vom automatischen Übertragen der aktuellen Auftragsstatus und Trackingdaten. Andere Kunden greifen hierfür auf das Onlineportal des Nürnberger Software-Lieferanten zurück. Über die Schnittstellen fließen bei Perna aber auch die Auftragsdaten direkt in das TMS, wodurch die manuelle Auftragserfassung entfällt. Bereits rund 25 Prozent aller Aufträge werden in digitaler Form übertragen. Ein weiterer Pluspunkt des TMS ist das optionale Software-Modul für die Depotverwaltung, das künftig noch deutlich erweitert wird. „Damit haben wir eine durchgängige Lösung für alle Containerbewegungen auf der Straße und im Lager“, betont Alessandro Perna.
Während die Transporte bereits seit 2020 per TMS disponiert und abgerechnet werden, folgte die Depotverwaltung jetzt Anfang 2023 – rechtzeitig zur geplanten Erweiterung der Lagerkapazitäten. Diese sollen von 400 auf 800 Lagerplätze verdoppelt werden. Das Potenzial für Tankreinigungen wird in diesem Zuge von 45 auf bis zu 80 Container und die Zahl der täglichen Ein- und Auslagerungen von 65 auf 130 ansteigen.
Die Depotverwaltung per Software soll künftig das gesamte Service-Portfolio abdecken. Darin eingeschlossen sind neben den Ein- und Auslagerungen auch die notwendigen Umlagerungen für die Tankreinigungen, das Durchführen von Reparaturen oder das Überwachen der Temperaturen bei den beheizten Containern. Das Beheizen von Containern ist eines der Spezialangebote von Perna. Diese Dienstleistung wird benötigt, wenn die Ware nur im erhitzten Zustand entladen werden kann, wie zum Beispiel Wachs oder Unterbodenschutz.Die Heizprotokolle werden derzeit noch auf Papier ausgefüllt.
Der inhabergeführte Mittelständler mit Sitz in der Oberrheinebene bietet seit 1991 Transport- und Servicedienstleistungen rund um Tankcontainer an. Zum Portfolio gehören das Transportieren, Reinigen, Reparieren und Lagern von Tankcontainern. Der Fuhrpark umfasst 30 LKW, die vom Firmensitz Maxdorf aus Chemiestandorte wie Ludwigshafen, Worms, Mannheim, Darmstadt, Frankfurt, St. Avold, Lauterbourg und Rheinmünster anfahren.
Bildquelle: Perna