Corona-Lockdown für Ransomware-Angriff genutzt?

Cyberattacke auf Finastra

Der britische Finanzsoftware-Hersteller Finastra nahm am Freitag, den 20. März, nach einem Ransomware-Angriff all seine Server tagelang vom Netz. Am 27. März erklärte CEO Simon Paris dann, das globale Team habe schnell und unermüdlich mit den Partnern und Kunden zusammengearbeitet, „um die sicherste und umfassendste Lösung zu gewährleisten. Die proaktiven Schritte haben es uns ermöglicht, kontrolliert, sequentiell und sicher zum Betrieb zurückzukehren.“

Finastra-CEO Simon Paris

Finastra-CEO Simon Paris laubt, dass der Angriff absichtlich dann erfolgte, „als wir uns darauf konzentrierten, die Mehrheit unserer weltweiten Belegschaft, darunter mehrere tausend unserer Kollegen in Amerika, im Hinblick auf Covid-19 zu sichereren Arbeitsprozessen von zu Hause aus zu bewegen.“

„Die Entscheidung, unsere Server am 20. März 2020 freiwillig offline zu schalten, wurde nicht leichtfertig getroffen“, versicherte Tom Kilroy, Chief Operating Officer. „Wir haben verstanden, worum es geht, und diesen Schritt unternommen, um die Bedrohung einzudämmen, unser Netzwerk zu sichern und vor allem unsere Kunden und deren Daten zu schützen. Wir sind dankbar für die Unterstützung, die wir für diese Maßnahmen erhalten haben.“ Er versicherte, dass weder auf Kunden- oder Mitarbeiterdaten zugegriffen oder diese herausgefiltert wurden, noch dass die Netzwerke von Kunden beeinträchtigt wurden.

Am 22. März wurden die Server wieder online geschaltet, weil die Bedrohung neutralisiert worden war; Telefonie und E-Mail-Kommunikation funktionierte ebenso wieder wie der Internet-Zugriff für die Belegschaft. Es hieß aber: „Da jede unserer Lösungen jeweils ihre eigenen nuancierten Prozesse hat, um von der Verfügbarkeit in den operativen Betrieb überzugehen, wird jedes unserer Produkte erst nach Abschluss dieser Schritte wieder verfügbar sein.“

Das war dann eine Woche nach dem Angriff, am 27. März, der Fall, wie Paris versicherte. Er glaubt, dass der Angriff absichtlich erfolgte, „als wir uns darauf konzentrierten, die Mehrheit unserer weltweiten Belegschaft, darunter mehrere tausend unserer Kollegen in Amerika, im Hinblick auf Covid-19 zu sichereren Arbeitsprozessen von zu Hause aus zu bewegen.“

Über Finastra

Das drittgrößte Finanzsoftwarehaus der Welt, mit 1,9 Mrd. Dollar Jahresumsatz, über 10.000 Mitarbeitern und mehr als 8.500 Kunden in 130 Ländern, wurde Ende 2017 durch die Zusammenführung von D+H und Misys gegründet, nachdem die Investmentgesellschaft Vista Equity Partners im Juni 2012 Misys übernommen und 2017 auch D+H gekauft hatte. Die Firmenzentrale des im AS/400-Markt groß gewordenen Unternehmens befindet sich in London, die Finastra International GmbH (vormals: Misys International Banking Systems GmbH) in Frankfurt/Main.

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