Daniel Braun, Head of Marketing & E-Commerce bei Möbel Inhofer
Die Seatable-Gründer Dr. Ralf Dyllick-Brenzinger (links) und sein Bruder Christoph Dyllick-Brenzinger
In „Europas größter Wohnwelt“ arbeiten rund 1.000 Beschäftigte, davon 240 als Einrichtungsberater im Vertrieb. Um diese Berater bei der Gewinnung und Betreuung von Kunden zu unterstützen, hat der langjährige IBM-i-Anwender Möbel Inhofer begonnen, mit der Software aus Mainz einheitliche Prozesse und eine gemeinsame Datenbank zu schaffen, die in Echtzeit Auskunft über den aktuellen Stand der Leads und Kundengespräche gibt.
Über die integrierten Kalender können die Verkäufer ihre Termine planen, Kunden können über einfach bedienbare Formulare Feedback geben und Automationen übernehmen mühsame, ehemals manuelle Arbeitsvorgänge.
Als erstes wurde die neue Software in der Küchenplanung eingeführt, um Daten und Prozesse neu zu strukturieren. Beispielsweise können sich Interessenten im Küchenbereich der Webseite zu einer professionellen Beratung anmelden und vorab Angaben zu ihrer Küchengröße, ihren Vorstellungen und ihrem Budget machen. Diese Daten landen automatisch in Seatable und ermöglichen den Küchenfachberatern, passende Angebote fürs Erstgespräch vorzubereiten. Darüber hinaus lassen sich neue Kundendaten auch manuell von den Verkäufern erfassen bzw. bestehende Kundendaten aus anderen Quellen (z. B. Excel-Tabellen) in die Spreadsheets importieren.
Anschließend nutzen die Fachberater die generierten Datensätze (sogenannte „Leads“) der Küchen-Interessenten, um den Verkaufsprozess gezielt weiterzuverfolgen und die nächsten Interaktionen vom Aufmaß über den Kaufvertrag bis hin zum Kücheneinbau zu organisieren. In der wachsenden Datenbank können Inhofers Fachberater nach den ihnen zugewiesenen Leads filtern und sich die Datensätze in verschiedenen Ansichten anzeigen lassen, um schnell einen Überblick über ihre Verkaufsprozesse zu gewinnen.
Über ein Dashboard kann sich das Management jederzeit alle relevanten Zahlen und Statistiken ansehen. Welcher Verkäufer macht wie viel Umsatz? Wie viele Termine hat er wahrgenommen und wie viele Abschlüsse erzielt? Diese Fragen lassen sich nun in wenigen Klicks klären. „Generell ist es in Seatable kinderleicht, Datensätze zu gruppieren, zu visualisieren und statistisch aufzubereiten“, sagt Daniel Braun, Head of Marketing & E-Commerce bei dem Möbelhaus. Mit den Excel-Tabellen sei das umständlich oder unmöglich gewesen.
Welche Prozesse künftig effizienter gestaltet werden können, wird aktuell durch die Marketing-Abteilung in Zusammenarbeit mit den Verkäufern erarbeitet. Die IT-Abteilung, in deren Obhut das ERP-System Moeve von Ametras läuft, war bisher nicht involviert. Daraus kann man auch ableiten, wie einfach es ist, ohne jegliche Programmiererfahrung eigene Verkaufsprozesse mithilfe der Online-Spreadsheets zu entwickeln. Daniel Braun ergänzt: „Für uns war zudem entscheidend, dass Seatable – im Vergleich zu Konkurrenten wie Airtable – eine deutsche und DSGVO-konforme Lösung ist, bei der die Software, der Kundensupport sowie umfangreiche Anleitungen auf Deutsch verfügbar sind.“ Genutzt Seatable aber nicht nur im Vertrieb, sondern auch im Marketing.
Das Startup wurde 2020 von Dr. Ralf Dyllick-Brenzinger und seinem Bruder Christoph gegründet – mit der Idee eines Tabellen- und Datenbank-Hybrids, das es Menschen ermöglicht, gemeinsam effizienter und flexibler an Ideen, Aufgaben und Projekten zu arbeiten. Die Software, die sich als Cloud-Lösung und alternativ auf einem privaten Server nutzen lässt, wird von der chinesischen Seafile Ltd. entwickelt und in Europa von der Mainzer Seatable GmbH exklusiv vertrieben.
Die Software für „kollaboratives Informationsmanagement“ bietet im Gegensatz zu Excel mehr als nur Zahlen, Texte und Formeln, lassen sich doch Daten aller Art erfassen, organisieren und auswerten. Die Datenerfassung erfolgt über ein intuitives Spreadsheet-Webinterface und individuell anpassbare Webformulare. Zur Organisation der Daten stehen über 20 verschiedene Spaltentypen sowie Filter-, Sortierungs- und Gruppierungsfunktionen zur Verfügung.
Neben Pivot-Tabellen und Diagrammen als klassische Auswertungstools gibt es anwendungsorientierte Visualisierungen wie etwa Gantt-Charts oder Kanban-, Galerie- und Kartenansichten. Als Kollaborations-Tool unterstützt die Software auch den Austausch von Daten innerhalb eines Teams und mit Dritten auf vielfältige Weise. Die No-Code-Plattform ergänzt so Excel-Features um Funktionen zur Prozessautomatisierung und -visualisierung sowie vielfältige Schnittstellen.
Die selbst gehostete On-Premises-Variante kann vollständig autark und ohne Verbindung ins Internet betrieben werden. Durch die Möglichkeit der Installation auf einem beliebigen Server erhält der Kunde die vollständige Datenhoheit.
Die Produktidee stammt übrigens nicht von den Brüdern, sondern von der in Peking ansässigen Firma Seafile. Als exklusive Vertriebspartner für die Software Seafile weltweit (außer China), kannten sie die chinesischen Entwickler seit Jahren und gründeten das Joint-Venture Seatable GmbH.
Bildquelle: Möbel Inhofer, Seatable