Ulf Baltin, Managing Director Dach bei Blackberry
In einer Welt immer raffinierterer Angriffstechniken mit hybriden, dezentralen Arbeitsmodellen und unzähligen im „Internet of Things“ verbundenen Geräten müssen alle die Verantwortlichkeit für ihre Cybersicherheit ernst nehmen.
Was genau heißt das? Kurz gesagt: Prävention, Schadensbegrenzung und Kommunikation. Es kommt darauf an, alles Mögliche zu tun, um das Risiko eines Cybersicherheitsvorfalls zu verringern. Außerdem dürfen etwaige Folgen für Kunden, Partner und Mitarbeiter nur minimal sein. Last but not least: Eine zeitnahe, kontinuierliche und transparente Kommunikation trägt enorm zur Resilienz in puncto Cybersicherheit bei.
Gerade in Zeiten, in denen bei Fragen der Cybersicherheit neben der Minimierung der Risiken auch die Kosten in den Fokus rücken, ist die Verantwortlichkeit wichtig. Das wird besonders deutlich, wenn es darum geht, Versicherungsschutz für den Fall von Cyberattacken zu erhalten. Als Folge der steigenden Angriffszahlen beabsichtigen 34 Prozent der für eine Studie gemeinsam mit Corvus Insurance befragten Unternehmen, eine Versicherung gegen Cybergefahren abzuschließen. Aus derselben Studie, an der 450 Entscheidungsträger aus dem Bereich Cybersecurity in nordamerikanischen Unternehmen teilnahmen, geht aber auch hervor, dass 37 Prozent der Studienteilnehmer ein Versicherungsschutz für Ransomware-Angriffe verweigert wurde. Den Betrieben fehlen grundlegende Sicherheitstechnologien, um die Versicherungsanforderungen zu erfüllen.
Dass ein gutes Drittel der Befragten angibt, nicht über die erforderlichen technischen Voraussetzungen für Versicherungsschutz zu verfügen, offenbart das Problem der häufig fehlenden Verantwortlichkeit, obwohl das Risiko gleich zweifach reduziert würde, wenn die Unternehmen mehr Verantwortung übernähmen: Zum einen verbessert jede grundlegende Sicherheitstechnologie die Resilienz im Fall einer Attacke, zum anderen würden damit Versicherungsbedingungen erfüllt, was die oft erheblichen Verluste im Schadensfall durch die Versicherungsleistungen mindern könnte.
Denn es gibt diverse Technologien, mit denen Unternehmen sich sicherer (und damit versicherbar) aufstellen können. Dienste wie „Cyber Threat Intelligence“ (CTI) etwa sind längst nicht mehr nur Betrieben mit großen Sicherheitsteams und -budgets vorbehalten. Sie liefern Erkenntnisse darüber, welche Angreifer ein Unternehmen eventuell ins Visier nehmen. So erleichtern sie Entscheidungen zur Cybersicherheit. Es ist davon auszugehen, dass CTI in Zukunft bei der Bewertung der Cybersicherheitslage eines Unternehmens eine zentrale Rolle spielt.
Außerdem bieten präventive Endpunktschutzplattformen unter anderem eine automatische Malware-Prävention und überwachen Aktivitätsdaten von Nutzern fortlaufend. Solch eine Plattform wehrt die meisten Angriffe bereits im Vorfeld ab, während eine signaturbasierte Lösung laufende Angriffe, die nicht verhindert werden konnten, erkennt und eine Warnung ausgibt.
Mittelständlern fällt es ressourcenbedingt schwer, den Umfang und die Komplexität der aktuellen Sicherheitsherausforderungen zu meistern. Dennoch ist es insbesondere für sie von enormer Bedeutung, selbst Verantwortung für ihre Cybersicherheit zu übernehmen – nicht zuletzt mit Blick auf die Versicherungsfrage. Zum Beispiel lässt sich mit speziellen Tools für die Analyse der Software-Zusammensetzung die in Sicherheitsfragen wichtige Transparenz des Software-Stacks gewährleisten. Zudem sollten Mittelständler „Cloud Security Posture Management“ (CSPM) in Betracht ziehen, um Risiken durch Sicherheitsbewertungen und automatisierte Compliance-Überwachung zu beseitigen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, den eigenen Schutz durch externe „Incident Response Retainer“ oder Managed-Cybersecurity-Services zu stärken.
Bildquelle: Blackberry